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Donnerstag, 16. Februar 2012

Feminismus missachtet Naturgesetze

Die Feministen und Feministinnen geben sich der Illusion hin, dass der Mensch durch seine soziale Umwelt beliebig formbar sei. In ihrer Ideologie gibt es kein biologisch determiniertes menschliches Verhalten, weder im kognitiven Bereich noch bei den Charaktereigenschaften. Danach kann die Frauen- und Mutterrolle durch Parteitagsbeschlüsse festgelegt werden, auf die menschliche Natur ist keine Rücksicht zu nehmen.

Diese Weltanschauung liefert die Rechtfertigung für die Kollektivierung, d. h. Verstaatlichung der Kindererziehung. Der Staat greift nach den Kindern, indem er finanziellen Druck und ideologische Propaganda einsetzt, um sie nach seinem Bilde zu formen und um der politisch mächtigen Erzieher- und Lehrerschaft Beschäftigung zu verschaffen. Um das zu erreichen sollen die Eltern möglichst früh von ihren Kindern getrennt werden, die in Kinderkrippen, Kindergärten und Ganztagsschulen unter das Kommando des Staates kommen.

Diese Politik verstößt gegen die menschliche Natur, insbesondere die der Kleinstkinder. Sie benötigen nach der Geburt, der Ent-Bindung, sofort wieder Bindung, nämlich zur Mutter. Ihre ständige Präsenz ist für deren positive Entwicklung unentbehrlich. Nur die Mutter kann durch Stillen das Kleinkind artgerecht ernähren.

Das folgende Bild zeigt Isis, die Horus stillt (Bildquelle):




Die Muttermilch ist immer keimfrei, frisch und richtig temperiert. Ihre Zusammensetzung ist optimal abgestimmt auf das jeweilige Entwicklungsstadium des Kindes. Auch mengenmäßig sind Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht, wenn nach Bedarf gestillt wird. Zusätzlich zu Wasser, Eiweißen, Fetten und Kohlehydraten enthält die Muttermilch noch Vitamine, Mineralstoffe und Abwehrstoffe, wie Immunglobuline und sogar lebende Zellen. Welche Abwehrstoffe konkret vorhanden sind, hängt davon ab, mit welchen Erregern die Mutter Kontakt hatte. Insofern ist jede Muttermilch ein individuelles Produkt der jeweiligen Mutter für ihr Kind, das auf diese Weise vor allen Infektionskeimen geschützt wird, die für seine häusliche Umwelt spezifisch sind.

Es gibt kein Produkt, weder im Tierreich noch in der Industrie, das die Muttermilch vollwertig ersetzen könnte. Die wichtigsten Eiweiße in der Milch sind Kasein, das klumpig gerinnt, und Lactalbumin, das sehr viel feiner strukturiert und deshalb erheblich besser verdaulich ist. Die Muttermilch enthält Kasein und Lactalbumin im Verhältnis 2:3, während in der Kuhmilch die beiden Eiweiße im Verhältnis 4:1 vorkommen. Deshalb enthalten die auf Kuhmilch basierenden Ersatznahrungsmittel einen hohen Anteil schwer verdaulichen Eiweißes, das im Verdauungstrakt des Kindes zähe Klumpen bildet.

4% der Muttermilch bestehen aus Fetten, die deutlich mehr langkettige, ungesättigte Fettsäuren enthalten als das Kuhmilchfett, das ein Kleinkind nur schlecht verwerten kann. Die Fettsäuren der Muttermilch fördern besonders den Aufbau der Zellmembranen, des Nervensystems und des Gehirns. Die menschliche Muttermilch ist auf Gehirnentwicklung ausgerichtet, die Kuhmilch begünstigt hingegen das Muskelwachstum, während z. B. Robbenmilch vor allem den Aufbau von Fettgewebe begünstigt.

Es gibt noch viele weitere physiologisch wertvolle Inhaltsstoffe der Muttermilch, die sie zur bestmöglichen Ernährung von Kleinkindern machen. Über längere Zeit nach Bedarf gestillte Kinder können ihr instinktives Grundbedürfnis nach Bindung zur Mutter befriedigen. Das fördert die seelische Gesundheit und Beziehungsfähigkeit während der gesamten Lebenszeit. Die auf Gehirnentwicklung optimierte Muttermilch fördert auch die Intelligenz. Eine längere Stillzeit hebt den IQ um 6 Punkte. Sie senkt überdies lebenslang das Risiko, an Multipler Sklerose oder Krebs zu erkranken sowie Herz- und Gefäßpathologien oder Allergien zu entwickeln.

Aus diesen Gründen ist es klar, dass die ständige Anwesenheit der Mutter in den ersten drei Lebensjahren ihres Kindes unverzichtbar ist. Die WHO empfiehlt sechs Monate voll zu stillen und danach bis zur Beendigung des 2. Lebensjahres das Teilstillen. Im Gegensatz dazu empfehlen in Deutschland die staatlichen Stellen, nur vier bis sechs Monate zu stillen und danach künstliche Milchnahrung zu füttern. Hier zeigt sich ein Widerspruch in der ökosozialistischen Ideologie. Die Grünen, die alle Feministen sind, verabscheuen üblicherweise das Künstliche und technisch Erzeugte, da sie das Natürliche und Unverfälschte nach eigener Aussage so lieben. Das gilt aber nicht für Muttermilch und Babyersatznahrung. Wenn es der eigenen Bequemlichkeit dient, werden ideologische Grundsätze außer Kraft gesetzt.

Zur feministischen Politik gehört es auch, schon Kleinstkinder in Kinderkrippen und Kindertagesstätten abzuschieben. Das Bundesfamilienministerium will 500.000 neue Krippenplätze bis 2013 schaffen. Jedes dritte Kind unter drei Jahren soll sich tagsüber in einer Kindereinrichtung aufhalten. Ab 2013 gibt es einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz vom vollendeten ersten bis zum dritten Lebensjahr. Einflussreiche politische Kräfte fordern sogar eine Krippenpflicht ab dem 2. Lebensjahr.

Allen Beteiligten ist bekannt, wie sehr die betroffenen Kinder sich gegen die Trennung von ihren Müttern durch Weinen und Schreien wehren. Das kann aber die Anhänger des Feminismus nicht rühren. Sie behaupten, dass man Kinder nicht zu sehr verwöhnen darf und dass diese frühzeitig auf die Härte des Lebens vorbereitet werden müssen. Das sagen die selben Gutmenschen, die später gegenüber den älteren Kindern eine Laissez-faire Erziehung betreiben.

Der Feminismus ermächtigt die Frauen nicht, sondern er nimmt ihnen ihre größte Stärke, nämlich eine gute Mutter sein zu können. Er ist verantwortlich für dramatische Mängel in der Kinderbetreuung, die zu vermeidbaren Krankheiten, unheilbaren psychischen Wunden und verkürzter Lebenserwartung bei den Betroffenen führen.

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Donnerstag, 1. Dezember 2011

Thilo Sarrazin und die MINT-Lücke

Thilo Sarrazin ist sehr angegriffen worden, weil er in seinem Bestseller Deutschland schafft sich ab festgestellt hat, dass die bildungsfernen Angehörigen der Unterschicht mehr Kinder bekommen als die bildungsnahen Schichten und dass dadurch eine Verschlechterung des Humankapitals eingetreten ist, die sich in Zukunft noch verschärfen wird. Wenn Sarrazin recht hat, dann müsste eine Reduktion der personengebundenen Wissensbestandteile der Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar sein. Genau das ist seit längerer Zeit der Fall.

Die Absolventen der Fachgebiete Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) sind heutzutage Mangelware. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat in seinem MINT-Report 2011 errechnet, dass die Fachkräftelücke in diesem Bereich bei rund 167.000 Personen liegt. Arbeitsplätze in dieser Größenordnung bleiben unbesetzt, weil dafür trotz intensiver Suche der Unternehmen keine geeigneten Bewerber zu finden sind. Es gibt viele Initiativen zur Förderung der MINT-Studien, siehe z. B. MINT Zukunft schaffen, aber sie alle können nicht verhindern, dass die MINT-Lücke langfristig immer größer wird.

Auch im mittleren Qualifikationsbereich gibt es einen erheblichen Fachkräftemangel. Nach Berechnungen der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft fehlten am deutschen Arbeitsmarkt im Jahr 2010 rund 840.000 qualifizierte Arbeitskräfte, worunter man Personen mit einem berufsbildenden Abschluss zu verstehen hat. Diese Verschlechterung des Humankapitals ist in allen Ländern feststellbar, in denen das von Sarrazin beschriebene Reproduktionsverhältnis der Sozialschichten anzutreffen ist. Ein Beispiel dafür gibt der Artikel Wanted: 10 million skilled workers von Michael Morris, dem chief executive officer von American Electric Power, in dem es heißt: "Our nation is facing a perplexing dichotomy today. Millions of Americans can’t find jobs - some have even given up looking - yet employers are saying they can’t find the skilled workers they need to fill critical positions. ... According to a recent survey by Manpower, skilled trades rank No. 1 in the nation for 'difficulty of filling jobs due to the lack of talent.'"

Die sich vergrößernde Fachkräftelücke ist ein unlösbares Problem für die Linke, die eine Vererbbarkeit der Intelligenz kategorisch ausschließt. Wenn die kognitiven Fähigkeiten und damit die Schulleistungen ausschließlich umweltbedingt wären, dann würde der ungenügende Ausbildungsstand vieler Schüler bedeuten, dass die Schulen, also konkret die Lehrer, massenweise in erheblicher Weise ihre Aufgabe nicht erfüllt haben. Die Schuld auf die Eltern der Schulversager zu wälzen ist nur sehr eingeschränkt möglich, weil heute die Erziehung von der Krippe bis zur Ganztagsschule weitgehend außerhalb des Elternhauses stattfindet. Die Gutmenschen haben hier ideologisch nur zwei Optionen: entweder sind die Lehrer, die in ihrer großen Mehrheit links denken und handeln, in der Unterrichtung von Millionen von Schülern völlige Versager, oder die Fehlleistungen der Schule sind durch eine Verschlechterung des Genbestandes der Schüler zu erklären.

Die negative Veränderung des Humankapitals ist nicht nur in der Schrumpfung der Zahl der Leistungsträger, sondern auch in der starken Ausweitung der nicht erwerbstätigen Unterschicht erkennbar. "Die Zahl der ausschließlich von Sozialhilfe lebenden Kinder unter 15 Jahren sprang von rund 130.000 im Jahre 1965 (nur Westdeutschland) über 630.000 im Jahre 1991 auf 1,7 Millionen im Februar 2010." (Quelle: Gunnar Heinsohn: Sozialhilfe auf fünf Jahre begrenzen) Bereits 20% aller Kinder werden überwiegend mit Steuergeld (Hartz IV u. a.) finanziert, Tendenz steigend. Während Frauen außerhalb von Hartz IV im Durchschnitt nur ein Kind haben, also nur knapp die Hälfte dessen, was für eine Bestandserhaltung erforderlich wäre, vermehrt sich die vom Sozialstaat finanzierte Unterschicht stark.

Gunnar Heinsohn stellt dazu fest: "Eine demographische Zukunft haben nur die Bildungsfernen. So besteht im Februar 2010 die Hartz-IV-Bevölkerung von 6,53 Millionen Menschen zu 26 Prozent aus Kindern unter 15 Jahren (1,7 Millionen). Im leistenden Bevölkerungsteil von 58 Millionen Bürgern unter 65 Jahren dagegen gibt es nur 16 Prozent Kinder (9,5 Millionen). Doch selbst der 26-Prozent-Kinderanteil in Hartz IV ist nur ein Anfang. Er wird weiter wachsen, weil er bei den Kleinsten schon sehr viel höher liegt. So hatte Bremerhaven vergangenes Jahr zwar 'nur' 33 Prozent der Kinder von 7 bis 15 Jahren auf Hartz IV. Bei den 0- bis 3-Jährigen aber waren es 45 Prozent." Die Konsequenzen dieser schichtspezifischen Fruchtbarkeitsunterschiede betreffen nicht nur den Arbeitsmarkt. "So sind in der Hartz-IV-Musterkommune Bremerhaven die Jungen in Sozialhilfe mit einem Anteil von rund 40 Prozent an der männlichen Jugend für mehr als 90 Prozent der Gewaltkriminalität verantwortlich." (Gunnar Heinsohn, op. cit.)

Veränderungen in der Qualität des Humankapitals bewirken proportionale Änderungen im Wohlstand der Nation. Richard Lynn und Tatu Vanhanen haben in ihrem Buch IQ and the wealth of nations nachgewiesen, dass es eine kausale Beziehung zwischen der durchschnittlichen nationalen Intelligenz (IQ) und dem wirtschaftlichen Entwicklungsstand einer Nation gibt. Die Korrelation zwischen dem nationalen IQ und dem Volkseinkommen ist sehr hoch. Für die von Lynn/Vanhanen untersuchten 81 Staaten beträgt der Korrelationskoeffizient 0,73. In den Sozialwissenschaften haben Korrelationen von 0,2 eine niedrige, von 0,4 eine mittlere und von über 0,6 eine hohe Aussagekraft. Deshalb ist die von den Autoren ermittelte Kennziffern von 0,73 ein sehr eindrucksvoller Hinweis auf die enge Beziehung zwischen nationalem IQ und dem Wohlstand einer Nation. Die folgende Grafik zeigt die globale Intelligenzverteilung nach Lynn/Vanhanen (Bildquelle):



Die Farbe der Länder in der Grafik zeigt anhand des RGB-Farbspektrums die Intelligenzverteilung in Kategorien von je 5 IQ-Punkten, beginnend mit dunkelrot entsprechend einem IQ von <65 und endend mit violett entsprechend einem IQ von >105.

Die Korrelation des Pro-Kopf-Einkommens mit der wirtschaftlichen Freiheit beträgt übrigens 0,63, die damit für den Wohlstand fast so bedeutend ist wie das Intelligenzniveau. Der ökonomische Entwicklungsstand einer Nation beruht auf diesen beiden Voraussetzungen. Wenn eine der beiden nicht gegeben ist, dann kann die andere noch so ausgeprägt sein, ohne dass es zu einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung kommt. Ein Beispiel dafür bietet China, das in den Jahrhunderten vor der wirtschaftlichen Liberalisierung durch Deng Xiaoping in Stagnation und Armut lebte. Schlagartig mit der Gewährung von wirtschaftlicher Freiheit Ende der 1970er Jahre begann der rasante Aufstieg des Landes, wobei zu bedenken ist, dass die chinesische Bevölkerung vor den Reformen nicht weniger intelligent war als in den Erfolgsjahren danach.

Das bedeutet aber auch, dass man von der wirtschaftlichen Freiheit nicht alles erwarten darf. So richtig und wohltuend sie in jedem Fall auch ist, um ihr Potential voll auszuschöpfen, bedarf es einer intelligenten Bevölkerung, die die Freiheitschance zu nutzen versteht. Wenn die Reformen von Deng Xiaoping in einem Land südlich der Sahara eingeführt würden, könnte man nicht hoffen, dort die gleichen Ergebnisse zu erzielen wie in China.

Es ist so, wie Robert Heinlein es beschrieben hat: "Throughout history, poverty is the normal condition of man. Advances which permit this norm to be exceeded -- here and there, now and then -- are the work of an extremely small minority, frequently despised, often condemned, and almost always opposed by all right-thinking people. Whenever this tiny minority is kept from creating, or (as sometimes happens) is driven out of a society, the people then slip back into abject poverty. This is known as 'bad luck'."

Mittwoch, 13. Juli 2011

Schrumpfvergreisung und Dequalifizierung

Nahezu jeder Deutsche bekennt sich zum Ökoschlagwort "Nachhaltigkeit". Aber leben die vielen Moralapostel auch nach ihren vollmundigen Bekundungen? Sehen wir uns in diesem Zusammenhang das Reproduktionsverhalten der Deutschen an.

Die Fruchtbarkeitsrate (total fertility rate = Kinder pro Frauenleben) in den deutschsprachigen Staaten Deutschland, Österreich und Schweiz beträgt 1,4 (Quellen: Index Mundi und IDB des U.S. Census Bureau). Unterhalb einer Fruchtbarkeitsrate von 2,1 schrumpft die Bevölkerung. Die gegenwärtig bei uns erreichte Zahl von Kindern pro Frau beläuft sich auf zwei Drittel dessen, was für eine Bestandserhaltung erforderlich wäre. Das bedeutet, dass jede deutsche Generation um ein Drittel kleiner ist als die vorhergehende. Die folgende Tabelle zeigt einige der Länder, in denen die Fruchtbarkeitsrate unter der Bestanderhaltungsgrenze liegt (Quelle: Gunnar Heinsohn, Können wir uns den Sozialstaat noch leisten? Schrumpfvergreisung und Dequalifizierung in Deutschland):



Die obige Tabelle verdeutlicht, dass niedrige Geburtenzahlen ein weltweites Phänomen sind, das in kulturell ganz unterschiedlichen Ländern auftritt. Im Jahre 2007 hatten 64 Staaten eine Fruchtbarkeitsrate von weniger als 2,1. Diese Zahlen sind das Ergebnis eines langfristigen Trends. In Deutschland entfielen im Verlauf der letzten zwei Jahrhunderte auf 1.000 Einwohner so viele Neugeborene:

  • 1818: 45

  • 1889: 39

  • 1900: 36

  • 1916: 18

  • 1933: 15

  • 1939: 19

  • 2009: 8


Der Rückgang in der Fruchtbarkeit ist ein säkularer Prozess, der scheinbar unbeeinflusst von politischen Ordnungen abläuft. Im Jahre 1900 hatte Deutschland 56 Millionen Einwohner und 2.016.000 Neugeborene, während im Jahre 2009 die nunmehr 82 Millionen Einwohner nur mehr 650.000 Neugeborene zeugten, d. h. eine nahezu um die Hälfte größere Bevölkerung hat nur ein knappes Drittel der Geburten, die vor einem Jahrhundert erreicht wurden. Zum Vergleich: in Westafrika kommen auf 1.000 Einwohner 43 Neugeborene.

Der Rückgang der Geburten bei gleichzeitiger Erhöhung der Lebenserwartung führt zu einer Überalterung der Gesellschaft, die sich sogar im Jahresvergleich deutlich manifestiert, wie die folgende Tabelle zeigt, die den Medianwert in der Altersverteilung angibt, also den Wert, der die Bevölkerung in zwei gleich große Teile teilt, wobei die eine Hälfte unter und die andere Hälfte über dem Medianalter liegt (Index Mundi, Median Age:



Die Bevölkerung schrumpft, wenn der Geburtenrückgang nicht durch die Migration ausgeglichen werden kann. Die nächste Tabelle dokumentiert die negativen Wachstumsraten der Bevölkerung Deutschlands in den letzten Jahren. (Index Mundi, Germany Population Growth Rate):



Wenn wir den langfristigen Trend der Bevölkerungsentwicklung in das nächste halbe Jahrhundert fortschreiben, ist für Deutschland im Jahre 2060 zu erwarten (Quelle: Gunnar Heinsohn, op. cit.):

  • 65 Millionen Einwohner unter der optimistischen Annahme, dass pro Jahr 100.000 Qualifizierte einwandern (gegenwärtig nur 700) und nicht mehr 150.000 Qualifizierte jährlich auswandern, wie das zur Zeit der Fall ist.

  • 30 Millionen werden zwischen 24 und 64 Jahren alt sein, von denen 22,5 Millionen arbeiten und direkte Steuern zahlen, wenn die Quote der Hartz-IV-Empfänger bei 10% bleibt und der Anteil von Hausfrauen, Umschülern und vorübergehend Arbeitslosen 15% beträgt.

  • 22 Millionen werden über 65 Jahre alt sein, davon 11 Millionen über 80, von denen 2,5 Millionen dement sind, wenn bis dahin nicht ein revolutionärer medizinischer Erfolg in der Behandlung von Altersdemenz erzielt wird.

  • 13 Millionen werden jünger als 24 Jahre sein, das ist nur ein Fünftel der Gesamtbevölkerung.


Unter den obigen Annahmen würden in 50 Jahren die 22,5 Millionen Arbeitenden, die übrigens ein hohes Durchschnittsalter von weit über 50 Jahren hätten, für 42,5 Millionen zu Versorgende aufkommen müssen, d. h.: auf 100 Versorger kommen 189 Versorgte. Die obigen Zahlen entsprechen dem bestmöglichen Szenario. Unter realistischen Annahmen kommt man auf 55 Millionen Einwohner im Jahre 2060, die noch ungünstigere Leistungsdaten aufweisen als oben dargestellt. Das ist eine Last, die sogar eine leistungsfähige Erwerbsbevölkerung kaum auf sich nehmen könnte.

Die zukünftige Bevölkerung Deutschlands wird aber weniger leistungsfähig sein als die heutige. Ein Grund dafür ist die Einwanderungspolitik der deutschen politischen Klasse, die nicht die Leistungsfähigen ins Land holt, sondern offenbar ein neues Proletariat importieren will, nachdem die einheimische Arbeitnehmerschaft sich zu großen Teilen verbürgerlicht hat. In Deutschland sind nur 5% der Einwanderer besser qualifiziert als der Durchscnitt der Bevölkerung, in Kanada sind es hingegen 99% und in Australien 85%. "Nirgendwo liegen Migrantenkinder tiefer unter dem einheimischen Leistungsniveau als in Deutschland" (Gunnar Heinsohn, op. cit.). Im Jahre 2008 hatten 60% der Einwanderer keinen Berufsabschluss, von den türkischen Migranten waren es 76%, unter den Nichtmigranten gehören 33% zu diesen Schulversagern.

Die überdurchschnittlichen Leistungen einiger Migrantenkinder, besonders jener ostasiatischer Herkunft, beruhen nicht auf einer besonderen schulischen Förderung, sondern sind zum größten Teil genetisch bedingt. "Wir haben gezeigt, dass die relativ gute Leistung von Immigrantenkindern in Ländern wie Australien und Neuseeland den Selektionskriterien der Einwanderungsgesetze geschuldet ist. Unsere Analyse spricht dafür, das selektive Einwanderungspolitiken auch in der übrigen westlichen Welt das allgemeine Leistungsniveau von Immigrantenkindern erhöhen können." (Mark Levels, Jaap Dronkers, Gerbert Kraaykamp, "Immigrant Children's Educational Achievement in Western Countries: Origin, Destination, and Community Effects on Mathematical Performance", American Sociological Review, Bd. 73, Oktober 2008, 835-853)

Die Auswirkungen einer falschen Einwandererauswahl sieht man an den folgenden Kennziffern: bei den 15-jährigen befinden sich auf der schlechtesten PISA-Stufe im Lesen in Deutschland 44,1% der Migranten und 13,6% der Einheimischen, während die entsprechenden Zahlen für Kanada 5,5% und 8,4% sind. Diese Leistungsunterschiede lassen sich nicht mit einer unterschiedlichen Qualität des Unterrichts in den jeweiligen Ländern erklären.

Ein weiterer Grund für die abnehmende Qualifizierung der deutschen Bevölkerung ist die unterschiedliche Fruchtbarkeit der sozialen Schichten, wobei im Durchschnitt gilt: je höher der Bildungsstand, desto geringer die Zahl der Nachkommen. Am stärksten vermehrt sich unter den Bedingungen des Sozialstaats die vom Staat alimentierte Unterschicht, die ihr Einkommen stark verbessern kann, wenn sie Kinder zeugt. In der Nachkriegszeit hat sich die Zahl der Minderjährigen unter 15 Jahren, für die Sozialhilfe bezogen wird, stark vermehrt, obwohl in dieser Zeit das Durchschnittseinkommen gestiegen ist. Im Jahre 1964 bezogen 130.000 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren Sozialhilfe, 1994 waren es 700.000 (+438%), 2005 waren es schon 1.650.000 (+1.169%), im letzten Jahr bezogen circa 2.000.000 von ihnen Sozialhilfe. Diese Explosion der Transferempfänger beruht nicht auf einer allgemeinen Verarmung der Bevölkerung, sondern auf dem numerischen Anwachsen der Begünstigten einer Sozialpolitik, die faktisch Zeugungsprämien vergibt.

Eine zwanzigjährige Sozialhilfeempfängerin mit zwei Kindern bekommt bis zu ihrem 50. Lebensjahr etwa 415.000 € vom Staat an Sozialleistungen (Quelle: Gunnar Heinsohn, op. cit.). Ein Kind in einer Hartz-IV-Familie kostet bis zu seinem 16. Lebensjahr dem Steuerzahler 190.000 € (2 Jahre Intensivkrippe vom 18. - 42. Monat: 35.000 €, Kindergarten vom 43. – 72 Monat: 15.000 €, 10 Jahre Schule à 6.000 € pro Schülerjahr: 60.000 €, 16 Jahre Sozialhilfe à 5.000 € pro Jahr: 80.000 €). Das ist ein verlockendes Angebot für gering Qualifizierte, die auf dem regulären Arbeitsmarkt kaum mehr verdienen können. Das Zeugen von staatlich versorgten Kindern wird unter diesen Voraussetzungen zu einem lukrativen Erwerbszweig für die Unterschicht, der gerne genutzt wird. Einige Beispiele: in Schwerin leben 38% aller Kinder in Familien, die Hartz IV bekommen, in Bremerhaven sind es 37% (45% der 0-3 Jährigen), in Frankfurt/Oder und Stralsund fallen 36% der Kinder in diese Kategorie, in Berlin sind es 35% (Quelle: Anteil der in Hartz IV-Familien lebenden Kinder unter 15 Jahren in ausgewählten Städten und Kreisen in Deutschland).

Aus dem unterschiedlichen Reproduktionsverhalten der sozialen Schichten ergibt sich eine Dequalifizierungsspirale nach unten. So kamen z. B. in Deutschland im Jahre 2007 auf 100 Ingenieure im Alter von 55 bis 64 Jahren nur 90 Ingenieure im Alter von 25 bis 34 Jahren (Quelle: Autorengruppe Bildungsberichterstattung, Bildung in Deutschland 2008). Die unterschiedliche Fruchtbarkeit führt auch zu einer Vergreisung der Gesamtbevölkerung (Medianalter der männlichen Bevölkerung: 44 Jahre) und zu einer Verjüngung der Unterschicht (Medianalter der männlichen Bezieher von Hartz IV: 26 Jahre).

Aus den obigen Daten geht hervor, dass die Bevölkerung Deutschlands keinen nachhaltigen Entwicklungspfad verfolgt. Die abnehmende Zahl der Leistungsfähigen wird den deutschen Sozialstaat in absehbarer Zeit unfinanzierbar machen. Es besteht keine Hoffnung, dass in nennenswertem Ausmaß qualifizierte Ausländer bei uns einwandern werden, denn sie müssten:

  • das relativ größte Sozialbudget der Welt finanzieren (Steuereinnahmen des Bundes im Jahre 2010: 235 Milliarden Euro, Sozialausgaben: 163 Mrd. €, Schuldendienst: 40 Mrd. €, d. h. 86% der Steuereinnahmen werden für Soziales und die Schuldenbedienung ausgegeben);

  • die nicht ausbildungsfähigen Jugendlichen versorgen, die in Deutschland ein Viertel aller Jugendlichen ausmachen und damit einen Anteil erreichen, der so hoch ist wie nirgendwo in den entwickelten Ländern;

  • eine Steuerlast von 55% tragen, gegenüber einer Steuerquote von nur etwa 30% in angelsächsischen Ländern;

  • zusätzlich noch Deutsch lernen, das im Gegensatz zu Englisch heute nicht mehr eine weltweit anerkannte Wissenschafts- und Geschäftssprache ist.


Die negative Selektion in der Einwanderungspolitik und die gezielte Förderung der Fruchtbarkeit bildungsferner Schichten durch den Sozialstaat ergeben eine dysgenische Bevölkerungspolitik, die das genetische Potential des deutschen Humankapitals kontinuierlich verschlechtert. Die verheerenden Folgen dieser Fehlsteuerung zeigen sich bereits jetzt sehr deutlich und sie werden sich dramatisch verschärfen, denn eine Industriegesellschaft kann nur existieren, wenn eine ausreichend hohe Zahl von Leistungswilligen und -fähigen sie trägt.

Eine weiterführende Diskussion des Themas findet sich in dem Buch A Farewell to Alms: A Brief Economic History of the World von Gregory Clark.

Montag, 14. Februar 2011

Sündenböcke in Ägypten und Tunesien

Die meisten Menschen gingen auf die Straßen, weil sie für ihre verschlechterte wirtschaftliche Lage die jeweiligen Regierungen verantwortlich machten. Diese Schuldzuweisung ist aber nicht gerechtfertigt, wie ein Blick auf die makroökonomischen Daten zeigt. Während der Regierungszeit der gerade gestürzten Präsidenten erreichten die beiden Länder ein beachtliches Wirtschaftswachstum. In Tunesien wuchs die Wirtschaft von 2005 bis 2008 um jährlich 6%, im weltwirtschaftlich bedingten Rezessionsjahr 2009 immerhin noch um 3%. Das Wachstum der ägyptischen Volkswirtschaft war in etwa gleich groß. Das ist eine mehr als zehn Mal höhere Wachstumsrate als wir sie in Deutschland zustande bringen, wo das BIP von 2005 bis 2009 jahresdurchschnittlich um 0,43% stieg.

Die soeben davongejagten Regierungen haben einige wirtschaftspolitische Fehler zu verantworten, wie zu hoher Staatsanteil an der Wirtschaft in Ägypten oder Außenhandelsmonopole für einige Nahrungsmittel in Tunesien, aber die jetzt verteufelten Herrscher haben auch einiges richtig gemacht. Die Regierung Mubarak hat die Körperschafts- und Einkommenssteuer deutlich gesenkt, eine fühlbare Entbürokratisierung durchgesetzt, einen Markt für Hypothekarkredite geschaffen und die Günstlingswirtschaft im Bankwesen eingeschränkt. Das wurde von ausländischen Investoren anerkannt, deren Direktinvestitionen die ägyptische Wirtschaft in den vergangenen Jahren gestärkt haben. Besonders profitiert haben die Textil-, Bekleidungs- und Nahrungsmittelindustrie sowie der Tourismus. Jedes Jahr reisten mehr als 12,5 Millionen ausländische Urlauber nach Ägypten.

Tunesien hatte bisher über 7 Millionen ausländische Besucher pro Jahr. Das Weltwirtschaftsforum sieht in seinem Global Competitiveness Index 2010–2011 Tunesien unter 139 analysierten Ländern auf Platz 32, vor Tschechien (36), Polen (39), Spanien (42) und Italien (48). Danach ist Tunesien das wettbewerbsfähigste Land Afrikas. Ägypten kommt in diesem Wettbewerbsfähigkeitsranking nur auf Platz 81, liegt damit aber immer noch vor Griechenland (83), Albanien (88) oder Ukraine (89). "Der für die vergleichende Analyse der Wettbewerbsfähigkeit eines Landes relevante Global Development Index untersucht unter anderem die Bereiche Institutionen, Infrastruktur, makroökonomische Rahmenbedingungen, Gesundheit und Ausbildung sowie die Effizienz des Arbeits- und Gütermarktes und Innovationsfähigkeit. Mit dem 7. Platz schneidet Tunesien besonders gut bei der Verfügbarkeit von Forschern und Ingenieuren ab. Ganz erstaunlich ist das Ergebnis nicht, wenn man bedenkt, dass Tunesien 7% seines Bruttoinlandsproduktes für die Bildung verwendet und 1,2% für Forschung und Entwicklung." (Quelle: Länder-Ranking bestätigt hohe Wettbewerbsfähigkeit). Es ist schwer vorstellbar, dass neue Regierungen diese Zahlen übertreffen könnten.

Warum dann die weit verbreitete Unzufriedenheit mit den alten Machthabern? Es gibt dafür zwei Gründe:

  1. Hohes Bevölkerungswachstum. Die Bevölkerung in den arabischen Ländern wächst schon seit langem außerordentlich stark. Der jährliche Zuwachs an Menschen von 2000 bis 2008 betrug in Ägypten 1,9% und in Tunesien 0,9%, siehe dazu: Bevölkerungswachstum bremst Erfolge. Unter diesen Umständen merkt der einzelne Bürger wenig bis nichts vom Wirtschaftswachstum. Besonders die junge Generation ist davon betroffen. In Ägypten sind 53% der Einwohner jünger als 25 Jahre. Jede Regierung muss daran scheitern, für diese Menschenmassen innerhalb kurzer Zeit produktive Arbeitsplätze zu schaffen.

  2. Nahrungsmittelmangel durch Biotreibstoffe. Die arabischen Staaten sind in hohem Maße abhängig von Nahrungsmittelimporten, die sich in den letzten beiden Jahren stark verteuert haben. Der Hauptgrund dafür ist die in den Nahrungsmittelexportländern gesetzlich erzwungene und hoch subventionierte Produktion von Biotreibstoffen auf Anbauflächen, die vor kurzem noch für die Herstellung von Nahrungsmitteln genutzt wurden. In den folgenden Abschnitten wollen wir näher auf dieses Problem eingehen, das ebenfalls nicht den gestürzten Regierungen angelastet werden kann.


Ägypten muss mehr als die Hälfte seiner Nahrungsmittel importieren. So kommen z. B. 80% der dort verbrauchten Maismenge aus den USA (Quelle: Egypt's unrest tied to high food prices [1]). Deshalb hat es unmittelbare Auswirkungen auf Ägypten und z. B. auch Tunesien, dass in den USA ein Drittel der Maisernte zur Produktion von Ethanol genutzt wird, das auf Grund gesetzlicher Bestimmungen dem Auto-Treibstoff beigemischt werden muss (Quelle: Egypt and Tunisia usher in the new era of global food revolutions [2]). Es trifft viele Entwicklungsländer hart, dass auf Druck der Grünen und der Bauernlobby so viele Anbauflächen der Nahrungsmittelproduktion entzogen wurden. Diese Verknappung des Angebots ist die Hauptursache der großen Preissteigerungen im Nahrungsmittelmarkt. "The UN’s Food and Agriculture Organization (FAO) said its global food index has surpassed the all-time high of 2008, both in nominal and real terms." [2] Das bedeutet für die wichtigsten Produktgruppen: "Wheat prices have risen by more than 70 per cent over the past 12 months, and corn prices climbed in mid-January to their highest level since July 2008, a period when global food prices soared." [1]

Ein Börseninsider stellt fest: "It is food inflation that is ultimately breaking the back of the Mubarak regime. ... Staples like meat, sugar and vegetables have been climbing out of the reach of the ordinary Egyptian for a year." (Quelle: Egypt Woes Bring Global Food Inflation Fears to Fore). Warum das so ist, verdeutlicht die folgende Grafik:



Die Grafik zeigt die Ausgabenarten in Prozent des Einkommens des durchschnittlichen ägyptischen Verbrauchers. Wenn im Durchschnitt ein Ägypter mehr als 40% seiner Ausgaben für Nahrungsmittel aufwenden muss, dann ist davon auszugehen, dass die unterste Einkommensgruppe in den Städten ca. 80% ihres Einkommens für Ernährung aufwenden muss. Bereits im vergangenen November warnte der ägyptische Ökonom Hamdi Abdel-Azim: "If the rise in food costs persists, there will be an explosion of popular anger against the government." [1]

Das ist nun eingetreten und der Grund dafür liegt weniger in der Verantwortung der gestürzten Regierungen, als in der grünen Energiepolitik der Staaten Nordamerikas und der EU. "Obama has been an avid supporter of ethanol subsidies, with close links to the ethanol lobby, unlike Obama’s 2008 opponent, John McCain, who opposed ethanol subsidies. The Obama Administration has pushed ethanol mandates, even though they have a history of helping spawn famines and food riots overseas." (Quelle: Are our biofuel mandates fueling Islamic extremism in Egypt?).

Eine Tankfüllung Ethanol enthält so viele Kalorien, wie ein Erwachsener während eines ganzen Jahres benötigt. Die Produktion von Biotreibstoffen macht nicht nur Benzin teurer und schmutziger, fördert nicht nur die Entwaldung, Bodenerosion, Wasser- und Luftverschmutzung, sondern ist auch und vor allem ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.