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Montag, 22. Oktober 2012

Früher war es wärmer

Die Studie Variability and extremes of northern Scandinavian summer temperatures over the past two millennia von Jan Esper et al., veröffentlicht in der Zeitschrift Global and Planetary Change, kommt für die letzten zwei Jahrtausende zu dem Ergebnis: "The record provides evidence for substantial warmth during Roman and Medieval times, larger in extent and longer in duration than 20th century warmth. The first century AD was the warmest 100-year period (+0.60 °C on average relative to the 1951–1980 mean) of the Common Era ...". Die wärmste 30-Jahr-Periode in diesen 2.000 Jahren war der Zeitraum von 21-50 unserer Zeitrechnung mit +1,05 °C über dem Mittelwert von 1951-1980. Damit ist zumindest für Nordeuropa die Behauptung der Klimapolitiker widerlegt, dass die Warmzeit des 20. Jahrhunderts einmalig sei.


Die obige Grafik (Quelle: Jan Esper et al., Global and Planetary Change 88–89 (2012), 1–9, Figure 4) zeigt den Temperaturverlauf seit dem Jahr 138 vor unserer Zeitrechnung. Die hellgrauen vertikalen Balken bezeichnen die Wärmeperioden, die dunkelgrauen Balken markieren die Kälteperioden. Man sieht, dass der Temperaturgang im 20. Jahrhundert nicht außergewöhnlich ist, sondern in jeder Hinsicht eine natürliche Klimaschwankung darstellt.

Montag, 15. Oktober 2012

Klimaschwankungen unbeeinflusst von Kohlendioxid

In den letzten 5.000 Jahren gab es heftige Klimaschwankungen, die sich unter anderem durch Isotopenmessungen in der Eisdecke Grönlands nachweisen lassen. Die folgende Grafik von Lee Drake (Drake, B.L. 2012. The influence of climatic change on the Late Bronze Age Collapse and the Greek Dark Ages. Journal of Archaeological Science 39: 1862-1870), die auf den Daten von R.B. Alley beruht (Alley, R.B. 2004. GISP2 Ice Core Temperature and Accumulation Data. In: Data Contribution Series #2004-013. NOAA/NGDC Paleoclimatology Program. IGBP PAGES World Data Center for Paleoclimatology, Boulder, Colorado, USA), zeigt den Temperaturverlauf von fünf Jahrtausenden, wie er vom Greenland Ice Sheet Project (GISP2) gemessen wurde:


Deutlich ausgeprägt sind die globalen Wärmeperioden in der späten Bronzezeit (Late Bronze Age (LBA)), der Blütezeit des Römischen Imperiums (Roman Warm Period (RWP)) und im Mittelalter (Medieval Warm Period (MWP)). Die Zeitangabe CE ist eine Abkürzung für "Common Era" oder "Current Era", BCE steht für "Before the Common/Current Era", siehe Common Era. Weitere Informationen zum Artikel von Lee Drake finden sich auf der Website des Autors.

Bei dem Versuch, die Klimaänderungen der letzten fünf Jahrtausende zu erklären, ist es wichtig zu wissen, dass während der ersten 4.800 Jahre des Zeitraums (96% der Zeit) der CO2-Gehalt der Atmosphäre bei 275 bis 285 ppm extrem stabil war. Trotzdem gab es in dieser Zeit drastische Klimaschwankungen. Erst während der letzten 200 Jahre (4% des Beobachtungszeitraums) erfolgte ein steiler Anstieg des atmosphärischen CO2 um über 100 ppm, wobei sich die Temperatur weniger änderte als in der Epoche des stabilen CO2. Das Kohlendioxid kann deshalb kein Treiber der globalen Temperaturentwicklung sein.

Montag, 1. Oktober 2012

Antarktische Meereseisdecke auf Rekordniveau

Das Meereis in der Antarktis hat gegenwärtig eine Ausdehnung, die erheblich über dem langjährigen Durchschnitt liegt, siehe dazu die folgende Grafik (Bildquelle):


Im Gegensatz dazu haben die Klimamodelle des IPCC eine ständige Abnahme der antarktischen Meereisbedeckung vorausgesagt, wie die im Journal of Climate veröffentlichte Studie An Initial Assessment of Antarctic Sea Ice Extent in the CMIP5 Models von John Turner et al. enthüllte. Die Autoren stellen fest: "Many of the models have an annual SIE [sea ice extent] cycle that differs markedly from that observed over the last 30 years. The majority of models have too small a SIE at the minimum in February, while several of the models have less than two thirds of the observed SIE at the September maximum. In contrast to the satellite data, which exhibits a slight increase in SIE, the mean SIE of the models over 1979 - 2005 shows a decrease in each month ..." Soviel zur Verlässlichkeit von Klimamodellen, die den Umbau der Weltwirtschaft rechtfertigen sollen.

Die Klima-Angstmacher verweisen gerne auf den Rückgang des Meereises in der Arktis, doch der ist nur das zeitweilige Ergebnis eines natürlichen Klimazyklus, wie die nächste Grafik zeigt (Bildquelle):


Samstag, 21. Juli 2012

Abkühlungstrend über zwei Jahrtausende

Einem internationalen Forscherteam unter Beteiligung von Wissenschaftlern der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ist es gelungen, eine sehr genaue 2.000-jährige Klimarekonstruktion für Nordeuropa anhand von Baumjahrringen zu erstellen, siehe: Jan Esper et al., Orbital forcing of tree-ring data Nature Climate Change, 8. Juli 2012, doi:10.1038/NCLIMATE1589.

Die Paläoklimatologen unter der Leitung von Jan Esper vom Geographischen Institut der JGU erarbeiteten aus den Jahrringdichtemessungen fossiler Kiefernbäume aus dem finnischen Lappland eine Zeitreihe, die bis in das Jahr 138 vor unserer Zeitrechnung zurückreicht. Die Messungen der Holzdichte dieser Bäume korrelieren sehr gut mit den modernen Temperaturmessungen in diesem Raum nahe der nordischen Waldgrenze. Mit ihrem innovativen Ansatz ist es den Forschern gelungen, eine Temperaturrekonstruktion von bisher unerreichter Qualität zu erstellen. Diese Rekonstruktion zeigt in hoher Auflösung die Wärmeperiode zur Römerzeit und die Mittelalterliche Warmzeit, aber auch die Kältephasen zur Zeit der Völkerwanderung oder der kleinen Eiszeit.

"Wir haben festgestellt, dass die historischen Temperaturen zur Römerzeit und im Mittelalter bis dato als zu kühl eingeschätzt wurden", so Esper. "Diese Befunde sind auch insofern von klimapolitischer Bedeutung, da sie die Beurteilung des aktuellen Klimawandels im Vergleich zu den historischen Warmphasen beeinflussen." (Quelle: Klima in Nordeuropa während der letzten 2.000 Jahre rekonstruiert: Abkühlungstrend erstmalig präzise berechnet) Das bedeutendste Ergebnis der Studie ist die Entdeckung eines langfristigen Abkühlungstrends, der sich kontinuierlich über die letzten 2.000 Jahre erstreckte, siehe dazu die folgende Grafik (Bildquelle):


Die Forscher erklären diesen Abkühlungstrend durch die langsame Veränderungen des Sonnenstands beziehungsweise der Distanz der Erde zur Sonne, wodurch eine Abkühlung von -0,3°C pro Jahrtausend verursacht wurde. "Eigentlich erscheint diese Zahl nicht sonderlich imposant", so Esper. "Allerdings ist sie im Vergleich zur globalen Erwärmung, die bis heute auch weniger als 1°C beträgt, nicht zu vernachlässigen. Wir konnten nun zeigen, dass die großräumigen Klimarekonstruktionen, die auch vom internationalen Klimarat IPCC verwendet werden, den langfristigen Abkühlungstrend über die letzten Jahrtausende unterschätzen."

Mittwoch, 11. April 2012

Kein CO2-Signal in Temperaturdaten

Die globale Erwärmung im letzten Jahrhundert ist nicht menschengemacht, sondern beruht auf natürlichen Fluktuationen, wie zyklisch auftretenden Zirkulationsschwankungen von Meeresströmungen oder den mannigfaltigen Solarzyklen. Das hat eine statistische Auswertung der monatlichen Temperaturdaten von 2249 weltweit verteilten Messstationen über den Zeitraum von 1906-2005 ergeben, siehe: Lüdecke, Horst-Joachim; Link, Rainer und Ewert, Friedrich-Karl, 2011. How natural is the recent centennial warming? An analysis of 2249 surface temperature records. International Journal of Modern Physics C 22: 10.1142/S0129183111016798.

Die Autoren stellen fest: "...the probabilities that the observed temperature series are natural have values roughly between 40% and 90%, depending on the stations characteristics and the periods considered. 'Natural' means that we do not have within a defined confidence interval a definitely positive anthropogenic contribution and, therefore, only a marginal anthropogenic contribution can not be excluded."

Während des hundertjährigen Beobachtungszeitraums zeigte ein Viertel der Stationen fallende Temperaturen, was in sich selbst "is an indication that the observed temperature series are predominantly natural fluctuations", so Lüdecke und seine Mitarbeiter. Die folgende Grafik gibt dafür Beispiele (Quelle: Seite 10, Fig. 4 der obigen Arbeit):



Erläuterung: "The linear regression lines of the records Tucumcari and Pocahonta are for the period 1906 - 2005, of the record Sussex for 1906 - 1955 and of the record Broome Airport for 1955 - 2005".

Die nächste Grafik zeigt die Trendumkehr im Temperaturverlauf des 20. Jahrhunderts, die Ausdruck der damaligen Abkühlung (blaue Linie) ist, die für einige Jahrzehnte die globale Erwärmung (rote Linien) unterbrach. Auch das ist ein Beweis dafür, dass das atmosphärische Kohlendioxid kein Klimatreiber ist, denn während jener Abkühlungsperiode stieg der CO2-Gehalt der Atmosphäre ständig an. Bildquelle: Seite 14, Fig. 8.



Erläuterung: "An own global record evaluated from 581 stations, each in areas with populations of under 1000 ..., with linear regression lines for the interim periods 1901-1934, 1934-1979, and 1979-2010 (black). The record was evaluated by basic averaging and normalizing local records; global record provided by GISS (green)."

Die statistische Analyse von Lüdecke u. a. bestätigt die auf Beobachtung beruhenden Ergebnisse folgender Autoren:

  • Idso, S.B. 1998. CO2-induced global warming: a skeptic's view of potential climate change. Climate Research 10: 69-82.

  • Lindzen, R.S. und Choi, Y.-S. 2009. On the determination of climate feedbacks from ERBE data. Geophysical Research Letters 36: 10.1029/2009GL039628.

  • Lindzen, R.S. und Choi, Y.-S. 2011. On the observational determination of climate sensitivity and its implications. Asia-Pacific Journal of Atmospheric Sciences 47: 377-390.

  • Scafetta, N. 2012. Testing an astronomically based decadal-scale empirical harmonic climate model versus the IPCC (2007) general circulation climate models. Journal of Atmospheric and Solar-Terrestrial Physics: 10.1016/j.jastp.2011.12.005.

Freitag, 23. März 2012

Die Mittelalterliche Warmzeit in Chile

Die Mittelalterliche Warmzeit war nicht eine regional begrenzte, schwach ausgeprägte Temperaturanomalie der Nordhalbkugel, wie die Klimaschützer gerne behaupten, sondern sie ist weltweit als eine starke Klimaschwankung nachweisbar. Einen Beweis für ihre Existenz in der südlichen Hemisphäre liefern: von Gunten, L., Grosjean, M., Rein, B., Urrutia, R. and Appleby, P. 2009. A quantitative high-resolution summer temperature reconstruction based on sedimentary pigments from Laguna Aculeo, central Chile, back to AD 850. The Holocene 19: 873-881.

Diese Arbeit bildet Kapitel 7 der Dissertation, die Lucien von Gunten der Universität Bern vorgelegt hat. Dort findet sich auf Seite 90 in Figure 7-4 die folgende Grafik:



Die Autoren der obigen Studie stellen fest: "Our data provide quantitative evidence for the presence of a Medieval Climate Anomaly (in this case: warm summers between 1150 and 1350 AD; ΔT = +0.27 to +0.37°C wrt [with reference to] 20th century) and a very cool period synchronous to the 'Little Ice Age' starting with a sharp drop between AD 1350 and AD 1400 (-0.3 °C / 10 yr, decadal trend) followed by constantly cool (ΔT = -0.70 to -0.90°C wrt 20th century) summers until AD 1750. The structure of variability compares in great detail with annually-resolved tree-ring based warm-season temperature and river discharge reconstructions from northern Patagonia (42°S) for the past 400 years, with qualitative climate reconstructions from Andean glacier fluctuations, and with hydrological changes in Patagonian lake sediment records."

Die obige Arbeit beweist, dass die Mittelalterliche Warmzeit in Südamerika um +0,27 bis +0,37°C wärmer war und viel länger dauerte als die gegenwärtige Wärmeperiode. Wenn natürliche Klimafaktoren damals eine globale Erwärmung bewirken konnten, dann können sie das auch heute.

Dienstag, 28. Februar 2012

Keine Klimaanomalien in China

Die Klimageschichte Chinas der letzten zweitausend Jahre zeigt, dass die auch dort im 20. Jahrhundert eingetretene Erwärmung nichts Außergewöhnliches war. Zu diesem Ergebnis kommen die Autoren der folgenden Studie: QuanSheng Ge, XueZhen Zhang, ZhiXin Hao und JingYun Zheng. 2011. Rates of temperature change in China during the past 2000 years. Science China Earth Sciences 54: 1627-1634.

Die vier Forscher, die am Institute of Geographic Sciences and Natural Resources Research der chinesischen Akademie der Wissenschaften arbeiten, stellen die Frage: "Has rapid warming such as that in the 20th century occurred previously, especially during the past 2000 years?" Ihre Antwort ist ein eindeutiges "Ja, mehrmals".

Nach Auswertung von 24 bereits vorhandenen Proxy-Temperaturserien stellen sie fest: "the warming rates at centennial and decadal scales in the 20th century were not exceptional for the past 2000 years." Bei dem Vergleich von dreißigjährigen Perioden stellt sich heraus, dass die höchste Steigerungsrate des vergangenen Jahrhunderts kleiner war, "than rates for previous periods, such as the rapid warming from the Little Ice Age to the 20th century and from the 270s-290s to 300s-320s."

Bei der Betrachtung hundertjähriger Perioden sieht man, dass sich China im 20. Jahrhundert nur um 0,6°C (±1,6°C) erwärmt hat, während die Erwärmung vom Ende der Kleinen Eiszeit bis zum 20. Jahrhundert 1,1°C (±1,2°C) im Jahrhundert betrug. Überdies zeigt sich, dass "the peak rates of the 100-year scale warming in the AD 180s-350s in northeastern China as well as those in the 260s-410s and 500s-660s in Tibet were all greater than those from the mid-19th to 20th century."

Da diese heftigen Klimaschwankungen in vorindustrieller Zeit stattfanden, ist auch für China die Behauptung der "Klimaschützer" widerlegt, dass die Erwärmung im letzten Jahrhundert einmalig oder außergewöhnlich gewesen wäre.

Donnerstag, 23. Februar 2012

Auf Grönland nichts Neues

Die Klimaschützer behaupten, dass der im 20. Jahrhundert erfolgte globale Temperaturanstieg so außergewöhnlich sei, dass er nur durch menschliche Aktivitäten erklärbar ist. Diese Behauptung ist durch eine Vielzahl von empirischen Studien widerlegt worden. Die neueste von ihnen ist: Kobashi, T., Kawamura, K., Severinghaus, J.P., Barnola, J.-M., Nakaegawa, T., Vinther, B.M., Johnsen, S.J. and Box, J.E. 2011. High variability of Greenland surface temperature over the past 4000 years estimated from trapped air in an ice core. Geophysical Research Letters 38: 10.1029/2011GL049444.

Die folgenden drei Grafiken, die Figure 1 der obigen Arbeit entsprechen, zeigen, wie man durch die Auswahl des Beobachtungszeitraums einen falschen Eindruck erwecken kann. In diesem Fall gilt: je kürzer die zeitliche Perspektive, desto größer und einmaliger erscheint die jüngste globale Erwärmung.





In den obigen Grafiken zeigen die blauen Linien die Rekonstruktionsergebnisse der Autoren, die Argon- und Stickstoff-Isotopen nutzten. Das blaue Band zeigt den möglichen Messfehlerbereich. Die schwarzen Linien geben die Messungen einer anderen Forschergruppe wieder, die auf einer Gasmethode beruhen. Die roten Linien entsprechen konventionellen Temperaturmessungen vor Ort. Die grüne Linie ist ein hundertjähriger gleitender Durchschnitt.

Wenn man den Temperaturverlauf der vergangenen vier Jahrtausende betrachtet, sieht man, dass deutliche Klimaschwankungen die Regel waren. Die Autoren stellen fest, dass in den dreitausend Jahren vor dem letzten Jahrtausend insgesamt 72 Jahrzehnte wärmer waren als das letzte Jahrzehnt. Darunter befanden sich zwei Perioden, in denen es über mehrere Jahrhunderte um 1° C wärmer war als in der letzten Dekade.

Zu den letzten eintausend Jahren bemerken Kobashi und seine Mitarbeiter: "The current decadal average surface temperature at the summit [of the Greenland ice sheet] is as warm as in the 1930s-1940s, and there was another similarly warm period in the 1140s (Medieval Warm Period)", was besagt: "the present decade is not outside the envelope of variability of the last 1000 years."

Damit ist erwiesen, dass die im 20. Jahrhundert stattgefundene Erwärmung nicht unüblich oder unnatürlich war, sondern dass es für sie mehrere Dutzend Präzedenzfälle in den vergangenen Jahrtausenden gibt. Die gegenwärtige Klimaänderung ist Ausdruck einer natürlich Veränderlichkeit des Klimas, die es so schon immer gegeben hat.

Montag, 21. November 2011

Klimazyklus weltweit wirksam

Das IPCC behauptet in seinem letzten Sachstandbericht (Fourth Assessment Report [AR4], Chapter 6: Palaeoclimate, S. 469): "The evidence currently available indicates that NH [northern hemisphere] mean temperatures during medieval times (950-1100) were indeed warm in a 2-kyr [2000 year] context and even warmer in relation to the less sparse but still limited evidence of widespread average cool conditions in the 17th century (…). However, the evidence is not sufficient to support a conclusion that hemispheric mean temperatures were as warm, or the extent of warm regions as expansive, as those in the 20th century as a whole, during any period in medieval times."

Dieser Versuch, die Mittelalterliche Warmzeit (MWZ) klein zureden, oder ganz zu leugnen, indem man sie auf die nördliche Halbkugel beschränkt und ihren Wärmegehalt untertreibt, ist durch viele Forscher, die lieber messen als in die Glaskugeln von realitätsfremden Klimamodellen zu sehen, widerlegt worden. Nun liegen zusätzliche neue Forschungsergebnisse vor, die beweisen, dass die MWZ und die danach folgende Kleine Eiszeit (KEZ) sogar in der Antarktis deutlich feststellbar sind, siehe: Bertler, N.A.N., Mayewski, P.A. and Carter, L. 2011. Cold conditions in Antarctica during the Little Ice Age -- Implications for abrupt climate change mechanisms. Earth and Planetary Science Letters 308: 41-51.

Bertler und seine Kollegen ermittelten die Temperaturentwicklung der letzten tausend Jahre durch die Untersuchung eines Eisbohrkerns aus dem Victoria Lower Glacier im nördlichsten der McMurdo Dry Valleys in der Ross Sea Region der Antarktis, wobei sie Deuterium (δD), ein natürliches Isotop des Wasserstoffs, für die Temperaturrekonstruktion nutzten. Die Autoren konnten in ihren Daten drei unterschiedliche Klimaperioden identifizieren: die letzten 150 Jahre der MWZ (1140 bis 1287), die KEZ (1288 bis 1807), und die Moderne Ära (MÄ) (1808 bis 2000). In der KEZ lagen am Untersuchungsort die Sommertemperaturen um 2° C tiefer als in der MÄ, während in der MWZ die Temperatur in den McMurdo Dry Valleys um 0,35° C höher war als heute. Die folgende Grafik fasst die Forschungsergebnisse zusammen (Bildquelle):



Die Autoren stellen fest, dass während der MWZ "the McMurdo Dry Valleys experienced warm summers, with increased snow accumulation and higher sea surface temperatures in the Ross Sea/Southern Ocean, perhaps accompanied by less sea-ice." Dadurch unterscheidet sich diese Klimaperiode auch in der Antarktis deutlich vom vorhergehenden und dem danach folgenden Klimageschehen.

Diese Warm- und Kaltzeiten sind in der gesamten Südhalbkugel nachweisbar. Für die Drake Passage haben das Domack und Mayewski durch eine Untersuchung des Palmer Deep marine core (PD92 30MS) bewiesen, siehe: Domack, E.W. and Mayewski, P.A. 1999. Bi-polar ocean linkages: evidence from late-Holocene Antarctic marine and Greenland ice-core records. The Holocene 9: 247-251.

Bertler et al. verweisen darauf, dass "New Zealand, which has direct climatic and oceanic links with Antarctica, also displays a cooling that began around AD [Anno Domini, according to christian calendar) 1250-1350 and peaked ~AD 1500 to 1650 before recovering at the end of the 19th century (Lorrey et al., 2008)," Siehe dazu: Lorrey, A., Williams, P., Salinger, J., Martin, T., Palmer, J., Fowler, A., Zhao, J. and Neil, H. 2008. Speleothem stable isotope records interpreted within a multi-proxy framework and implications for New Zealand palaeoclimate reconstruction. Quaternary International 187: 52-75.

Zwei weitere Studien belegen, dass im südlichsten Teil Südamerikas ebenfalls die KEZ nachweisbar ist, siehe dazu: Koch, J. and Kilian, R. 2005. 'Little Ice Age' glacier fluctuations, Gran Campo Nevado, southernmost Chile. The Holocene 15: 20-28 und Lamy, F., Hebbein, D., Rohl, U. and Wefer, G. 2001. Holocene rainfall variability in southern Chile: a marine record of latitudinal shifts of the Southern Westerlies. Earth and Planetary Science Letters 185: 369-382.

Alle diese Forschungsergebnisse beweisen, dass die warm-kalt-warm Oszillation von MWZ-KEZ-MÄ wirklich ein globales Phänomen ist und nicht etwa auf einige Orte der nördlichen Halbkugel beschränkt war, wie es die Klimahysteriker behaupten.

Freitag, 4. November 2011

Die unbequeme Klima-Wahrheit

Nachdem in den Temperaturmessreihen, auf die sich das IPCC stützt (GISS und HadCrut), schwere Fehler nachgewiesen wurden, schufen staatliche Stellen ein mit üppigen Forschungsgeldern ausgestattetes neues Projekt, um die Klimapolitik auf eine weniger angreifbare Grundlage zu stellen. Es ist dies die Berkeley Earth Surface Temperature (BEST) Studie, die für sich in Anspruch nimmt: "Our aim is to resolve current criticism of the former temperature analyses, and to prepare an open record that will allow rapid response to further criticism or suggestions. Our results will include not only our best estimate for the global temperature change, but estimates of the uncertainties in the record." Das soll u. a. erreicht werden, indem man die Datenbasis erheblich verbreitert, was sicher sehr zu begrüßen ist. Dazu heißt es bei BEST: "The Berkeley Earth Surface Temperature study is using over 39,000 unique stations, which is more than five times the 7,280 stations found in the Global Historical Climatology Network Monthly data set (GHCN-M)."

So weit, so gut. Nun hat Richard Muller, der Leiter der BEST-Studie, eine Pressemitteilung herausgegeben, die seine Geldgeber erfreuen dürfte. Darin wirbt er kräftig für die offizielle Klimalehre. Der Text beginnt mit einer banalen Feststellung, die niemand bezweifelt: "Global warming is real." Dann folgt eine Rechtfertigung der bisherigen Messpraxis. Die Massenmedien wussten diese Botschaft zu nutzen. In vielen Medien wurde behauptet, dass nun in den Klimawissenschaften alles geklärt sei und keine Zweifel an der staatlichen Klimapolitik mehr möglich seien. Einen Überblick über das Medienecho gibt der Artikel: Sceptical Berkeley Scientists Say, “Human Component Of Global Warming May Be Somewhat Overstated”.

Bei einer genaueren Analyse der BEST-Daten, die auf der Website des Projekts frei zugänglich sind, stellt sich heraus, dass sie die staatliche Klimalehre nicht unterstützen. Die beiden folgenden Grafiken zeigen, wie man mit der Auswahl von Daten aus einem Datenbestand Politik machen kann (Bildquelle: Scientist who said climate change sceptics had been proved wrong accused of hiding truth by colleague):



Die unbequeme Wahrheit ist, dass im letzten Jahrzehnt die Temperaturen nicht gestiegen sind, obwohl der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre in diesem Zeitraum ständig größer wurde. Allein dadurch ist die herrschende Lehre widerlegt, die aber noch viele weitere Mängel hat. Ein weiteres interessantes Ergebnis der BEST-Studie ist, dass ein Drittel ihrer landgestützten 39.000 Wetterstationen während des 60jährigen Beobachtungszeitraums nicht nur keine Erwärmung, sondern eine reale Abkühlung festgestellt hat. Es wird nach der noch zu erfolgenden Veröffentlichung der BEST-Ergebnisse zu prüfen sein, mit welchen statistischen Kunstgriffen die Autoren ihre Temperaturkurven aus den sehr unterschiedlichen Rohdaten interpoliert haben.

Bemerkenswert ist auch, dass die BEST-Autoren eine starke Korrelation zwischen der Atlantischen Multidekaden-Oszillation (AMO) und der globalen in Bodennähe gemessenen Temperatur feststellen. Sie geben zu, dass der Einfluss der ozeanischen Temperaturzyklen auf das Klima unterschätzt bzw. gar nicht beachtet wurde und dass diese natürlichen Klimazyklen den größten Teil der globalen Erwärmung erklären können, wobei sie die Möglichkeit erwähnen, dass in den staatlichen Klimamodellen "[the] human component of global warming may be somewhat overstated."

Judith Curry, die Direktorin des Department of Earth and Atmospheric Sciences am Georgia Institute of Technology, arbeitet am BEST-Projekt mit, wurde aber von Richard Muller nicht vorab über seine politisierende Pressemitteilung informiert. Sie sagte in einem Interview mit The Mail on Sunday über das Ausbleiben einer Temperaturerhöhung seit dem Ende der 1990er Jahre: "This is nowhere near what the climate models were predicting. Whatever it is that’s going on here, it doesn’t look like it’s being dominated by CO2." Zu der Behauptung ihres Kollegen Muller, dass mit BEST die Skeptiker widerlegt wären, sagte sie: "Of course this isn’t the end of scepticism. To say that is the biggest mistake he [Richard Muller] has made."

Montag, 10. Oktober 2011

Keine Zunahme von Trockenperioden

Die Dürre ist ein natürlich vorkommendes Wetterphänomen, das weitgehende Auswirkungen auf den Menschen und die Umwelt hat. Zur Durchsetzung der Klimapolitik gehört auch die Behauptung, dass durch die globale Erwärmung die Anzahl, Dauer, Intensität und räumliche Ausdehnung von Dürren zunehme.

Dass dem nicht so ist, beweist die folgende Untersuchung, die den Stand der Wissenschaft zu diesem Thema zusammenfasst: Sheffield, J., Andreadis, K.M., Wood, E.F. and Lettenmaier, D.P., 2009. Global and Continental Drought in the Second Half of the Twentieth Century: Severity-Area-Duration Analysis and Temporal Variability of Large-Scale Events. Journal of Climate 22: 1962-1981. Justin Sheffield, der Leiter der Arbeitsgruppe, stellt dazu fest: "An analysis of the variation of large-scale drought with sea surface temperatures (SSTs) revealed connections at interannual and possibly decadal time scales. Three metrics of large-scale drought (global average soil moisture, contiguous area in drought, and number of drought events shorter than 2 years) are shown to covary with ENSO [El Niño Southern Oscillation] SST anomalies. At longer time scales, the number of 12-month and longer duration droughts follows the smoothed variation in northern Pacific and Atlantic SSTs."

Das bedeutet, dass die Trockenperioden genauso natürlichen Klimazyklen unterworfen sind, wie z. B. die Gletscher. Auf keinen Fall ist in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts eine Korrelation der Dürren mit der Entwicklung der globalen Durchschnittstemperatur erkennbar, wie die folgende von den Autoren erarbeitete Grafik zeigt:



Weltweit waren die 1950er Jahre von den meisten Dürreperioden geplagt, während von der Mitte der 1970er Jahre bis zur Mitte der 1980er Jahre die geringste Trockenheit vorkam. Dabei ist bemerkenswert, dass global von 1940 bis 1970 ein Abkühlung stattfand, der dann bis 1998 eine Erwärmung folgte. Daraus ergibt sich entgegen den Aussagen der Klimapanikbetreiber, dass Dürrezeiten eher in kühleren als in wärmeren Zeiten zu erwarten sind.

Donnerstag, 29. September 2011

Gletscherzyklus folgt Oszillation des Ozeans

Seit dem Ende der Kleinen Eiszeit vor knapp 200 Jahren ist in den Alpen ein Rückgang der Gletscher zu beobachten. Der Grund dafür liegt nicht im Anstieg des CO2-Gehalts der Atmosphäre sondern in Klimazyklen, die von der Sonne gesteuert werden. "Insgesamt achtmal haben sich alpine Gletscher während der letzten 10.000 Jahre bis auf die gegenwärtige Position oder sogar noch weiter zurückgezogen. In der Zeit von 6.000 bis 2.000 vor Chr. waren die Alpengletscher wiederholt derartig geschrumpft, dass ihre Gletscherzungen weit oberhalb der heutigen Gletscherstände lagen. Die jüngste große Rückzugsphase ist für das Frühmittelalter belegt. Die weit verbreitete Vorstellung, die alpine Eiswelt werde durch den heutigen Klimawandel erstmals und unwiederbringlich zerstört, bedarf also der Korrektur. Das derzeitige starke Zurückweichen der Gletscher ist ein Phänomen, das als geradezu typisch für das Verhalten der Alpengletscher im Holozän anzusehen ist." (Quelle: Ulrich Berner und Hansjörg Streif (Hrsg.), Klimafakten. Der Rückblick - Ein Schlüssel für die Zukunft, 4. Auflage, 2004, Seite 138)

Neuere Forschungen haben nun nachgewiesen, dass die Gletscherveränderungen einem Zyklus unterliegen, der von der Atlantischen Multidekadischen Oszillation (AMO) bestimmt wird. Die AMO ist eine vom Menschen unbeeinflusste Schwingungserscheinung, bei der die Oberflächentemperatur des Nordatlantiks in einem Rhythmus von etwa 60 Jahren jeweils zu- und wieder abnimmt. Siehe dazu die folgende Grafik (Bildquelle):



Die nächste Grafik zeigt die zyklische Entwicklung der österreichischen Gletscher von 1890-2002, wie sie von Geographen der Universität Salzburg erfasst wurde, siehe: W. Gruber und H. Slupetzky: Gletscher Monitoring. Von der terrestrischen Vermessung zu modernen Methoden der Fermerkundung. Anhand von Beispielen aus den Hohen Tauern und der Coast Range/B.C., Canada. Salzburger Geographische Arbeiten Bd. 38, S. 37 – 52 (Bildquelle: Dynamisches Sonnensystem – die tatsächlichen Hintergründe des Klimawandels. Teil 6):



Es ist deutlich erkennbar, dass die Gletschervorstöße und -schrumpfungen mit der AMO korrelieren. Das CO2 in der Luft (siehe kleines Bild links oben) hat hingegen keinen Einfluss auf den Gletscherzyklus. Auch für für die Gletscher in der Schweiz wurde dieser Befund durch eine Forschergruppe der ETH Zürich bestätigt, siehe: Huss, M., R. Hock, A. Bauder, and M. Funk (2010), 100-year mass changes in the Swiss Alps linked to the Atlantic Multidecadal Oscillation, Geophys. Res. Lett., 37, L10501, doi:10.1029/2010GL042616. Die Autoren beweisen, dass die Massenbilanz der Schweizer Gletscher mit der AMO korreliert. Sie stellen fest: "Es zeigte sich, dass die AMO die Perioden besonders markanter Gletscherrückgänge, wie etwa in den 1940ern und seit den 1980ern, so wie Stagnation oder Zuwachs in den 1910er und 1970er Jahren, erklären kann."

Dienstag, 20. September 2011

Aktivität tropischer Wirbelstürme auf Rekordtief

Die Propagandisten einer katastrophalen anthropogenen globalen Erwärmung behaupten, dass der Anstieg der Temperatur des Oberflächenwassers der Weltmeere zu einer Zunahme der Häufigkeit und Intensität tropischer Wirbelstürme führt. Diese Annahme widerspricht den empirisch erhobenen Sturmdaten, siehe: Kein Trend bei tropischen Wirbelstürmen.

Nun hat Ryan N. Maue vom Center for Ocean and Atmosphere Studies der Florida State University nachgewiesen, dass diese verheerenden Wetterphänomene in den letzten fünf Jahren erheblich seltener und schwächer aufgetreten sind als im Durchschnitt der vorhergehenden vier Jahrzehnte, siehe: Recent historically low global tropical cyclone activity. Maue kommt zu seinen Erkenntnissen durch die Auswertung der Daten des International Best Track Archive for Climate Stewardship (IBTrACS) des National Climatic Data Center (NCDC), in dem für jeden Wirbelsturm alle sechs Stunden die Position und Intensitätsschätzung dokumentiert wird. Eine Erläuterung des IBTrACS findet sich in dem Artikel: Knapp, K.R., Kruk, M.C., Levinson, D.H., Diamond, H.J. and Neumann, C.J. 2010. The International Best Track Archive for Climate Stewardship (IBTrACS): Unifying tropical cyclone best track data. Bulletin of the American Meteorological Society 91: 363-376.

Maue berechnete die accumulated cyclone energy (ACE) nach dem Verfahren, das in dem folgenden Artikel beschrieben wird: Bell, G.D., Halpert, M.S., Schnell, R.C., Higgins, R.W., Lawrimore, J., Kousky, V.E., Tinker, R., Thiaw, W., Chelliah, M. and Artusa, A. 2000. Climate assessment for 1999. Bulletin of the American Meteorology Society 81: S1-S50. Auf der Grundlage des ACE-Maßstabs kommt Maue zu dem Ergebnis, dass "in the pentad since 2006, Northern Hemisphere and global tropical cyclone ACE has decreased dramatically to the lowest levels since the late 1970s". Die folgende Grafik zeigt diesen Sachverhalt (Bildquelle):



Maue stellt auch fest: "the global frequency of tropical cyclones has reached a historical low." In diesem Zusammenhang weist er darauf hin, dass "a total of 69 TCs [tropical cyclones] were counted during calendar year 2010, the fewest observed in the past 40 years with reliable frequency data".

In Übereinstimmung mit der Untersuchung von Wang, B., Yang, Y., Ding, Q.-H., Murakami, H. and Huang, F. 2010. Climate control of the global tropical storm days (1965-2008). Geophysical Research Letters 37: 10.1029/2010GL042487, bestätigt Maue: "there is no significant linear trend in the frequency of global TCs". Er führt den Nachweis, dass Häufigkeit und Intensität von tropischen Wirbelstürmen nicht von der Entwicklung der Durchschnittstemperatur des Oberflächenwassers bestimmt werden, sondern durch komplex gekoppelte Zirkulationssysteme von Atmosphäre und Ozean im Pazifik, wie die El Niño Southern Oscillation (ENSO) und die Pacific Decadal Oscillation (PDO) sowie im Atlantik durch die Atlantic Multidecadal Oscillation (AMO) und die North Atlantic Oscillation (NAO).

Freitag, 24. Juni 2011

Globale Abkühlung zu erwarten

Die Sonne ist der entscheidende Klimafaktor, siehe dazu auch: Die Sonne bestimmt das Klima. Der Sonnenwind bestimmt, wieviel der galaktischen Strahlung auf der Erde eintrifft und dort zur Wolkenbildung beiträgt, die ihrerseits das Rückstrahlvermögen des Planeten beeinflusst. Dieser sonst unsichtbare Teil der Sonnenaktivität wird durch das Polarlicht sichtbar, das entsteht, wenn elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwindes auf die Erdatmosphäre treffen und dort die Luftmoleküle zum Leuchten anregen. Das folgende Bild zeigt ein Nordlicht über Bear Lake, Alaska, am 18. Januar 2005 (Quelle: US Air Force, Joshua Strang):



Diese Lichterscheinungen sind an beiden magnetischen Polen zu sehen, d. h. nördlich 60° nördlicher Breite und südlich 60° südlicher Breite. Auf dem nächsten Bild sieht man ein Südlicht über der Antarktis, aufgenommen am 22.04.2006 durch Samuel Blanc (Quelle: Image Editor):



Dänischen Wissenschaftlern ist es nun gelungen, weitere Beweise für den Einfluss der Sonne auf das Klima zu sammeln, siehe dazu die Pressemitteilung Scientists at Aarhus University (AU) and the National Space Institute (DTU Space) show that particles from space create cloud cover. Es konnte in einem Experiment gezeigt werden, dass die galaktische Strahlung in der Erdatmosphäre zur Bildung von Aerosolpartikeln führt, die Kondensationskerne für die Wassertropfen darstellen, aus denen die niedrigen Wolken bestehen. Die folgende Zeichnung zeigt das Auftreffen energiereicher galaktischer Strahlen auf die Atmosphäre und die dadurch ausgelöste Erzeugung von Kaskaden neuer Partikel, darunter auch energiereicher Elektronen, die in der Lage sind, die Kondensationskerne von Wolken zu bilden (Bild: NASA Images):



Die folgende Grafik zeigt die Wirkung der galaktischen Strahlung auf die Wolkenbildung (Quelle: Technical University of Denmark, National Space Institute):



Der Einfluss der Sonnenaktivität auf die Wolkenbildung lässt sich empirisch belegen. Durch Neutronenzählungen an verschiedenen Stationen, z. B. in Oulu (Finnland) seit 1960, weiß man, dass es ein inverses Verhältnis zwischen Sonnenzyklus und der auf der Erdoberfläche eintreffenden galaktischen Strahlung gibt: im Maximum des Sonnenzyklus wird das Minimum der galaktischen Strahlung erreicht. Ein Sonnenzyklus ist normalerweise 11 Jahre lang, er kann aber auch 9 bis 16 Jahren dauern. Es gibt eine Korrelation zwischen der Länge des Sonnenzyklus und seiner Amplitude: je kürzer der Zyklus, desto höher die Amplitude. Ein hoher Ausschlag bedeutet viele Sonnenflecken und einen starken Sonnenwind, der die Erde stärker von der galaktischen Strahlung abschirmt. Das folgende Bild verdeutlicht die Größenordnungen, indem es einen Sonnenflecken maßstabsgetreu zur Erde in Beziehung setzt (Quelle: Institute for Solar Physics der Schwedischen Akademie der Wissenschaften (Sonnenfleck) und NASA Apollo 17 (Erde). Das Foto des Sonnenflecken wurde im Mai 2010 mit dem Swedish 1-m Solar Telescope des Observatoriums auf La Palma, Kanarische Inseln, aufgenommen):



Friis-Christensen und Lassen fanden eine Korrelation zwischen der Länge des Sonnenzyklus und den globalen Temperaturen (Friis-Christensen, E. and Lassen, K., 1991. Length of the solar cycle: An indicator of solar activity closely associated with climate, Science, 254:698-7001991). An einigen der wenigen Temperaturmessreihen, die sich über einen langen Zeitraum erstrecken, konnte diese Beziehung ebenfalls nachgewiesen werden, so z. B. für Armagh in Nordirland durch Butler und Johnson (Butler, C. J. und Johnston, D. J., 1996. A provisional long mean air temperature series for Armagh Observatory, Journal of Atmospheric Terrestrial Physics, 58:1657-1672), für De Bilt, Niederlande, durch Archibald (Archibald, D., 2006. Solar Cycles 24 and 25 and predicted climate response, Energy and Environment, 17:29-38) und für Temperaturdaten aus dem Nordosten der USA ebenfalls durch Archibald (Archibald, D., 2009. Solar cycle 24: Expectation and implications. Energy and Environment, 20:1-11). In diesen Untersuchungen wurde eine starke Korrelation von 0,7° C pro Jahr der Abweichung des Sonnenzyklus von der Dauer seines Vorgängers festgestellt.

Der letzte Sonnenzyklus, in der Zählung der Solarphysiker die Nummer 23, war bereits deutlich schwächer als seine Vorgänger. Er endete im Mai 2009 und erreichte damit eine Dauer von 13 Jahren. Dadurch wurde er 3,4 Jahre älter als der Sonnenzyklus 22. Der oben erwähnte Zusammenhang zwischen Zykluslänge und Temperatur lässt in den mittleren Breiten eine Abkühlung von circa 2,2° C während der Dauer des gegenwärtigen Sonnenzyklus 24 erwarten. Die thermische Trägheit der Ozeane verlangsamt die Abkühlung, kann sie aber nicht verhindern.

Die American Astronomical Society hat am 14. Juni auf dem jährlichen Treffen ihrer Solar Physics Division bekannt gegeben, dass die Ergebnisse von drei unabhängigen Zweigen ihrer Solarforschung auf eine drastische Abschwächung des gegenwärtigen und des nächsten Sonnenzyklus hinweisen, siehe dazu: All three of these lines of research to point to the familiar sunspot cycle shutting down for a while. Es wurde festgestellt, dass der Strahlstrom im Sonneninneren stark nachgelassen hat, die Sonnenflecken auf der sichtbaren Oberfläche der Sonne abnehmen und schwächer werden, und auch die Sonnencorona und -pole Veränderungen in diese Richtung aufweisen, siehe dazu: Sun’s Fading Spots Signal Big Drop in Solar Activity.

Wir wollen hier zumindest auf eine der Studien näher eingehen, von denen in der Mitteilung der AAS die Rede war. Matt Penn, William Livingston und Leif Svalgaard berichten in ihrer Arbeit A Decade of Diminishing Sunspot Vigor von den Ergebnissen ihrer Solarforschung mit dem McMath-Pierce Telescope auf dem Kitt Peak in Arizona. Sie erwarten einen langfristigen Trend zur Abschwächung der Sonnenfleckenstärke und sagen voraus, dass im kommenden Sonnenzyklus 25 kaum oder überhaupt keine Sonnenflecken gebildet werden. Die folgende Grafik zeigt, dass die durchschnittliche Magnetfeldstärke der Sonnenflecken in den Sonnenzyklen 22, 23 und 24 ständig abgenommen hat und hierdurch die magnetische Grenze näher rückt, unter der keine Sonnenflecken mehr entstehen können (Quelle: Penn u. a.):



Die Solar Physics Division der AAS hat in ihrer Pressemitteilung WHAT’S DOWN WITH THE SUN? MAJOR DROP IN SOLAR ACTIVITY PREDICTED erklärt: "A missing jet stream, fading spots, and slower activity near the poles say that our Sun is heading for a rest period ..." Frank Hill, der stellvertretende Direktor des Solar Synoptic Network des National Solar Observatory sagte: "This is highly unusual and unexpected, but the fact that three completely different views of the Sun point in the same direction is a powerful indicator that the sunspot cycle may be going into hibernation." Hill zog aus der bisherigen Forschung den Schluss: "If we are right, this could be the last solar maximum we’ll see for a few decades. That would affect everything from space exploration to Earth’s climate."

Die abnehmende Sonnenaktivität lässt eine globale Abkühlung erwarten, die jener der Jahre zwischen 1645 und 1715 gleicht, als sich die Sonne im Maunderminimum befand, während dem keine Sonnenflecken beobachtet wurden. Diese Periode war der kälteste Zeitraum der Kleinen Eiszeit, in dem sehr kalte und lange Winter sowie kühle Sommer auf der Erde vorherrschten.

Donnerstag, 2. Juni 2011

Natürliche Klimaschwankungen

Die Anhänger der Theorie der katastrophalen anthropogenen globalen Erwärmung (KAGE) behaupten, dass die seit dem 19. Jahrhundert in Schüben stattfindende Erwärmung einmalig in der Erdgeschichte sei. Ein Blick auf die Klimageschichte der gegenwärtigen Zwischeneiszeit zeigt, dass das nicht der Fall ist (Quelle: David Archibald, Solar Cycle 24: Implications for the United States):



Während des Klimaoptimums des Holozän lagen die Temperaturen um mehrere Grad Celsius über den heutigen Werten. Dem entsprechend verlief während der drei Jahrtausende des Klimaoptimums die Baumgrenze in den Alpen 200 bis 300 m höher, in Sibirien und Nordamerika 300 km weiter nördlich als heute. Der Meeresspiegel war zu jener Zeit 2 m höher als in der Gegenwart. "Since the Holocene Optimum about eight thousand years ago, we have been in long term temperature decline at about 0.25 degrees per thousand years." (David Archibald, op. cit.) Die jüngste globale Erwärmung ist also in unserer Zwischeneiszeit nichts Außergewöhnliches.

Die nächste Grafik zeigt die globalen Temperaturen seit 1880 und versucht eine Trendextrapolation bis zum Jahre 2100 (Quelle: Girma Orssengo, Predictions Of Global Mean Temperatures & IPCC Projections):



Wir sehen, dass die globale Temperaturentwicklung in Erwärmungs- und Abkühlungsphasen von jeweils 30 Jahren verläuft. In den 120 Jahren vor der Jahrtausendwende gab es zwei Abkühlungsperioden, eine von 1880 bis 1910 und die andere von 1940 bis 1970; sowie zwei Erwärmungsperioden, eine von 1910 bis 1940 und die andere von 1970 bis 2000. Während des gesamten Zeitraums nahm aber die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre ständig zu. Es gibt deshalb für die Hälfte des Beobachtungszeitraums keine Korrelation zwischen diesem Treibhausgas und dem Temperaturverlauf. Die beiden Abkühlungsphasen widerlegen die herrschende Klimalehre. "...comparison of observed increase in human emission of CO2 with increase in GMTA [Global Mean Temperature Anomaly] during the 20th century shows no relationship between the two. As a result, the claim by the IPCC of climate catastrophe is not supported by the data." (Girma Orssengo, op. cit.) Der Trend zu langfristig steigenden Temperaturen besteht seit dem Dalton Minimum der Kleinen Eiszeit und hat deshalb nichts mit den viel später einsetzenden technischen Kohlendioxidemissionen zu tun, sondern ist Teil eines langfristigen natürlichen Klimazyklus.

Die obige Grafik beruht auf der Auswertung der Daten von Bodenmessstationen, deren Mehrheit durch falsche Standortwahl dem städtischen Hitzeinseleffekt ausgesetzt ist und deshalb systematisch zu hohe Temperaturen angibt. Es lohnt sich daher, die Messungen von Stationen im ländlichen Raum, die vom städtischen Hitzeinseleffekt nicht beeinflusst sind, mit den urbanen Messreihen zu vergleichen. Die folgende Grafik zeigt die Werte von fünf Messstellen in den ländlichen USA von 1893 bis 2003 (Quelle: David Archibald, op. cit.):



Die außerstädtischen Messwerte aus den USA zeigen, dass es zumindest dort zu Beginn des 21. Jahrhunderts kühler war als in den 1930er-Jahren. "The 1.5° temperature decline from the late 1950s to the mid-70s was due to a weak solar cycle 20 after a strong solar cycle 19." (David Archibald, op. cit.) Diese Entwicklung ist weltweit zu beobachten. So war es in Grönland vor achtzig Jahren deutlich wärmer als heute. Der angeblich dominante Klimafaktor Kohlendioxid scheint nur sehr selektiv zu wirken.

"In fact, there is increasing evidence that much of the increase in ground temperature measurements during the 1980s and early 1990s may be more the result of the urban heat island effect, the poor placement of measuring instruments, and even attempts by the compilers of temperature data to manipulate the ground-based station data than it is of actual temperature increases." (Alan Carlin, A Multidisciplinary, Science-Based Approach to the Economics of Climate Change, International Journal of Environmental Research and Public Health, 2011, 8, 985-1031; doi:10.3390/ijerph8040985) Eine Fülle von Beweisen für diese Vermutung liefern Joseph D’Aleo und Anthony Watts in ihrem Artikel Surface Temperature Records: Policy-Driven Deception?, wo sie feststellen:

  1. "Instrumental temperature data for the pre-satellite era (1850-1980) have been so widely, systematically, and uni-directionally tampered with that it cannot be credibly asserted there has been any significant 'global warming' in the 20th century.

  2. All terrestrial surface-temperature databases exhibit signs of urban heat pollution and post measurement adjustments that render them unreliable for determining accurate long-term temperature trends.

  3. All of the problems have skewed the data so as greatly to overstate observed warming both regionally and globally.

  4. Global terrestrial temperature data are compromised because more than three-quarters of the 6,000 stations that once reported are no longer being used in data trend analyses.

  5. There has been a significant increase in the number of missing months with 40% of the GHCN [Global Historical Climatology Network] stations reporting at least one missing month. This requires infilling which adds to the uncertainty and possible error.

  6. Contamination by urbanization, changes in land use, improper siting, and inadequately-calibrated instrument upgrades further increases uncertainty.

  7. Numerous peer-reviewed papers in recent years have shown the overstatement of observed longer term warming is 30-50% from heat-island and land use change contamination.

  8. An increase in the percentage of compromised stations with interpolation to vacant data grids may make the warming bias greater than 50% of 20th-century warming.

  9. In the oceans, data are missing and uncertainties are substantial. Changes in data sets introduced a step warming in 2009.

  10. Satellite temperature monitoring has provided an alternative to terrestrial stations in compiling the global lower-troposphere temperature record. Their findings are increasingly diverging from the station-based constructions in a manner consistent with evidence of a warm bias in the surface temperature record."


Sehen wir uns die Satellitendaten an, die seit 1978 zur Verfügung stehen (Quelle: Arno Arrak, Satellite Data Show No Warming Before 1997. Changes Since Not Related to CO2, zitiert nach Alan Carlin, op. cit.):



Die Grafik zeigt die wirklich weltweiten Temperaturmessungen in der unteren Troposphäre durch die Satelliten, die von der University of Alabama in Huntsville (UAH) und dem Unternehmen Remote Sensing Systems (RSS) betreut werden. Gemessen wird mit einer Microwave Sounding Unit (MSU). Es fällt auf, dass die von den Satelliten gemessenen Temperaturschwankungen mit den periodischen Oszillationen im Pazifik, El Niño (Erwärmung) and La Niña (Abkühlung) genannt, übereinstimmen. Die gelben Punkte in der Grafik bezeichnen die Mitte zwischen diesen ozeanischen Ereignissen. Man sieht, dass von 1978 bis 1997 die Durchschnittstemperatur konstant geblieben ist.

"The record shows global climate oscillations with a period of three to five years and a peak-to-peak amplitude of 0.4 to 0.5 degrees Celsius about a common, fixed mean temperature that lasted from 1978 to 1997. Since this mean temperature did not change for twenty years the late twentieth century warming touted by IPCC and others simply did not happen. The cause of these newly discovered climate oscillations is large-scale periodic movement of ocean waters from shore to shore, part of the El Niño - Southern Oscillation (ENSO) system." (Arno Arrak, op. cit.) Die globalen Zirkulationsmodelle des IPCC berücksichtigen weder die ENSO noch andere periodische ozeanische Oszillationen und sind deshalb nicht in der Lage, das gegenwärtige Wetter zu erklären oder das künftige vorherzusagen.

Der außergewöhnlich starke El Niño von 1998 kann nicht durch das atmosphärische Kohlendioxid erklärt werden. Danach blieben die Temperaturen in der unteren Troposphäre auf einem etwas höheren Niveau konstant, obwohl in diesem Zeitraum die CO2-Konzentration zunahm. "Carbon dioxide cannot explain the lack of warming in the eighties and nineties, nor any of the abrupt warmings that followed, nor the stasis of the twenty first century high, nor the temperature downturn that followed it in 2007 and bottomed out in 2008." (Arno Arrak, op. cit.) Wohin man auch blickt, in den Temperaturdaten ist keine Spur der Treibhausgase zu finden.

Montag, 20. Dezember 2010

Die Sonne bestimmt das Klima

Es gibt viele Beweise für den bestimmenden Einfluss der Sonne auf das globale Klima. Die folgende Grafik zeigt die starke Korrelation von Sonnenaktivität und Temperaturen in der Arktis (Quelle: Willi Soon, "Variable solar irradiance as a plausible agent for multidecadal variations in the Arctic-wide surface air temperature record of the past 130 years", Geophysical Research Letters, vol. 32, L16712, 2005):



In der Arktis zeigen sich Klimaschwankungen besonders deutlich, deshalb sind die obigen Ergebnisse von großer Bedeutung. Einen weiteren Hinweis auf den Zusammenhang von Sonnenaktivität und Klima liefert die Messung der Konzentration von Beryllium 10 Isotopen (10Be) z. B. in Eisbohrkernen. Je aktiver die Sonne, desto weniger 10Be wird in der Atmosphäre produziert. Jürg Beer hat in Eisbohrkernen aus Grönland die Mengen dieses Isotops gemessen und sie mit den zeitgleichen Temperaturen verglichen. Die folgende Grafik zeigt für den Zeitraum von 1720 bis 1990 die große Übereinstimmung zwischen Sonnenaktivität und Temperatur (Quelle: Jürg Beer et al., "The role of the sun in climate forcing", Quaternary Science Reviews, vol. 19, 2000, 403-415):



Jürg Beer stellt dazu fest: "Based on the analysis of historical data we conclude that solar forcing indeed plays an important role in past and present climate change".

Einen weiteren Beweis für die Sonne als dominanten Klimafaktor lieferten U. Neff und sein Team, die in Stalagmiten (stehenden Tropfsteinen) im Oman die Konzentration von Sauerstoff 18 Isotopen (18O) als Indikatoren für Monsunregen bestimmten und diese Werte mit Kohlenstoff 14 Isotopen (14C) aus Baumrinden als Indikatoren für die Sonnenaktivität verglichen. Die folgende Grafik zeigt die enge Wechselbeziehung zwischen Sonne und Klima für den Zeitraum von 9.600 bis 6.200 Jahren vor heute (Quelle: U. Neff et al., "Strong coherence between solar variability and the monsoon in Oman between 9 and 6 kyr ago", Nature 411, 2001, 290-293):



U. Neff schreibt dazu: "The excellent correlation between the two records suggests that one of the primary controls on centennial- to decadal-scale changes in tropical rainfall and monsoon intensity during this time are variations in solar radiation."

Der Einfluss der Sonne auf das Klima erfolgt einerseits über die veränderliche Sonneneinstrahlung (Licht und Wärme), andererseits dadurch, dass die Sonne durch ihren Magnetismus und den von ihr ausgehenden Sonnenwind darüber entscheidet, wieviel kosmische Strahlung die Erdatmosphäre erreichen kann.

In der Aktivität der Sonne sind mehrere Zyklen erkennbar. Der auffälligste ist die in einem Zeitraum zwischen 8 und 15 Jahren sich verändernde Anzahl von Sonnenflecken. Dieser im Durchschnitt elfjährige Sonnenfleckenzyklus wurde erstmals von Heinrich Schwabe ausführlich beschrieben. Während des Maximums dunkler Flecken ist die Sonne heller als während des Fleckenminimums. Zwar verringern die Sonnenflecken die Strahlung, aber die gleichzeitig auftretenden Sonnenfackeln übertreffen im Endergebnis den verdunkelnden Einfluss der Flecken. "Nach den von Satelliten in den vergangenen 20 Jahren gelieferten Strahlungsdaten betrug die Änderung der Sonneneinstrahlung während der Höhepunkte [des Sonnenfleckenzyklus] 1980 und 1990 etwa 1,3 W/m2 [Watt je Quadratmeter], was bedeutete, dass sie 0,1% höher als während der jeweils nachfolgenden Tiefpunkte 1986 und 1996 war. Das ist ein Wert, der dem errechneten Energieeintrag durch die vom Menschen erzeugten Treibhausgase während der gleichen Zeit entspricht." (Ulrich Berner und Hansjörg Streif, "Klimafakten. Der Rückblick - ein Schlüssel für die Zukunft", 4. Auflage, 2004, Seite 21)

Zusätzlich zu dieser Schwankung der Sonneneinstrahlung von 0,1% während des Schwabe-Zyklus gibt es noch Hinweise auf eine langfristige Steigerung der Sonneneinstrahlung während des letzten Jahrhunderts, siehe z. B. die Nachricht: NASA STUDY FINDS INCREASING SOLAR TREND THAT CAN CHANGE CLIMATE, in der berichtet wird, dass eine Forschergruppe unter der Leitung von Richard Willson bei der Analyse der Daten von 3 verschiedenen ACRIM-Satelliten der NASA eine Erhöhung der Sonneneinstrahlung um 0,05% je Jahrzehnt seit den späten 1970er Jahren festgestellt hat. Richard Willson schreibt dazu: "This trend is important because, if sustained over many decades, it could cause significant climate change ... Historical records of solar activity indicate that solar radiation has been increasing since the late 19th century. If a trend, comparable to the one found in this study, persisted throughout the 20th century, it would have provided a significant component of the global warming the Intergovernmental Panel on Climate Change reports to have occurred over the past 100 years."

Einen noch größeren Einfluss auf die globalen Klimaschwankungen als die Variabilität der Sonneneinstrahlung hat die Fähigkeit der Sonne, die Menge an kosmischer Strahlung zu regulieren, welche die Erde erreicht. Die Sonne gibt ständig einen Strom geladener Teilchen ab, den Sonnenwind, der die Erde teilweise von der kosmischen Strahlung abschirmt. Der Sonnenwind verändert sich im Gleichklang mit der Sonnenstrahlung. Bei schwacher Sonnenaktivität ist auch der Sonnenwind weniger mächtig. Je schwächer er ist, desto mehr kosmische Strahlen können in die Atmosphäre eintreten, wo sie die Bildung von Kondensationskernen für niedrige Wolken stark fördern. Dieser Wolkentyp hat eine kühlende Wirkung, weil er die Reflektion der Sonnenenergie verstärkt.

Wenn die Sonne sehr aktiv ist, dann ist auch der Solarwind stärker und ein größerer Teil der kosmischen Strahlung wird blockiert, weniger Wolken werden gebildet und die Erde erwärmt sich. Eine aktive Sonne bedeutet also globale Erwärmung, während eine schwache Sonne uns weniger vor der kühlenden kosmischen Strahlung schützt, was zu einer globalen Abkühlung führt.

Besondere Verdienste in der Aufklärung dieses Zusammenhangs hat der dänische Physiker Henrik Svensmark, der dazu schreibt: "The direct influence of changes in solar irradiance is estimated to be only 0.1 °C. The cloud forcing, however, gives, for the above sensitivity, 0.3–0.5 °C, and has therefore the potential of explaining nearly all of the temperature changes in the period studied." (Henrik Svensmark, "Influence of Cosmic Rays on Earth’s Climate", Physical Review Letters, vol. 81, no. 22, 1998)

Die folgende Grafik (Quelle: Eigil Friis-Christensen and Henrik Svensmark, "What do we really know about the Sun-climate connection?", Advanced Space Research, vol. 20, no. 4/5, 1997, 913-921) zeigt die starke Übereinstimmung zwischen Sonnenflecken (blaue Kurve) und kosmischen Strahlen (rote Kurve):



Die nächste Grafik (Quelle: U. Berner/H. Streif, Klimafakten, op. cit. Seite 21) zeigt die enge Beziehung zwischen kosmischer Strahlung und Wolkenbedeckung:



U. Berner und H. Streif schreiben dazu (Klimafakten, op. cit., Seite 22): "Zwischen Sonnenwind, Erdmagnetfeld und Wolkenbildung bestehen Wechselwirkungen, die über veränderliche Wolkenmengen zu stärkerer oder schwächerer Rückstrahlung der Sonnenenergie führen. Eine Änderung der Wolkenbedeckung (die durch Satellitenbeobachtungen dokumentiert ist) von 3% während eines mittleren elfjährigen Solarzyklus bewirkt nach einer groben Abschätzung eine Änderung im Strahlungsantrieb von 0,8 bis 1,7 Watt pro m2. Eine erhöhte Wolkenbedeckung hat eine insgesamt kühlende Wirkung. Der durch Wolkenbildung ausgelöste Klimaeffekt erscheint bedeutend, insbesondere wenn man ihn mit dem gesamten Strahlungsantrieb der erhöhten bzw. steigenden atmosphärischen CO2-Konzentration vom Jahr 1750 bis heute vergleicht, der auf 1,56 Watt pro m2 geschätzt wird."

Henrik Svensmark und seinem Team ist es gelungen, einen experimentellen Nachweis für die Bildung von Wolken durch kosmische Strahlen zu geben, siehe: Henrik Svensmark, "Cosmoclimatology: a new theory emerges", Astronomy and Geophysics 48, 2007, 118-124. Darin heißt es: "This article so far has summarized the evidence for the climatic role of cosmic rays, which underpins cosmoclimatology:


  • Observations of variations of low cloud cover correlated with cosmic-ray variations;

  • Experimental evidence for the microphysical mechanism whereby cosmic rays accelerate the production of cloud condensation nuclei;

  • The Antarctic climate anomaly as a symptom of active forcing of climate by clouds;

  • Quasi-periodic climate variations over thousands of years that match the variations in radionuclide production by cosmic rays;

  • Calculations that remove an apparent difficulty associated with geomagnetic field variations.



Eine gute populärwissenschaftliche Einführung in das Thema gibt das Buch: Henrik Svensmark & Nigel Calder, "The Chilling Stars: A Cosmic View of Climate Change", Totem Books, 2. Auflage, 2008.

Dienstag, 14. Dezember 2010

Abrupter Klimawandel

Die Anhänger der Theorie einer menschengemachten globalen Erwärmung behaupten, dass der im letzten Jahrhundert aufgetretene Temperaturanstieg so jäh/plötzlich/schlagartig erfolgt sei, wie das nur durch die menschlichen Emissionen von Treibhausgasen möglich wäre.

Diese Behauptung ist falsch, wie sich z. B. anhand von Eisbohrkernen aus Grönland nachweisen lässt. Diese zeigen, dass vor 14.500 Jahren innerhalb eines Jahrzehnts eine Erwärmung auf ein fast zwischeneiszeitliches Niveau stattfand, der dann vor 12.700 Jahren ein plötzlicher Temperaturabsturz in eine weitere Eiszeitperiode folgte, dem Jüngeren Dryas. Der damalige Klimawandel war viel dramatischer als das, was wir heute erleben. "Die Jüngere Dryaszeit begann mit einer raschen Abkühlung innerhalb eines Jahrzehnts" (Wikipedia, op. cit.).

Die jüngere Dryaszeit endete so schlagartig, wie sie begonnen hatte, als vor 11.560 Jahren eine Erwärmung einsetzte, die innerhalb von 10 Jahren die Temperaturen auf nahezu den heutigen Stand anhob. "Schlagartig ging 11.560 Jahre vor heute die Kaltzeit zu Ende, das Holozän begann. Die durchschnittliche Jahrestemperatur stieg um mindestens 5 bis 6°C und das innerhalb von fünf, höchstens fünfzehn Jahren, also rasend schnell!" Quelle: Ulrich Berner und Hansjörg Streif (Hrsg.), Klimafakten. Der Rückblick - Ein Schlüssel für die Zukunft, 4. Auflage, 2004, Seite 136.

Der damalige Klimawandel war extrem, denn in der jüngeren Dryaszeit waren die Sommer um 4°C, und die Winter um 28°C kühler als heute. Der Nordatlantik war bis zu einer Breite von 40°N mit Eis bedeckt, das entspricht ungefähr einer Linie von der Bretagne nach Neufundland.

Diese abrupten Klimaschwankungen können nur natürliche Ursachen gehabt haben. Der globale Temperaturanstieg von ca. 0,8°C seit der Mitte des 19. Jahrhundert befindet sich völlig innerhalb der bisher beobachteten Schwankungsbreite des Klimas. Ulrich Berner und Hansjörg Streif stellen dazu fest (op. cit., Seite 138): "Die geschilderten Klimaschwankungen des Holozän, zu denen auch die historisch belegte Erwärmung während der Stauferzeit sowie die Abkühlung während der Kleinen Eiszeit (14. bis 19. Jahrhundert) gehören, sind genauso dramatisch wie jene Klimaänderungen, die im Verlauf der letzten 150 Jahre beobachtet wurden. Dessen ungeachtet werden die jüngsten Klimaänderungen in der öffentlichen Diskussion - oft ungeprüft - ausschließlich auf Einflüsse der Industrialisierung zurückgeführt."

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Klimazyklus PDO beeinflusst globale Temperaturen

In Ergänzung zu unserem Artikel über natürliche Klimazyklen wollen wir hier ein Beispiel dafür geben, wie sehr diese das globale Klima beeinflussen. Es handelt sich um die Pacific Decadal Oscillation (PDO), die im nördlichen Pazifik auftritt. Die folgende Grafik zeigt den monatlichen Verlauf dieser Oszillation seit 1900 (Quelle: Joint Institute for the Study of the Atmosphere and Ocean:

Die Anhänger der Theorie der menschengemachten globalen Erwärmung interpretieren die Beobachtung, dass die Wolkendecke bei steigenden Temperaturen zurückgeht, als einen Beweis für eine positive Rückkopplung: die Erwärmung bewirke, dass die Bewölkung schrumpfe und das wiederum verstärke die Erwärmung.

Diese Annahme kann aber durch die Messdaten der neuesten Satellitengeneration, die seit 10 Jahren zur Verfügung steht, widerlegt werden. Roy Spencer, der Leiter der Arbeitsgruppe, die für das Advanced Microwave Scanning Radiometer im Aqua Satellitenprogramm der NASA zuständig ist, schreibt dazu: "But how did the researchers know that the warmer temperatures caused the clouds to decrease, rather than the reverse? In other words, how did they know they weren't mixing up cause and effect? It turns out they didn't know. We now have peer-reviewed and published evidence of decreases in cloud cover causing warmer temperatures" (Roy Spencer, The Great Global Warming Blunder: How Mother Nature Fooled the World's Top Climate Scientists, Encounter Books, 2010, Seite 101).

Zu diesen Veröffentlichungen zählen vor allem:

  • R.W. Spencer und W.D. Braswell, "Potential Biases in Cloud Feedback Diagnosis: A Simple Model Demonstration", Journal of Climate 21, 2008, 5624-5628.

  • R.W. Spencer, W.D. Braswell, J.R. Christy, J. Hnilo, "Cloud and Radiation Budget Changes Associated with Tropical Intraseasonal Oscillations", Geophysical Research Letters 54, 2007, doi:10.1029/2007GL029698.


In ihnen wird nachgewiesen, dass es mit Hilfe der modernsten Satellitentechnik, in diesem Fall des Advanced Microwave Scanning Radiometer for EOS (AMSR-E) und des Cloud's and the Earth's Radiant Energy System (CERES), möglich ist, zwischen Strahlungsantrieb (forcing) und Rückkopplung bei Klimazyklen wie der PDO zu unterscheiden. Das erlaubt den Nachweis, dass die PDO Veränderungen in der Wolkendecke in einer Größenordnung verursacht, die für drei Viertel der globalen Temperaturänderungen im letzten Jahrhundert verantwortlich ist.

"Taken together, all this evidence indicates that the climate models are too sensitive, which is why they predict so much global warming for the future. In contrast, the satellite evidence indicates that the climate system is quite insensitive, which means that it doesn'nt really care how big your carbon footprint is. Rather than 1.5 to 6 deg. C (or more) of warming as predicted by the IPCC, a careful examination of the satellite data suggests that manmade warming due to a doubling of atmospheric carbon dioxide could be less than 1 deg. C, possibly much less." (Roy Spencer, op. cit., Seite 102)

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Natürliche Klimazyklen

Ist die seit dem 19. Jahrhundert erfolgte globale Erwärmung menschengemacht oder Ausdruck natürlicher Klimaschwankungen? Sehen wir uns die Fakten an. In den Klimaänderungen sind zyklische Muster erkennbar. Nach ihrem zeitlichen Auftreten unterscheidet man:

Langfristig: Milankovitch-Zyklen


Die von Milutin Milankovitch beschriebenen astronomischen Gesetzmäßigkeiten führen zu langfristigen, wiederkehrenden Änderungen der Sonneneinstrahlung. Es sind dies:

  • Neigungsänderung der Erdrotationsachse. Ihr Neigungswinkel (Obliquität) gegenüber der Umlaufbahn der Erde um die Sonne schwankt im Verlauf von 41.000 Jahren zwischen 22° und 24,8°, gegenwärtig beträgt der Neigungswinkel 23,5°. Die Neigung der Erdachse bestimmt den nördlichen und südlichen Wendekreis der Sonne und damit die Energiemengen, welche die hohen Breiten treffen. Je größer der Neigungswinkel, desto größer die Unterschiede im Energieeintrag an den Polen.

  • Wackeln der Erdachse. Die Erde vollzieht eine Kreiselbewegung ihrer Rotationsachse (Präzession) mit einer Periodizität von 23.000 Jahren. Deshalb fällt der Punkt des geringsten Sonnenabstandes im Verlauf von Jahrtausenden in unterschiedliche Jahreszeiten, woduch die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen gedämpft oder verstärkt werden.

  • Änderung des Radius der Erdumlaufbahn (Exzentrizität). Innerhalb eines Zyklus von 100.000 Jahren ist die Umlaufbahn der Erde um die Sonne mal mehr elliptisch und dann wieder kreisförmiger. Dadurch verändert sich die Entfernung zwischen Sonne und Erde und damit auch die Strahlungsmenge, welche von der Erde empfangen wird. Zur Zeit ist die Orbitalbahn der Erde nicht sehr elliptisch, weshalb der Unterschied in der Sonneneinstrahlung zwischen Sommer und Winter nur 6% beträgt. Wenn die Umlaufbahn elliptischer ist, beträgt diese Differenz 30%. Während die Zyklen von Obliquität und Präzession nur die Energieverteilung auf unserem Planeten beeinflussen, bestimmen die Exzentrizitätszyklen die Energiemenge, die von der Sonne eingestrahlt wird.


Die Milankovitch-Zyklen überlagern sich, wodurch vielfältige Wechselwirkungen entstehen. In den hohen Breiten hat die Obliquität den größten Klimaeinfluss, in niederen Breiten sind hingegen Präzession und Exzentrizität von größerer Bedeutung.

Mittelfristig: 1500-Jahre-Zyklus


Dieser Zyklus wurde erstmals von Willi Dansgaard und Hans Oeschger beschrieben (W. Dansgaard et al., "North Atlantic Climatic Oscillations Revealed by Deep Greenland Ice Cores", in: Climate Processes and Climate Sensitivity, American Geophysical Union, Washington D.C., 1984, 288-98), denen es 1983 erstmals gelungen war, zwei Eisbohrkerne von jeweils 1,5 km Länge aus Tiefbohrungen in der Eiskappe Grönlands zu gewinnen. Die beiden Eissäulen, eine aus dem Norden und die andere aus dem Süden der arktischen Insel, dokumentieren die letzten 250.000 Jahre aus der Klimageschichte der Erde. Niemals zuvor war eine derart lange Zeitspanne in einem Bohrkern verfügbar gewesen.

Dansgaard und Oeschger entdeckten zusätzlich zu den bekannten Eis- und Warmzeiten einen kleineren, gemäßigteren Temperaturzyklus, der sehr regelmäßig während der Eiszeiten verlief, während er in den Wärmeperioden von unterschiedlicher Dauer war. Dieser Zyklus, der sehr gut mit den bekannten Gletschervorstößen und -rückzügen im nördlichen Europa übereinstimmt, hat eine Dauer von durchschnittlich 1.500 Jahren. Innerhalb dieses Zeitraums schwankt die Temperatur in einem Bereich von 4° C im nördlichen Grönland bis zu 0,5° C im Durchschnitt der nördlichen Halbkugel.

Die Temperaturschwankungen in diesem Zyklus sind abrupt, wobei manchmal die Hälfte der zyklischen Änderung in einem Jahrzehnt erreicht wird. Da der Kreislauf in zwei Bohrkernen feststellbar war, die aus fast 2.000 km voneinander entfernten Bohrlöchern stammten, und er überdies mit der Gletschergeschichte Nordeuropas und den Daten aus Meeressedimenten westlich von Irland (N.G. Pisias et al., "Spectral Analysis of Late Pleistocene-Holocene Sediments", Quaternary Research, 1973, 3-9) übereinstimmte, stellte sich die Frage nach seinen Ursachen. Vulkane können als verursachender Faktor ausgeschlossen werden, da es keinen derartigen Zyklus in der vulkanischen Aktivität gibt. Es bleibt nur ein externer Klimafaktor. Dansgaard und Oeschger schrieben: "Since the solar radiation is the only important input of energy to the climatic system, it is most obvious to seek an explanation in solar processes." (Dansgaard et al., op. cit.)

Die Existenz eines 1500-Jahre-Zyklus wurde auch am anderen Ende der Welt, in einem Eisbohrkern aus dem Vostok Gletscher der Antarktis, durch ein russisch-französisches Forscherteam unter der Leitung von Claude Lorius nachgewiesen (C. Lorius et al., "A 150,000-year Climatic Record from Antarctic Ice", Nature 316, 1985, 591-96).

Lloyd Keigwin von der Woods Hole Oceanographic Institution entdeckte einen 1500-Jahre-Zyklus in der Temperatur des Oberflächenwassers des Sargasso Meeres südlich der Bermuda-Inseln. Er schrieb: "Sea surface temperature was 1° C cooler than today 400 years ago (the Little Ice Age) and 1700 years ago, and 1° C warmer than today 1000 years ago (the Medieval Warm Period). Thus, at least some of the warming since the Little Ice Age appears to be part of a natural oscillation." (Lloyd Keigwin, "The Little Ice Age and Medieval Warm Period in the Sargasso Sea", Science 274, 1996, 1503-508)

Eine weitere Bestätigung des 1500-Jahre-Zyklus lieferte Gerard Bond vom Lamont-Doherty Earth Observatory der Columbia University, indem er Gesteinsreste analysierte, die von schmelzenden Eisbergen im südlichen Nordatlantik abgesetzt worden waren. Er schrieb: "Evidence from North Atlantic deep-sea cores reveals that abrupt shifts punctuated what is conventionally thought to have been a relatively stable Holocene climate. During each of these episodes, cool, ice-bearing waters from north of Iceland were advected as far south as the latitude of Britain. At about the same times, the atmospheric circulation above Greenland changed abruptly ... Together, they make up a series of climatic shifts with a cyclicity close to 1470 years (plus or minus 500 years). The Holocene events, therefore, appear to be the most recent manifestation of a pervasive millennial-scale climatic cycle operating independently of the glacial-interglacial climate state." (Gerard Bond et al., "A Pervasive Millennial Scale Cycle in North Atlantic Holocene and Glacial Climates", Science 278, 1997, 1257-1266)

Gerard Bond wies nach, dass es eine Verbindung zwischen den Erwärmungs- und Abkühlungsphasen des Zyklus und der Aktivität der Sonne gibt, indem er Kohlenstoff-14 und Beryllium-10 Isotopen als inverse Indikatoren für Sonnenaktivität nutzte. So war z. B. während des Maunder Solarminimums (1645-1715), der kältesten Periode der Kleinen Eiszeit, die Menge der beiden Isotope auf einem historischen Höchststand. Bond stellte fest, dass die Mengenänderungen dieser Solaraktivitätsindikatoren sehr gut mit den Zyklen der Eisbergablagerungen korrelierten, die er untersucht hatte. Es handelt sich hierbei um neun Kreisläufe, die sich über einen Zeitraum von 12.000 Jahren erstrecken (Gerard Bond, "Persistent Solar Influence on North Atlantic Climate during the Holocene", Science 294, 2001, 2130-2136).

Eine weitere Bestätigung des 1500-Jahre-Zyklus lieferte Peter de Menocal, der vor der Küste Mauretaniens in Tiefseebohrkernen die selben Klimazyklen vorfand, die andere vor ihm schon in grönländischen Eisbohrkernen, im Oberflächenwasser des Sargasso Meeres und in Ablagerungen von Eisbergen im südlichen Nordatlantik entdeckt hatten (P. de Menocal et al., "Coherent High- and Low-Latitude Climate Variability during the Holocene Warm Period", Science 288, 2000, 2198).

Die bisher vorliegenden Forschungsergebnisse weisen nach, dass dieser mittelfristige Klimazyklus folgende Eigenschaften hat:

  1. Er ist global, denn er kann in Grönland, im Nordatlantik, in tropischen Gewässern vor Afrika, im Arabischen Meer, in Alaska, auf den Philippinen und in der Antarktis gefunden werden.

  2. Er ist natürlichen Ursprungs, denn er ist über mehr als eine Million Jahre nachweisbar und existierte deshalb schon lange vor jedem menschlichen Einfluss auf das Klima.

  3. Er ist mächtig, denn die ihn antreibende Kraft ist groß genug, um sich sogar während der Eiszeiten bemerkbar zu machen.


Nur die Sonne ist in der Lage, einen derartigen Klimazyklus zu unterhalten. Ein sonnengetriebener 1500-Jahre-Zyklus kann entstehen, wenn der solare Gleißberg-Zyklus von 87 Jahren und der solare de Vries/Süss-Zyklus von 210 Jahren sich überlagern. "Both numbers are close to prime factors of 1470. Seven of the longer 210-year solar cycles and seventeen of the shorter 87-year solar cycles fit neatly into the Earth's 1470-year climate cycle. If those two independent cycles were occurring simultaneously, they might either add to or cancel each other out, creating the longer and more complex 1470-year climate shift." (Fred Singer und Dennis Avery, "Unstoppable Global Warming Every 1500 Years", Rowman & Littlefield Publishers, Lanham, Maryland, 2008, S. 26)

Die seit dem 19. Jahrhundert erfolgte globale Erwärmung ist nicht menschengemacht, sondern Ausdruck eines natürlichen Klimazyklus. Syun-Ichi Akasofu vom International Arctic Research Center der University of Alaska in Fairbanks schreibt dazu: "There seems to be a roughly linear increase of the temperature from about 1800, or even much earlier, to the present. This warming trend is likely to be a natural change; a rapid increase of CO2 began in about 1940 ... Thus, there is a possibility that only a fraction of the present warming trend may be attributed to the greenhouse effect resulting from human activities. This conclusion is contrary to the IPCC (2007) Report, which states that 'most' of the present warming is due to the greenhouse effect. One possible cause of the linear increase may be that the Earth is still recovering from the Little Ice Age." (S. Akasofu, "Is the Earth still recovering from the 'Little Ice Age'? A possible cause of global warming")

Die folgende Grafik (Akasofu, op. cit., Seite 2) zeigt, dass der gesamte Temperaturanstieg seit 1880 durch natürliche Klimaänderungen erklärbar ist:

Kurzfristig: PDO und AMO


Zusätzlich zu den lang- und mittelfristigen Klimazyklen wirken auch noch mehrere kurzfristige Klimakreisläufe, wie z. B. die Pacific Decadal Oscillation (PDO) und die Atlantic Multidecadal Oscillation (AMO), die ebenfalls überhaupt keine Korrelation mit den Treibhausgasen erkennen lassen. Die Ursachen dieser Zyklen sind noch weitgehend unbekannt, aber wir wissen, dass sie eine messbare Wirkung auf das Klima haben. Nicht nachweisbar hingegen ist ein Einfluss des Menschen auf irgendeinen Klimazyklus.