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Mittwoch, 21. Dezember 2011

Die Deformierung der wissenschaftlichen Begutachtung

Die Mittelalterliche Wärmeperiode von 900 bis 1300, während der es weltweit deutlich wärmer war als heute, darf es in der staatlichen Klimaideologie nicht geben, denn nach ihr ist die gegenwärtige Warmzeit einmalig in den letzten Jahrtausenden. Jeder wissenschaftliche Nachweis größerer Klimaschwankungen in der Vergangenheit wird von den Rechtgläubigen brutal unterdrückt.

Ein Beispiel dafür ist ihre Reaktion auf die Studie Proxy climatic and environmental changes of the past 1000 years von Willie Soon und Sallie Baliunas, die 2003 in Climate Research veröffentlicht wurde. Die beiden Autoren überprüften 240 bis dahin publizierte Studien zur Klimageschichte auf Beweise für räumlich und zeitlich bedeutende Temperaturanomalien. Sie kamen zu dem Ergebnis: "Across the world, many records reveal that the 20th century is probably not the warmest nor a uniquely extreme climatic period of the last millennium."

Wir wissen heute aus den Climategate-eMails, wie die führenden Wissenschaftler des IPCC auf die Veröffentlichung dieser vom Dogma abweichenden Erkenntnis reagierten, siehe dazu: Climategate 2 and Corruption of Peer Review und Climategate 2 and Corruption of Peer Review – Part II. Aus den eMails geht hervor, dass die Angehörigen des IPCC-Kernteams eine Verschwörung bildeten, um Chris de Freitas, den für die Veröffentlichung der Arbeit von Soon/Baliunas verantwortlichen Schriftleiter von Climate Research, aus dem Herausgebergremium der Zeitschrift zu jagen, was auch gelungen ist. Außerdem versuchten die Verschwörer die University of Auckland dazu zu bringen, ihren Mitarbeiter Chris de Freitas zu entlassen. Eine Diskussion dieses Zensurversuchs erfolgt im Kommentarteil des folgenden Artikels: The tribalistic corruption of peer review – the Chris de Freitas incident.

Die politische Säuberung in der Redaktion von Climate Research war aus der Sicht der Säuberer ein voller Erfolg. Während vor dieser Aktion etliche kritische Arbeiten veröffentlicht wurden, finden sich danach in dieser und auch in den meisten anderen Fachzeitschriften keine Artikel mehr, die von der politisch vorgegebenen Generallinie abweichen. Der Rauswurf eines Herausgebers hat eine erzieherische Funktion für junge Wissenschaftler, die noch Karriere machen wollen.

Die untereinander und mit den staatlichen Geldgebern gut vernetzten IPCC-Insider haben ein leichtes Spiel. Sie bestimmen einerseits über die Beeinflussung des wissenschaftlichen Begutachtungsprozesses, was in den anerkannten Publikationsorganen erscheinen darf. Andererseits erklären sie alles, was außerhalb der von ihnen kontrollierten Medien erscheint, als nicht wissenschaftliche Spekulationen von Amateuren, die man nicht zur Kenntnis nehmen muss. Auf diese Weise wird alles ganz einfach. Wer die von den Machthabern kontrollierten Schleusen nicht passieren darf, ist kein Wissenschaftler und seine Aussagen zählen nicht. Deshalb ist es möglich, dass die Gralshüter der richtigen Lehre von einem Konsens in der Wissenschaft sprechen können, denn sie bestimmen, was als Wissenschaft zu gelten hat.

Die Politisierung der Klimawissenschaften hat dazu geführt, dass eine offene Diskussion der strittigen Fragen nur noch in staatsfernen Bereichen des Internets stattfinden kann, wie zum Beispiel in der mehrfach als bestes Wissenschaftsblog des Jahres ausgezeichneten Website Watts Up With That? des Meteorologen Anthony Watts.

Samstag, 26. November 2011

Climategate 2.0

Der Hacker oder Whistleblower, der im November 2009 über tausend E-Mails und 3.485 andere Dateien von Angehörigen der Climatic Research Unit (CRU) der University of East Anglia (UEA) ins Internet gestellt hatte und damit den von der Presse als Climategate bezeichneten Skandal aufdeckte, hat wieder zugeschlagen. Am letzten Dienstag wurden weitere 5.200 E-Mails des selben Personenkreises, der die führenden Mitarbeiter des IPCC umfasst, auf einem russischen Server veröffentlicht.

Im Zentrum dieser Korrespondenz stehen wiederum Phil Jones, der inzwischen zurückgetretene Leiter der CRU, und Michael Mann, der Schöpfer der diskreditierten Hockey Stick Kurve, der in der folgenden Karikatur zu sehen ist (Bildquelle):



Eine erste Auswertung der nun der Öffentlichkeit zugänglichen Dokumente hat bestürzende Ergebnisse gebracht, siehe: Climategate 2.0 emails – They’re real and they’re spectacular! und Uh oh, global warming loons: here comes Climategate II! sowie Climategate 2.0 – Another Nail in Kyoto’s Coffin.

Es zeigt sich auch in diesem Schriftverkehr, dass die den IPCC bestimmenden Personen sich nicht als objektive Wissenschaftler verstehen, sondern als politische Aktivisten, die um jeden Preis eine ökosozialistische "Große Transformation" durchsetzen wollen. Um das zu erreichen, verabreden sie in konspirativer Weise ein geheimes Zusammenspiel zur Manipulierung der öffentlichen Meinung, zur Unterdrückung unbequemer Daten, zur Beeinflussung des wissenschaftlichen Begutachtungsprozesses, zur Marginalisierung skeptischer Kollegen, zur Missachtung der Datenoffenlegungsgesetze (Freedom of Information Act (FOIA) und zur Monopolisierung staatlicher Forschungsgelder für die eigene Clique.

Die folgenden Beispiele aus den am Dienstag veröffentlichten E-Mails geben einen Einblick in die Arbeitsweise dieses verschwörerischen Kreises, der die Führung des IPCC ausmacht (die Zitate sind im Format: <Nummer der E-Mail im Datenbestand>, Name des Absenders, Text):

Sie wissen, dass die Klimamodelle falsch sind, aber sie sagen in den IPCC-Berichten das Gegenteil:

  • <4443> Phil Jones: "Basic problem is that all models are wrong – not got enough middle and low level clouds."

  • <1982> Ben Santer: "there is no individual model that does well in all of the SST [sea surface temperature] and water vapor tests we’ve applied."

  • <0850> Barnett: "[IPCC AR5 (next Assessment Report) models] clearly, some tuning or very good luck involved. I doubt the modeling world will be able to get away with this much longer".

  • <5066> Hegerl: "[IPCC AR5 models] So using the 20th c [century] for tuning is just doing what some people have long suspected us of doing."

  • <2009> Keith Briffa: "I find myself in the strange position of being very skeptical of the quality of all present [temperature] reconstructions, yet sounding like a pro greenhouse zealot here!"

  • <3062> Phil Jones: "We don’t really want the bullshit and optimistic stuff that Michael [Mann] has written ... We’ll have to cut out some of his stuff."

  • <1939> Peter Thorne/MetO [Meteorological Office]: "Observations do not show rising temperatures throughout the tropical troposphere unless you accept one single study and approach and discount a wealth of others. This is just downright dangerous. We need to communicate the uncertainty and be honest."


Auswahl von Gesinnungsgenossen als Autoren, um den IPCC-Berichten die gewünschte politische Richtung zu geben:

  • <0714> Phil Jones: "Getting people we know and trust [into IPCC] is vital – hence my comment about the tornadoes group."

  • <3205> Phil Jones: "Useful ones [for IPCC] might be Baldwin, Benestad (written on the solar/cloud issue – on the right side, i.e anti-Svensmark), Bohm, Brown, Christy (will be have to involve him ?)"


Die Wissenschaft wird der politischen Agenda untergeordnet:

  • <2495> Humphrey/DEFRA [Department for Environment, Food and Rural Affairs - UK]: "I can’t overstate the HUGE amount of political interest in the project as a message that the Government can give on climate change to help them tell their story. They want the story to be a very strong one and don’t want to be made to look foolish."

  • <1577> Phil Jones: "Any work we have done in the past is done on the back of the research grants we get - and has to be well hidden. I've discussed this with the main funder (US Dept of Energy) in the past and they are happy about not releasing the original station data."


Verhinderung der Überprüfung von Aussagen durch die Verheimlichung von Daten unter bewusster Missachtung des Gesetzes (FOIA):

  • <2440> Phil Jones: "I’ve been told that IPCC is above national FOI Acts. One way to cover yourself and all those working in AR5 would be to delete all emails at the end of the process."

  • <2094> Keith Briffa: "UEA does not hold the very vast majority of mine [potentially FOIable emails] anyway which I copied onto private storage after the completion of the IPCC task."

  • <0058> Keith Briffa: "... IN STRICT CONFIDENCE ... Finally, might I ask that you note and then erase this email. I have found that recent enquiries under the Freedom of Information Act, or Data Protection Act, can become considerable time sinks , or the basis of some inconvenient subsequent distractions."

  • <2733> Crowley: "Phil [Jones], thanks for your thoughts – guarantee there will be no dirty laundry in the open."


Einige offene Worte, die sich nicht in öffentlichen Stellungnahmen wiederfinden lassen:

  • <3066> Peter Thorne: "I also think the science is being manipulated to put a political spin on it which for all our sakes might not be too clever in the long run."

  • <1656> Douglas Maraun/UEA: "How should we deal with flaws inside the climate community? I think, that "our" reaction on the errors found in Mike Mann's work were not especially honest."

  • <1682> Wils: "What if climate change appears to be just mainly a multidecadal natural fluctuation? They’ll kill us probably."

  • <4894> Alex Kirby/BBC: "...we are constantly being savaged by the loonies for not giving them any coverage at all, especially as you say with the COP [Conference of the Parties] in the offing, and being the objective impartial (ho ho) BBC that we are, there is an expectation in some quarters that we will every now and then let them say something. I hope though that the weight of our coverage makes it clear that we think they are talking through their hats [sie dumm daherreden]."

Freitag, 28. Oktober 2011

Die Politisierung der Klimawissenschaften

Die politische Klasse der westlichen Industriestaaten möchte mit Hilfe ihrer Klimapolitik in Wirtschaft und Gesellschaft eine "Große Transformation" durchführen, die in eine ökosozialistische Diktatur führt. Die wissenschaftliche Rechtfertigung dieser Politik soll das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) liefern, das 1988 auf Betreiben der interessierten Regierungen als Organisation der UNO geschaffen wurde.

Einen Blick hinter die Kulissen des IPCC bietet das Buch The Delinquent Teenager Who Was Mistaken for the World's Top Climate Expert der kanadischen Journalistin Donna Laframboise. Die Autorin weist nach, dass bei dieser politischen Frontorganisation Anspruch und Wirklichkeit nicht übereinstimmen.

Das IPCC behauptet, dass nur die weltweit besten Wissenschaftler und Experten seine Sachstandsberichte erstellen. Rajendra Pachauri, der Vorsitzende des IPCC, sagte über seine Autoren: "These are people who have been chosen on the basis of their track record, on their record of publications, on the research that they have done … They are people who are at the top of their profession as far as research is concerned in a particular aspect of climate change … you can’t think of a better set of qualified people than what we have in the IPCC." Die Realität sieht etwas anders aus, wie die folgenden Beispiele beweisen:

  • Richard Klein, ein niederländischer Geograph, wurde im Alter von 25 Jahren IPCC lead author. Dazu muss man wissen, dass das IPCC bei seinen Mitarbeitern drei Hierarchiestufen kennt: coordinating lead authors, lead authors, contributing authors. Klein hatte mit 23 einen Masters-Abschluss gemacht. Das war im Jahre 1992. Außerdem war er zu dieser Zeit als Aktivist für Greenpeace tätig. Nach seinem Debüt 1994 als lead author fungierte er ab 1997 bei drei IPCC-Berichten als coordinating lead author. Das bedeutet, dass Klein im Alter von 28 Jahren auf den höchstmöglichen IPCC-Rang berufen wurde, 6 Jahre bevor Klein 2003 seinen Doktortitel erlangte.

  • Laurens Bouwer, ebenfalls ein niederländischer Geograph, war von 1999-2000 IPCC lead author bevor er 2001 sein Masters-Examen machte. Bouwer, der sich im Studium auf Klimawandel und Wasserressourcen spezialisiert hatte, war als lead author für ein Kapitel zuständig, das den Titel trug: Insurance and Other Financial Services. Wie hatte Bouwer es geschafft, noch vor seinem Master auch auf diesem Gebiet zu einem der weltbesten Experten zu werden? Die Antwort ist überzeugend: er war während einiger Monate des Jahres 2000 ein Trainee bei der Münchner Rückversicherung, die berüchtigt ist für ihren Lobbyismus in der Klimapolitik.

  • Lisa Alexander hatte 1998 gerade ihren Master in Computational Science gemacht, als sie zum contributing author für den Sachstandsbericht von 2001 ernannt wurde. Danach war sie lead author für den Sachstandsbericht von 2007, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt noch keine Promotion zum PhD vorzuweisen hatte, die erst 2009 erfolgte.

  • Sari Kovats, die Inhaberin eines Masters Degree in Social Policy, wurde 1994 zum contributing author des Kapitels ernannt, in dem es um den Einfluss des Klimawandels auf die menschliche Gesundheit geht. Aus der ganzen Welt wurden nur 21 Experten in dieses Amt berufen und Sari Kovats gehörte zu ihnen, obwohl sie ihren ersten Aufsatz in einer Fachzeitschrift erst 1997, also 3 Jahre später, veröffentlichte. Akademisch gesehen war Kovats 1994 für das IPCC unsichtbar und doch wurde sie ausgewählt. Für den 3. Sachstandsbericht von 2001 erhielt Frau Kovats die Beförderung zum lead author, um wiederum am Gesundheitskapitel mitzuschreiben. Immerhin begann sie in jenem Jahr ihr PhD-Studium, das sie erst 2010 unter unklaren Umständen abschließen konnte. Am 4. Sachstandsbericht von 2007 war sie wieder als lead author am Gesundheitskapitel beteiligt, darüber hinaus aber auch noch als contributing author am Kapitel 1 "Assessment of Observed Changes and Responses in Natural and Managed Systems", am Kapitel 6 "Coastal Systems and Low-lying Areas", und am Kapitel 12 "Europe". Es ist wirklich genial, in so vielen Bereichen eine Expertin von Weltrang zu sein und das noch drei Jahre vor Abschluss des Doktoratsstudiums.


Wenn für die Ernennung zum IPCC-Autor die wissenschaftliche Leistung keine Bedeutung hat, was zählt dann? Die Antwort ist aus der Berufungspraxis des IPCC ableitbar: es kommt auf die bedingungslose Befolgung der Parteilinie an. Das IPCC benötigt keine objektiven und neutralen Wissenschaftler, sondern Parteisoldaten. Ein Beispiel dafür ist Bill Hare, der seit 1992 ein Sprecher von Greenpeace ist und 2007 als ihr "chief climate negotiator" fungierte. In einem Blog von Greenpeace wird er als eine "Legende" in dieser Organisation bezeichnet. Das hinderte aber das IPCC nicht daran, diesen Interessenvertreter als lead author am Sachstandsbericht von 2007 zu beteiligen und ihn überdies als expert reviewer von zwei der drei Sektionen des Berichts einzusetzen. Darüber hinaus war Hare ein Mitlied des 40 Personen umfassenden inneren Zirkels, des sogenannten "core writing team", das den politisch bedeutsamen Synthesis Report erstellte.

Donna Laframboise nennt in ihrem Buch noch viele weitere Beispiele für die parteiische Personalpolitik des IPCC. Unter diesen Umständen können die Sachstandsberichte des IPCC nicht als eine objektive Darstellung des Standes der Klimawissenschaften gelten, sondern sie sind in ihrer Tendenz nicht mehr als Agitation und Propaganda. Es gibt sicher echte und ehrliche Wissenschaftler, die zu den Sachstandsberichten des IPCC beitragen, aber diese Personen haben keinen Einfluss auf die Redaktionsrichtlinien und die Erstellung der von der Öffentlichkeit wahrgenommenen Zusammenfassung der IPCC-Berichte im Executive Summary. Rajendra Pachauri und seine Helfer spielen heute in den Klimawissenschaften die gleiche Rolle, die in der Sowjetunion Trofim Lysenko in der Biologie und Genetik innehatte.

Eine weiter gehende Analyse des letzten IPCC-Sachstandsberichts (Fourth Assessment Report: Climate Change 2007 (AR4)) findet sich in: The scandal deepens – IPCC AR4 riddled with non peer reviewed WWF papers. Eine Auflistung von 94 falschen Tatsachenbehauptungen der Klimapolitiker mit Links auf ihre Widerlegung gibt: Climate Scandals: List Of 94 Climate-Gates von P. Gosselin.

Montag, 22. November 2010

Klimapolitik bedeutet Einkommensumverteilung

Die Neue Zürcher Zeitung veröffentlichte am 14.11.2010 ein Interview unter dem Titel "Klimapolitik verteilt das Weltvermögen neu", in dem der Befragte folgende bemerkenswerten Aussagen machte:

  • "Man muss sich von der Illusion freimachen, dass internationale Klimapolitik Umweltpolitik ist. Das hat mit Umweltpolitik, mit Problemen wie Waldsterben oder Ozonloch, fast nichts mehr zu tun."

  • "Der Klimagipfel in Cancún Ende des Monats ist keine Klimakonferenz, sondern eine der grössten Wirtschaftskonferenzen seit dem Zweiten Weltkrieg."

  • "Wir verteilen durch die Klimapolitik de facto das Weltvermögen um."

  • "Aber dann müssen wir sehen, dass erfolgreiche Klimapolitik eben eine andere globale Handels- und Finanzpolitik braucht."

  • "Die Leute hier in Europa haben die groteske Vorstellung, Einkaufen im Bioladen oder Elektroautos lösten das Problem. Das ist arrogant, denn der ökologische Fussabdruck unseres Lebensstils hat sich in den letzten 30 Jahren vergrössert, trotz Öko-Bewegung."

  • "Wenn das [die globale Verteilung von Emissionsrechten] pro Kopf der Bevölkerung geschieht, dann ist Afrika der grosse Gewinner, und es fliesst viel Geld dorthin ... Und es wird sich auch die Frage stellen, wie diese Länder mit so viel Geld überhaupt sinnvoll umgehen können."


Diese offenen Worte stammen von Ottmar Edenhofer, stellvertretender Direktor und Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und einer der drei Vorsitzenden der Arbeitsgruppe III (Mitigation of Climate Change) des IPCC. Es handelt sich also um eine Person aus dem klimapolitischen Generalstab, von der man annehmen kann, dass sie die Absichten der herrschenden Kreise wiedergibt.

Herr Edenhofer tritt für einen "Big Deal" ein, in dem die Zustimmung der Entwicklungsländer zu völkerrechtlich verbindlichen Emissionsgrenzen mit gigantischen Transferzahlungen der Industrieländer erkauft werden soll. Bezeichnenderweise werden in dem Interview keine Zahlen genannt, aber aus anderen Veröffentlichungen wissen wir, dass es hierbei um Hunderte von Milliarden Euro pro Jahr geht.

Wie das letzte Zitat zeigt, denken die Machthaber nicht daran, diese riesigen Summen wirklich in die Hände der Regierungen von Entwicklungsländern zu geben, siehe: "[können diese] Länder mit so viel Geld überhaupt sinnvoll umgehen"? Die Frage impliziert schon deren Verneinung. Die politische Klasse strebt an, die gewaltigen Beträge, die hier eingetrieben und ausgegeben werden sollen, durch eine supranationale Institution, nämlich die UNO, verwalten zu lassen. Man wäre damit der von den Herrschenden angestrebten Weltregierung ein großes Stück näher gekommen. Herr Edenhofer hat in einem Punkt völlig recht: es geht in der Klimapolitik nicht um Umweltschutz, sondern um das politische Ziel der Einführung einer ökosozialistischen Weltregierung, die sich durch eine megalomane Einkommensumverteilung rechtfertigt.

Freitag, 12. März 2010

Offener Brief an Michael Kauch

Die Vorsitzende der FDP-Fraktion im Kreistag von Nordfriesland, Heide-Marie Rasch, hat an Michael Kauch, den umweltpolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, einen Offenen Brief geschrieben, in dem sie die herrschende Klimapolitik aus ökonomischer Sicht kritisiert. Viele ihrer Argumente sind auch dann gültig, wenn man die Hypothese einer anthropogenen globalen Erwärmung akzeptiert. Die Klimapolitik ist so irrational geworden, dass sie sogar in Widerspruch zu ihren eigenen Prämissen steht. Hier der Wortlaut des Briefes:

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Sehr geehrter Herr Kauch,

die von Ihnen als umweltpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion betriebene Politik erweist sich als ganz anders, als ich es vor der Bundestagswahl erwartet habe. Ich weiß, dass viele Wähler sich in ihren Erwartungen ebenso getäuscht sehen wie ich. Die FDP hat bei den letzten Bundestagswahlen einen großen Erfolg erzielt, weil sie als einzige Partei im Wahlkampf einen Politikwechsel in Richtung auf mehr Freiheit versprochen hat. Ihre Wähler erwarten eine entschiedene liberale Alternative zu der bevormundenden Politik der letzten Jahrzehnte. Diesen Erwartungen wurde die FDP in den ersten Monaten ihrer neuen Regierungsbeteiligung überwiegend nicht gerecht. Der dramatische Rückgang in der Zustimmung zu ihr zeigt die Enttäuschung vieler Menschen. Einen maßgebenden Anteil an dieser negativen Entwicklung haben Sie als der führende Umweltpolitiker der FDP-Bundestagsfraktion zu verantworten. Ihre Klimapolitik ist in Zielsetzung und Methodik nicht von jener der staatsdirigistischen Parteien CDU/CSU/SPD/Grüne/Linke zu unterscheiden.

Nun muss die FDP als die kleinere Partei in der Koalition sicher manch schmerzhaften Kompromiss eingehen. Aber von Ihnen hat man den Eindruck, dass Sie die grüne Politik aus eigener Überzeugung zur Gänze übernehmen, wie es zum Beispiel Ihr Eintreten für eine 40%ige Reduktion der Kohlendioxidemissionen bis 2020 zeigt, wobei Sie dieses Ziel "ohne Wenn und Aber" verfolgen, wie Sie in einer Bundestagsrede erklärt haben. Dieses von Ihnen vehement verfolgte Minderungsziel liegt erheblich über der bereits hohen EU-Reduktionsvorgabe, die weltweit gesehen schon einen selbstgewählten klimapolitischen Alleingang darstellt. Die von Ihnen angestrebte deutsche Vorreiterrolle fügt der Wirtschaft schweren Schaden zu und macht alle Bürger, mit Ausnahme einiger weniger politisch auserkorener Profiteure, ärmer.

Das erweist sich in dem von Ihnen befürworteten EU-Emissionshandelssystem, das in der gegenwärtigen Ausbaustufe 45% des gesamten Kohlendioxid-Ausstoßes der EU erfasst. Um die ehrgeizigen deutschen Minderungsziele zu erfüllen, werden die Elektrizitätsversorgungsunternehmen vom Staat gezwungen, Solarstrom zu 700% und Windstrom zu 80% über dem Großhandelspreis zu bezahlen und vorrangig ins Netz aufzunehmen. Auf diese Weise verdrängt die teure erneuerbare Energie in Deutschland den preiswerten Strom aus fossilen Energiequellen, was zur Folge hat, dass die deutschen EVUs ihre nicht genutzten Emissionsrechte an der Börse an Unternehmen aus anderen EU-Ländern verkaufen können, was dort zu zusätzlichen Emissionen führt. Letztendlich bewirkt diese Politik, dass alle deutschen Stromkäufer, unabhängig von ihrem Einkommen, über höhere Strompreise gezwungen werden, einigen wenigen Konzernen Milliardeneinkünfte aus dem Verkauf von Emissionszertifikaten zu ermöglichen. Das ist nicht nur unsozial, sondern sogar nach Ihren Maßstäben ökologisch sinnlos, denn die von der EU festgelegte Menge an Kohlenstoffemissionen wird so nicht verringert, sondern nur mit immens hohen Kosten vom Vorreiter Deutschland in andere EU-Länder verlagert.

Von einem liberalen Politiker muss man erwarten, dass er es dem Markt überlässt, wie viel von jeder Energieart wann, wo und wie produziert wird. Ihre Politik besteht hingegen darin, willkürlich und nach ideologischen Vorgaben bestimmte Techniken zu bevorzugen, andere zu benachteiligen, und dann mit staatlichen Zwangsmitteln und sehr viel Geld der Steuer- und Gebührenzahler Ihre persönlichen Präferenzen durchzusetzen. Es gibt in Ihrer Politik für jeden Aspekt der Energiewirtschaft staatliche Fördermaßnahmen und technische Anordnungen, sehr unterschiedliche Ökosteuersätze und Einspeisetarife. Das hat mit Marktwirtschaft nichts mehr zu tun, sondern ist schlimmste Kommandowirtschaft.

Sie bezeichnen das Emissionshandelssystem als marktkonform. Das ist ein schlechter Witz, denn in diesem System bestimmt der Staat, wer, zu welchem Preis, wie viele Emissionsrechte erhält, die faktisch staatliche Bezugsscheine für fossile Energieträger sind. Dieses Zentralbewirtschaftungssystem stellt die Energie, die Schüsselressource jeder Volkswirtschaft, unter das Kommando einiger Politiker, die sich anmaßen, bessere Entscheidungen treffen zu können, als die Gesamtheit der Marktteilnehmer.

Dass dieser Anmaßung zu misstrauen ist, zeigt Ihr Eintreten für die Sequestrierung von CO2 bei der Nutzung fossiler Energieträger. Sie haben auf der Tagung von GLOBE (Global Legislators Organisation for a Balanced Environment), bei der Sie Leiter der deutschen Delegation waren, der übrigens auch Bärbel Höhn von den Grünen angehörte, im Juni 2009 eine Entschließung angenommen, die u. a. folgende Vorgabe enthält: "Plan no new fossil fuel power stations from 2013 without a commitment to fit carbon capture and storage technology ... with the overall aim of a carbon neutral power sector by 2050."

In Nordfriesland soll ein Endlager für sequestriertes Kohlendioxid entstehen. Dagegen hat sich die nordfriesische Bevölkerung eindeutig ausgesprochen. Die FDP-Fraktion im Kreistag von Nordfriesland verurteilte derartige Pläne entschieden. Die Sequestrierung verursacht nicht nur riesige Kosten, sondern sie bringt auch unlösbare Sicherheitsprobleme mit sich. Man kann keinem Menschen zumuten, über einem CO2-Speicher zu wohnen, denn austretendes Gas würde jedes Leben in weitem Umkreis ersticken. Dieses Risiko besteht, wenn nicht ewig, so doch zumindest für sehr lange Zeit, denn anders als bei radioaktiven Stoffen ist bei CO2 keine Verfallszeit bekannt. Die bei der Sequestrierung anfallenden Mengen sind gigantisch, denn für jeden verbrannten Kubikmeter Kohle müssten 5,4 Kubikmeter flüssiges Kohlendioxid gespeichert werden. Wohin damit? Wollen Sie ganz Deutschland in ein Endlager für sequestriertes CO2 umwandeln?

Nach dem Scheitern der UNO-Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember letzten Jahres fehlt Ihrer Politik jede Grundlage. China und Indien, sowie auch andere wichtige Schwellenländer, werden niemals einer völkerrechtlich verbindlichen Reduzierung von Kohlendioxid zustimmen. Von den USA ist nicht zu erwarten, dass sie sich Beschränkungen auferlegen, wenn ihre Konkurrenten in Asien das nicht ebenfalls tun. Ich darf Sie daran erinnern, dass das Kyoto-Protokoll vom damaligen US-Präsidenten Clinton wohl unterzeichnet wurde, aber der US-Senat einstimmig die Ratifizierung des Protokolls ablehnte mit der Begründung, dass die USA sich nicht binden wollen, wenn dies nicht auch China und andere wichtige Schwellenländer tun. Das ist eine sehr rationale Haltung.

Der Weltmarkt für Erdöl, Erdgas und Kohle sorgt dafür, dass alle Maßnahmen der EU zur Einsparung fossiler Energieträger global gesehen unwirksam bleiben, denn was in Europa weniger verbraucht wird, steht für einen Mehrverbrauch in den energiehungrigen Schwellenländern außerhalb Europas zur Verfügung. Die Klimapolitik der EU bewirkt eine Einschränkung der Nachfrage nach fossilen Brennstoffen. Dadurch sinken deren Preise auf dem Weltmarkt, was denen zu gute kommt, die die von der EU geschaffene künstliche Nachfragelücke mit eigener Nachfrage auffüllen. Ihre Klimapolitik ist nichts anderes als ein Förderprogramm für China und andere Konkurrenten Deutschlands auf den Weltmärkten.

Im Ergebnis führt die von Ihnen betriebene Politik weltweit nicht zu einer Verminderung der CO2-Emissionen, denn alles was in Deutschland und der EU unter riesigen Kosten eingespart wird, erhöht anderswo den Verbrauch zu verminderten Kosten. Ähnlich wie ein internationales Emissionshandelssystem, bei dem die Emissionsmengen zentral festgelegt werden, die Wirkung nationaler Alleingänge aufhebt, sorgt der Weltmarkt dafür, dass kommandowirtschaftliche Sonderwege zu höheren Kosten führen, die angestrebten Minderungsziele aber nicht erreicht werden können.

Sie haben im Bundestag erklärt, dass Sie das Ergebnis der Kopenhagener Klimakonferenz nicht anerkennen und so weitermachen wollen wie bisher. Damit nehmen Sie eine ökofundamentalistische Haltung ein, welche die FDP noch mehr von ihren Wählern entfremdet. Um zu zeigen, dass es in der FDP auch liberale Stimmen gibt, zitiere ich ausführlich aus einer Stellungnahme (1) von Holger Krahmer, Mitglied des Europäischen Parlaments und umweltpolitischer Sprecher der dortigen FDP-Fraktion: "Von einer Vorreiterrolle Europas in der Klimapolitik kann nicht mehr gesprochen werden. Der Rest der Welt ist an Europas Regulierungsideen schlicht nicht interessiert. Die seit langer Zeit absehbaren Interessensunterschiede zwischen Industrie- und Schwellenländern sind unüberwindbar. Das 'Nein' zu verbindlichen Minderungszielen ist eindeutig, denn die ärmeren Länder wollen sich ihre Entwicklungsmöglichkeiten nicht beschneiden lassen ... Die Chancen auf ein internationales Abkommen sind angesichts dieser Situation allerdings gleich null. Was Europa jetzt nicht braucht, ist ein 'Weiter so' oder gar eine einseitige Verschärfung der Klimapolitik. Die hohen Folgekosten der CO2-Minderungspolitik sind bereits jetzt ein Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Volkswirtschaften."

Zur Rechtfertigung Ihrer Klimapolitik verweisen Sie gerne auf die dadurch angeblich ausgelösten Innovationen und die vermeintliche Technologieführerschaft Deutschlands bei erneuerbaren Energien. Die Realität sieht hingegen völlig anders aus, wie es gerade auch die Solarwirtschaft zeigt, die unter den von Ihnen subventionierten Wirtschaftszweigen als technologisch besonders anspruchsvoll gilt.

Die deutschen Solarunternehmen sind eher Handelsunternehmen als Produktionsbetriebe. Die Solarzellen werden meistens in China eingekauft und hier nur noch in einen Rahmen eingesetzt. Die Materialaufwendungen, von denen der weitaus größte Teil auf Käufe von Solarzellen entfällt, machen in der deutschen Solarbranche 85% des Umsatzes aus. Diese hohe Abhängigkeit von Zulieferungen ist nicht verwunderlich, wenn man die geringe Forschungsleistung des Wirtschaftszweiges in Betracht zieht. Nach Angabe des Bundesverbandes der Solarwirtschaft betrugen die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen seiner Unternehmen im Jahre 2008 nur 1,7% des Umsatzes. Die F&E-Aufwendungen wirklicher Hightech-Unternehmen liegen im Durchschnitt bei 12%. Die traditionelle Elektroindustrie gibt immerhin noch 5% ihres Umsatzes für F&E aus, und sogar die Autoindustrie kommt auf 3,3%.

Die Solarunternehmen haben wegen ihrer hohen Materialzukäufe eine sehr geringe Wertschöpfung, die durchschnittlich nur 15% beträgt. In der Autoindustrie liegt dieser Wert bei 25%, im Maschinenbau bei 31%. Die großzügige staatliche Förderung erlaubt es der Solarbranche bei der Modulfertigung noch Handarbeit einzusetzen. Das erklärt, warum auch Installations- und Dachdeckerbetriebe des Handwerks in der Beschäftigtenstatistik der Solarwirtschaft erfasst werden. In der Autoindustrie sind vergleichbare Fertigungsprozesse längst automatisiert. Auch andere Aspekte des Produktionsprozessmanagements der Solarbranche sind rückständig. So beträgt die durchschnittliche Lagerdauer für Solarmodule 122 Tage. Ein Autozulieferer mit dieser Lagerdauer könnte nicht lange existieren.

Der deutsche Staat hat viele Milliarden Euro an Subventionen jeder Art in den Solarbereich geschüttet. Das Ergebnis ist so schlecht, wie man es auch von anderen Eingriffen des Staates her kennt. Die großzügige Subventionierung hat die deutsche Solarwirtschaft träge gemacht. Von einer deutschen Technologieführerschaft kann keine Rede sein. Trotz der weltweit größten Förderung gehört nur ein Solarunternehmen mit Sitz in Deutschland zu den zehn größten Solarzellenherstellern der Welt. Wirklich profitiert von der deutschen Solarsubventionierung haben nur die chinesischen Solarzellenhersteller, für die sie ein großzügiges Exportförderprogramm ist.

Sie haben sich dafür ausgesprochen, die Subventionen für den Solarbereich zum 1. Juli 2010 zu senken. Von einem liberalen Politiker muss man aber erwarten, dass er grundsätzlich Subventionen ablehnt. Ganz abgesehen von ihrer Ineffizienz verlangt es das Gleichbehandlungsgebot, alle Unternehmen gleich zu stellen, und nicht dem einem zu gewähren, was man dem anderen verweigert.

Sie begründen Ihre Politik auch damit, dass durch sie neue Jobs in grünen Wirtschaftszweigen geschaffen werden. Das ist zwar richtig, aber Sie verschweigen, um welchen Preis das geschieht. Gabriel Calzada von der Universität Rey Juan Carlos in Madrid hat in seiner ökonometrischen "Study of the effects on employment of public aid to renewable energy sources" (2) aus dem Jahre 2009 für Spanien nachgewiesen, dass für jeden Arbeitsplatz, der mit staatlicher Hilfe im grünen Bereich geschaffen wird, 2,2 Arbeitsplätze in der restlichen Wirtschaft verloren gehen. Das erklärt sich zum einen aus der Tatsache, dass jeder Euro, der für erneuerbare Energien ausgegeben wird, als Kaufkraft in anderen Bereichen der Wirtschaft fehlt und zum anderen aus der staatlich erzwungenen Fehlleitung von Ressourcen in weniger produktive Verwendungen, als sie der Markt gefunden hätte. Calzada hat errechnet, dass in Spanien für jedes installierte grüne Megawatt im Durchschnitt 5,28 Arbeitsplätze anderswo in der Wirtschaft zerstört werden. In der Photovoltaik beträgt der Verlust 8,99 Arbeitsplätze je Megawatt, bei der Windenergie sind es 4,27 Arbeitsplätze je installiertes Megawatt, die vernichtet werden. Es ist anzunehmen, dass in Deutschland durch Ihre Klimapolitik ein ähnlicher Verlust von Arbeitsplätzen bewirkt wird.

Für Dänemark, wo die erneuerbaren Energien wie in Spanien und Deutschland eine vorrangige Stellung einnehmen, gibt es vom Center for Political Studies eine Studie über die Windenergie (3), in der festgestellt wird, dass sie wohl 19% des produzierten Stroms liefert, aber nur die Hälfte davon im Lande verbraucht werden kann, weil der Windstrom sehr unregelmäßig anfällt. Im Zeitraum von 2001 bis 2008 musste Westdänemark 57%, und Ostdänemark 45% des dort erzeugten Windstroms exportieren, da er im eigenen Staat nicht genutzt werden konnte. Die Stromausfuhr ist nur zu einem niedrigen Preis möglich, während die Kosten der Windstromerzeugung hoch sind. Dadurch entstand in diesen 8 Jahren ein Verlust von 917 Millionen Euro, der von den dänischen Haushalten über hohe Stromgebühren zu tragen ist.

Die Einsparung einer Tonne Kohlendioxid durch Windenergie kostet in Dänemark 87 Euro. Zusätzliche Windenergie durch Offshore-Kraftwerke wird zur Gänze ausgeführt werden müssen, weil die heimischen Aufnahmekapazitäten erschöpft sind. Außerdem können Norwegen und Schweden, die den dänischen Windstrom importieren und in ihren Pumpspeicherwerken speichern, keine zusätzlichen Strommengen puffern. Das Speicherproblem für den Strom aus erneuerbaren Energien ist auf absehbare Zeit technisch nicht gelöst. Man könnte es vorerst nur mindern, indem man den Verbrauchern ihre Konsumfreiheit nimmt und ihnen zentral Verbrauchszeitpunkt und -menge vorschreibt. Ganz abgesehen davon, dass der dafür erforderliche Netzumbau und die Steuerungselektronik in den Haushalten und Unternehmen nicht vorhanden und größtenteils noch nicht mal entwickelt sind, wäre eine derartige willkürliche Kommandowirtschaft das Gegenteil dessen, was der Liberalismus will.

Für die Erzeuger erneuerbarer Energien ist eine prekäre Situation entstanden, weil sie niemals sicher sein können, dass die ihnen zugesagte staatliche Förderung wirklich bestehen bleibt. Nach Aussage der Solarwirtschaft wird die von Ihnen angekündigte Kürzung der Subventionen für diesen Wirtschaftszweig zu einem Verlust von 50.000 Arbeitsplätzen führen. Das zeigt, wie gefährdet die Geschäftspläne in diesem staatsabhängigen Bereich sind.

Selbst wenn Sie versprechen, keine rückwirkenden Änderungen der Förderrichtlinien zu beschließen, kann das kein Vertrauen schaffen, denn die Investitionspläne gehen über viele Wahlperioden, in denen Politiker kommen und gehen, politische Moden entstehen und vergehen und das internationale Umfeld sich ändert. Außerdem stehen alle Subventionen unter einem Finanzierungsvorbehalt. Angesichts der stark defizitären Staatshaushalte und der ins Grundgesetz aufgenommenen Schuldenbremse ist es sehr fraglich, ob mittelfristig für dieses Subventionsunwesen überhaupt noch Geld vorhanden sein wird. Auch die Subventionen, die in den staatlich diktierten Einspeisetarifen versteckt werden, sind unsicher, denn die Verbraucher fordern zunehmend ihre Wahlfreiheit bei Energie ein.

Ich kenne von Ihnen keine Stellungnahme, in der Sie begründen, warum Sie die Hypothese einer anthropogenen globalen Erwärmung konkurrierenden wissenschaftlichen Theorien vorziehen. Außerdem haben Sie nicht erklärt, warum Sie die vielen wissenschaftlichen Beweise missachten, die belegen, dass für Menschen, Tiere und Pflanzen jede Warmzeit weitaus mehr Vorteile als Nachteile mit sich bringt.

Ich nehme an, dass Sie sich zur Rechtfertigung Ihrer Klimapolitik auf das IPCC der UNO berufen. Angesichts der vielen schwerwiegenden Fehler, die in den Veröffentlichungen des IPCC aufgedeckt wurden, wäre es unverantwortlich, so fundamentale Entscheidungen, wie sie in der Klimapolitik zu treffen sind, auf eine derart schwache wissenschaftliche Grundlage zu stellen. Ich zitiere noch einmal ausführlich Holger Krahmer, der beweist, dass es auch Stimmen der Vernunft in der FDP gibt:

"Notwendig ist ein Strategiewechsel: Statt der Fokussierung auf willkürlich gesetzte CO2-Minderungsziele, sollte Europa sein innovatives Potential nutzen und die Erforschung neuer Technologien verstärken. Die Anpassung an unvermeidliche und unkontrollierbare Klimaänderungen muss Priorität bekommen. Das Ende der Klimahysterie ist eingeläutet. Zeit also, die Kritiker der dogmatischen Klimapolitik in die Debatte einzubeziehen, denn immer mehr Bürger stehen den propagierten Weltuntergansszenarien skeptisch gegenüber. Zu Recht: Der angebliche Konsens in der Wissenschaft zu den Ursachen klimatischer Veränderungen entpuppt sich mehr und mehr als Zitierkartell politisierter Wissenschaftler, dem es gelungen ist, die mediale Deutungshoheit über eine These zu erlangen. Bekannt werdende Datenfälschungen und der Fakt, dass eine vorhergesagte Temperaturerhöhung in den letzten Jahren ausgeblieben ist, sorgen für einen Glaubwürdigkeitsverlust der gängigen Klimaforschung. Wir wissen über die Ursachen der Veränderungen des komplexen Systems 'Klima' offenbar wenig. Notwendig ist ein neuer, ganzheitlicher und transparenter Forschungsansatz in der Klimawissenschaft. Alle Wissenschaftsströmungen müssen berücksichtigt werden." (1)

Wenn in gut geführten Unternehmen strategische Entscheidungen zu treffen sind, werden zwei voneinander völlig unabhängige Teams beauftragt, zur selben Fragestellung Daten zu sammeln, zu analysieren und Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Dieses Verfahren sollte auch jeder Staat anwenden, insbesondere bei der Klimapolitik, die so tief in die Wirtschaft und das Leben aller Bürger eingreift. Ein "Team A" gibt es seit 1988 in Gestalt des IPCC, das von Regierungen geschaffen wurde, von ihnen bezahlt und geführt wird, um die gegenwärtige Klimapolitik wissenschaftlich zu rechtfertigen. Was fehlt, ist ein "Team B", das regierungsunabhängig zum Klima forschen kann, ohne eine vorgegebene Agenda erfüllen zu müssen. Es wäre die Aufgabe einer rationalen und fairen Politik gewesen, eine derartige unabhängige Einrichtung zu schaffen. Erst wenn beide Teams zur gleichen Auffassung kämen, hätte man eine einigermaßen sichere wissenschaftliche Grundlage für das politische Handeln.

Aus Gründen, die man leicht erraten kann, wurde diese Einrichtung von den interessierten Staaten nicht geschaffen. Glücklicherweise ist es der Zivilgesellschaft gelungen, ein derartiges "Team B" zu bilden. Es ist das Nongovernmental International Panel on Climate Change (NIPCC), das sich folgende Zielsetzung gegeben hat: "NIPCC is what its name suggests: an international panel of nongovernment scientists and scholars who have come together to understand the causes and consequences of climate change. Because we are not predisposed to believe climate change is caused by human greenhouse gas emissions, we are able to look at evidence the IPCC ignores. Because we do not work for any governments, we are not biased toward the assumption that greater government activity is necessary." (4)

Das NIPCC hat dieselben Klimadaten geprüft, die vom IPCC der UNO verwendet wurden. Dabei kamen die unabhängigen Wissenschaftler zu Schlussfolgerungen, die denen des IPCC entgegengesetzt sind. Der neueste Bericht des NIPCC: Climate Change Reconsidered: 2009 Report of the Nongovernmental International Panel on Climate Change (4), widerlegt auf 868 Seiten alle wesentlichen Aussagen des IPCC.

Die Autoren der NIPCC-Berichte werden von sehr vielen Wissenschaftlern unterstützt, die der Hypothese einer anthropogenen globalen Erwärmung kritisch gegenüber stehen. Im "Petition Project" haben 31.478 amerikanische Wissenschaftler eine Petition unterzeichnet, die u. a. folgenden Absatz enthält: "There is no convincing scientific evidence that human release of carbon dioxide, methane, or other greenhouse gases is causing or will, in the foreseeable future, cause catastrophic heating of the Earth’s atmosphere and disruption of the Earth’s climate. Moreover, there is substantial scientific evidence that increases in atmospheric carbon dioxide produce many beneficial effects upon the natural plant and animal environments of the Earth." (5)

Unter den Unterzeichnern dieser Erklärung sind auch 9.029 Wissenschaftler, die den Titel eines Ph.D. tragen. Auch außerhalb der USA gibt es sehr viele Wissenschaftler, welche die Aussagen der obigen Petition unterstützen. Im Gegensatz dazu wurde der letzte Bericht des IPCC, der 4. Assessment Report aus dem Jahre 2007, in seinem entscheidenden Teil, nämlich dem Summary for Policymakers, von weniger als 100 Personen, die nicht alle Wissenschaftler waren, geschrieben. Dieser kleine Personenkreis hat auch die wissenschaftlichen Kapitel an die Zusammenfassung für Politiker angepasst. Von einem wissenschaftlichen Konsens in den Klimawissenschaften kann deshalb keine Rede sein. Es gibt keine Rechtfertigung, die es Ihnen erlauben würde, die Erkenntnisse der kritischen Klimawissenschaftler zu ignorieren.

Es stellt sich überhaupt die Frage, wie Sie Ihre Klimapolitik rechtfertigen wollen, die die Verbraucher über staatlich diktierte Einspeisetarife ärmer macht, die Steuerzahler mit unsinnigen Subventionsausgaben belastet, die Energiepreise erhöht und damit die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Unternehmen zerstört, die Kapitalflucht ins Ausland fördert und Arbeitsplätze vernichtet.

Die FDP hat ihren Wählern eine massive Steuersenkung versprochen. Angesichts der riesigen Staatsschulden ist dieses Versprechen nur zu halten, wenn zur Gegenfinanzierung der Steuersenkung staatliche Ausgaben in mindestens gleicher Höhe reduziert werden. Dafür bieten sich in erster Linie die unsinnigen und schädlichen Subventionen an, die im Rahmen des angeblichen Klimaschutzes gewährt werden. Die von Ihnen betriebene Klimapolitik erschwert eine Sanierung der Staatshaushalte und verhindert, dass die FDP ihr Hauptwahlversprechen glaubhaft erfüllen kann.

Die von Ihnen betriebene Klimapolitik steht in Widerspruch zu allen Grundsätzen liberaler Politik, wie dem Streben nach einem schlanken Staat, niedrigen Steuern, möglichst wenig Regulierungen und Wahlfreiheit der Bürger in ihren Konsumentscheidungen. Erheben Sie überhaupt noch den Anspruch, ein liberaler Politiker zu sein?

Mit freundlichen Grüßen

Heide-Marie Rasch
Vorsitzende der FDP-Fraktion im Kreistag von Nordfriesland

P.S.: Ich werde diesen Brief im Internet veröffentlichen, damit möglichst viele Bürger die Gelegenheit erhalten, zu den hier angesprochenen Themen Stellung zu nehmen.

Quellenangaben:

(1) Holger Krahmer: Komplettes Versagen europäischer Klimapolitik
(2) Gabriel Calzada: Study of the effects on employment of public aid to renewable energy sources
(3) CEPOS: Wind Energy in Denmark
(4) NIPCC: Climate Change Reconsidered
(5) Petition Project

Donnerstag, 25. Februar 2010

Die Politisierung der Klimawissenschaften

Die politische Klasse benötigt das Angstpotential einer anthropogenen globalen Erwärmung, die katastrophale Folgen habe, zur Rechtfertigung einer weiteren Ausdehnung ihrer Herrschaft. Schon heute dient dieses Schreckgespenst zur Durchsetzung von neuen Steuern und Regulierungen, wie der Einführung unrealistischer Effizienzstandards für Autos, dem Bau höchst unwirtschaftlicher Wind- und Solarenergieanlagen, der Schaffung unproduktiver Produktionsanlagen für Biotreibstoffe wie Ethanol aus Mais, dem Zwang für Elektrizitätsversorgungsunternehmen zur Abnahme von 'erneuerbarer' Energie zu überhöhten Preisen, und Plänen für die Sequestrierung von Kohlendioxid aus der Verbrennung fossiler Energieträger in Kraftwerken.

Aber auch 'rent seeking' Unternehmer hoffen von der AGW-Politik zu profitieren, indem sie über politische Mechanismen, wie Emissionszertifikatehandel, dem 'Clean Development Mechanism' der UNO, Karbon-Ausgleichszahlungen und ähnlichen Machenschaften sehr viel Geld von den Konsumenten und Steuerzahlern zu den politisch Privilegierten umlenken.

Zu dieser unheiligen Allianz von Politikern-Staatsbürokraten und Teilen der Unternehmerschaft kommt noch das gut organisierte Heer der Umweltaktivisten, die geschworene Feinde einer freien Wirtschaft sind und das Wohlleben der Massen ablehnen, das im Kapitalismus möglich ist. Für diese reaktionären Kräfte ist die AGW-Propaganda ein ideales Werkzeug, um die Gesellschaft in einen vorindustriellen Zustand zurück zu treiben, in dem dann grüne Priester tonangebend wären. Ihr Endziel ist eine weltweite ökosozialistische Diktatur.

Dieser antifreiheitlichen Koalition ist es gelungen, die AGW-Theorie zum Dogma zu erheben. Niemand, der Karriere machen will oder auf staatliche Forschungsgelder angewiesen ist, darf daran zweifeln. Das gesamte wissenschaftliche Establishment wurde auf Kurs gebracht: die Vorstände wissenschaftlicher Vereinigungen, die Verwalter geldgebender Stiftungen und die Herausgeber wissenschaftlicher Zeitschriften. Die Mainstream-Medien unterstützen diesen politisch-wissenschaftlichen Komplex und machen so erst seine Dominanz möglich.

Der heutige Zustand der Klimawissenschaften in den westlichen Industriestaaten ähnelt der Lage der Biologie in der Sowjetunion während der Herrschaft des Lysenkoismus. Zwar werden Abweichler nicht mehr in den Gulag geschickt, aber sie bekommen die Macht des Staates sehr unmittelbar zu spüren.

Umso bemerkenswerter ist es es, dass es Wissenschaftler gibt, die es wagen, den angeblichen Konsens zu kritisieren. Der kanadische Wissenschaftsautor Lawrence Solomon machte sich auf die Suche nach ihnen und war erstaunt, dass es nicht nur viele Dissidenten gibt, sondern dass diese "... were by far the more accomplished and eminent scientists." Solomon schrieb über diese Vorbilder in Bürgermut das Buch: The Deniers: The World-Renowned Scientists Who Stood Up Against Global Warming Hysteria, Political Persecution, and Fraud, Richard Vigilante Books, Revised Edition (April 2010), siehe dazu z. B. die Amazon-Seite des Buchs. Einige Stellungnahmen daraus:

  • Freeman Dyson, Professor für Physik am Institute for Advanced Study der Princeton University, einer der bedeutendsten Physiker der Welt, sagte über die Klimamodelle des IPCC, dass sie "full of fudge factors" sind und "do not begin to describe the real world." An einer anderen Stelle schrieb Dyson: "I have studied the climate models and I know what they can do. The models solve the equations of fluid dynamics, and they do a very good job of describing the fluid motions of the atmosphere and the oceans. They do a very poor job of describing the clouds, the dust, the chemistry, and the biology of fields and farms and forests. They do not begin to describe the real world that we live in." (Heretical thoughts about science and society. Edge: The Third Culture, 2007)

  • Zbigniew Jaworowski, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates des Zentrallabors für Radiologische Sicherheit in Warschau und früherer Vorsitzender des Scientific Committee on the Effects of Atomic Radiation der UNO, ein weltbekannter Experte auf dem Gebiet der Auswertung von Eisbohrkernen für die Klimaforschung, sagte, die UNO "based its global-warming hypothesis on arbitrary assumptions and these assumptions, it is now clear, are false."

  • Richard Lindzen, Professor für Meteorologie am M.I.T. und Mitglied des National Research Council Board on Atmospheric Sciences and Climate, sagte, das IPCC "[is] trumpeting catastrophes that couldn’t happen even if the models were right."

  • Hendrik Tennekes, Professor und Forschungsdirektor am Königlichen Meteorologischen Institut der Niederlande, sagte "there exists no sound theoretical framework for climate predictability studies".

  • Richard Tol, Forschungsleiter am Institut für Umweltstudien der Vrije Universiteit und außerordentlicher Professor am Center for Integrated Study of the Human Dimensions of Global Change an der Carnegie Mellon University, beurteilte den letzten Assessment Report (2007) des IPCC als "preposterous ... alarmist and incompetent."

  • Antonino Zichichi, emeritierter Professor für Physik an der Universität von Bologna, früherer Präsident der European Physical Society, und einer der führenden Physiker der Welt, nannte die Klimamodelle des IPCC "incoherent and invalid".


Eine detaillierte Widerlegung der Propaganda des IPCC leistet das Nongovernmental International Panel on Climate Change (NIPCC). Die kostenlose elektronische Version seines neuesten, 868 Seiten starken Berichts: Craig Idso and S. Fred Singer, Climate Change Reconsidered: 2009 Report of the Nongovernmental International Panel on Climate Change (NIPCC), Chicago, IL: The Heartland Institute, 2009, findet sich hier. Darin stellen die Autoren fest:

"Why have IPCC reports been marred by controversy and so frequently contradicted by subsequent research? Certainly its agenda to find evidence of a human role in climate change is a major reason; its organization as a government entity beholden to political agendas is another major reason; and the large professional and financial rewards that go to scientists and bureaucrats who are willing to bend scientific facts to match those agendas is yet a third major reason. Another reason for the IPCC’s unreliability is the naive acceptance by policymakers of 'peer-reviewed' literature as necessarily authoritative. It has become the case that refereeing standards for many climatechange papers are inadequate, often because of the use of an 'invisible college' of reviewers of like inclination to a paper’s authors ... Policy should be set upon a background of demonstrable science, not upon simple (and often mistaken) assertions that, because a paper was refereed, its conclusions must be accepted."

Überlassen wir das letzte Wort John Christy, einen ehemaligen lead author des IPCC, Professor of Atmospheric Science und Direktor des Earth System Science Center an der University of Alabama—Huntsville: "Our ignorance about the climate system is enormous, and policy makers need to know that. This is an extremely complex system, and thinking we can control it is hubris."

Dienstag, 5. Januar 2010

There is no business like climate business - Teil 1

Die wunderbare Karriere des Dr. Pachauri

Wer ist es, der die gegenwärtige Klimapolitik vorantreibt? Welche Motive haben die Führer der grünen Bewegung? Wir wollen in unserer kleinen Serie versuchen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Sehen wir uns einmal Dr. Rajendra Pachauri an, den Vorsitzenden des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) der UNO. Dr. Pachauri, der von der BBC als “the world’s top climate scientist” bezeichnet wurde, ist überhaupt kein Klimawissenschaftler, sondern ein früherer Eisenbahningenieur mit einem PhD in Ökonomie. Das hindert ihn aber nicht, als maßgebende Autorität auf dem Gebiet der Klimawissenschaften aufzutreten.

Wir müssen aber anerkennen, dass Dr. Pachauri über viele Talente verfügt, die ihm zu einer erstaunlichen Karriere verhalfen. Seine ursprüngliche Machtbasis, von der aus er sein weltweites Netz von Einflüssen entwickelte, war das Tata Energy Research Institute (TERI) in Neu Delhi, dessen Direktor er 1981 wurde. Später wurde das Institut in The Energy Research Institute umbenannt. TERI wurde 1974 durch Indiens größten Konzern, der in privatem Eigentum befindlichen Tata Group gegründet, deren Geschäftszweige von Stahl, über Autos und Energie bis zu Chemikalien, Telekommunikation und Versicherungen reichen. In Großbritannien besitzt Tata zum Beispiel den Luxuswagenhersteller Jaguar, Land Rover, Tetley Tea und Corus, den größten Stahlhersteller des Landes.

In Indien übt Tata eine enorme politische Macht aus. Obwohl TERI seit seiner Namensänderung noch zusätzliche Sponsoren gefunden hat, ist das Institut auch weiterhin eng mit dem Tata Konzern verbunden.

Als Dr. Pachauri zu Beginn der 1980er Jahre die Geschäftsführung von TERI übernahm, konzentrierten sich seine Aktivitäten auf die Erdöl- und Kohleindustrie, was aus heutiger Sicht etwas seltsam erscheint, denn inzwischen ist Dr. Pachauri vor allem durch seinen Kampf gegen die fossilen Brennstoffe bekannt. Er war zum Beispiel bis 2003 ein Direktor von India Oil, dem größten Wirtschaftsunternehmen des Landes, und er blieb bis 2009 ein Direktor der National Thermal Power Generating Corporation, dem größten Elektrizitätsproduzenten Indiens. Im Jahr 2005 gründete er GloriOil, ein Unternehmen in Texas, das sich auf Technologien spezialisiert, die es erlauben, aus zur Neige gehenden Ölfeldern die letzten Reserven zu gewinnen.

Als Pachauri jedoch 1997 stellvertretender Vorsitzender des IPCC wurde, weitete TERI seine Tätigkeit auf jede Art von erneuerbarer und nachhaltiger Energie aus, ganz in Übereinstimmung mit der Geschäftspolitik der Tata Group, die massiv in diesen Bereich tätig ist, wie zum Beispiel die Ankündigung des Unternehmens zeigt, weltweit 1,5 Milliarden Dollar in Windkraftanlagen zu investieren.

Um der neuen Aufgabenstellung gerecht zu werden, hat Dr. Pachauri sein TERI Imperium weltweit ausgeweitet. Es hat nun Zweigstellen in den USA, der EU und verschiedenen Ländern Asiens. TERI Europe, mit Sitz in London, führt zur Zeit ein Projekt über Bioenergie durch, das von der EU finanziert wird. Ein anderes Projekt, das vom britischen Department of Environment, Food and Rural Affairs und der deutschen Versicherungsfirma Münchner Rück finanziert wird, soll herausfinden, wie die indische Versicherungswirtschaft, einschließlich Tata, von der Absicherung des Risikos eines Klimawandels profitieren kann. Das ist eines der vielen Beispiele dafür, wie nützlich TERI für Tata ist, aber es stellt sich die Frage, warum der Steuerzahler die Entwicklung eines privaten Geschäftsmodells finanzieren soll.

Noch seltsamer ist die Rolle von TERI North America, dessen Präsident Dr. Pachauri ist, und das seinen Sitz in Washington D.C. hat, sinnvollerweise in der Pennsylvania Avenue, zwischen dem White House und dem Capitol. Diese Adresse passt sehr gut zu der Institution, die sich selbst ohne Scham als eine Lobbyorganisation positioniert, deren Aufgabe es sei, “[to] sensitise decision-makers in North America to developing countries’ concerns about energy and the environment”.

TERI-NA wird finanziell getragen von einer Vielzahl staatlicher und privater Sponsoren, darunter vier Zweige der UNO-Bürokratie, vier Behörden der US-Regierung, dem Erdölgiganten Amoco, zwei führende Waffenhersteller aus den USA, das durch sein genetisch modifiziertes Saatgut bekannt gewordene landwirtschaftliche Unternehmen Monsanto, der Öko-Lobbyist WWF, der seinerseits den Großteil seiner Finanzierung von der EU erhält, und zwei der weltweit größten Teilnehmer auf dem internationalen Kohlenstoff Markt, wo Karbon-Emissionszertifikate gehandelt werden.

Diese Aktivitäten von TERI sind zweifellos im Interesse des Tata Konzerns, der nicht nur stark in erneuerbaren Energien und Versicherungen, sondern auch im Karbonhandel engagiert ist, dem weltweiten Handel mit Kohlendioxid Emissionsrechten. Der größte Teil dieses künstlichen Marktes, der seine Existenz nur politischen Entscheidungen verdankt, wird von der UNO unter dem Clean Development Mechanism (CDM) verwaltet, der durch das Kyoto Protokoll eingeführt wurde.

Unter dem CDM sollen Unternehmen und Konsumenten der entwickelten Länder für das Recht zahlen, die ihnen willkürlich zugeteilten Karbongrenzen zu überschreiten, indem sie Emissionszertifikate von Firmen in Entwicklungs- und Schwellenländern kaufen, die ihre Emissionsrechte nicht voll genutzt haben oder irgendwie zeigen können, dass sie ihre Karbonemissionen vermindert haben.

Ein derartiges Projekt führt Tata gerade in England durch, wo sie die Herstellung von 3 Millionen Tonnen Stahl von ihrem Corus Werk in Redcar in eine neue Anlage im indischen Bundesstaat Orissa verlegen und dadurch "carbon credits" in der Höhe von 1,2 Milliarden Pfund Sterling gewinnen. Eine Nebenwirkung dieser Kohlenstoffpolitik besteht darin, dass in Redcar 1.700 englische Arbeiter ihre Arbeit verlieren.

In Indien werden gegenwärtig 1.455 CDM Projekte durchgeführt, mit einem Gesamtwert von 33 Milliarden Dollar. An vielen dieser Projekte ist Tata beteiligt und damit ein wesentlicher Nutznießer dieser Politik. Da trifft es sich gut, dass Dr. Pachauri im Beirat der Chicago Climate Exchange sitzt, der größten Kohlenstoffemissionsbörse der Welt, die auch die indische Karbonbörse, mit Unterstützung von TERI, eingerichtet hat.

Aber dieser Beiratssitz ist nur einer der vielen Posten, die Dr. Pachauri in den Jahren seit seiner Ernennung durch die UNO zum Topbürokraten des Klimawandels für sich erobert hat. Im Jahre 2007 wurde er zum Beispiel in den Beirat von Siderian, einer in San Francisco ansässigen Wagniskapitalfirma berufen, die sich auf nachhaltige Technologien spezialisiert, und die von Pachauri "access, standing and industrial exposure at the highest level" erwartet.

Im Jahre 2008 wurde er zum Berater für erneuerbare und nachhaltige Energie für die Credit Suisse Bank und die Rockefeller Stiftung ernannt. Er trat in den Verwaltungsrat der Nordic Glitnir Bank ein, als diese ihren Sustainable Future Fund gründete, für den Geldgeber gesucht wurden, die Milliarden in den Fond einbringen sollen. Pachauri wurde auch Vorsitzender des Indochina Sustainable Infrastructure Fund, der ein Kapital von weit über 100 Milliarden Dollar anstrebt.

Im gleichen Jahr wurde Pachauri auch ein Direktor des International Risk Governance Council in Genf, der von EDF and EOn, zwei der größten Elektrizitätsunternehmen Europas, eingerichtet worden war, um "Bioenergie" zu fördern. Im Jahre 2009 trat Dr. Pachauri dem New Yorker Investitionsfond Pegasus als ein strategischer Berater bei, und er wurde zum Vorsitzenden des Beratungsbeirats der Asian Development Bank ernannt, die sehr stark in den Handel mit Karbonemissionszertifikaten unter dem CDM Regime verwickelt ist.

Dr. Pachauris Dienste sind aber auch an anderen Orten gefragt. Er ist Vorsitzender des Climate and Energy Institute der Yale University, das Millionen von Dollar von den USA und privaten Unternehmen erhält. Er ist im Beratungsbeirat zum Klimawandel der Deutsche Bank. Er ist Direktor des Japanese Institute for Global Environmental Strategies und war bis vor kurzem ein Berater von Toyota Motors. Außerdem fungiert er als Politikberater für SNCF, die staatliche französische Eisenbahngesellschaft.

Auch in seiner Heimat Indien ist er sehr aktiv. Er dient in einer Reihe von Regierungsorganisationen, einschließlich des Economic Advisory Committee des Ministerpräsidenten, und er hat verschiedene akademische Stellen inne.

Welcher Art sein vielgesuchter Rat ist, kann man an seinen öffentlich gegebenen Empfehlungen erkennen. Dr. Pachauri fordert, dass die Weltbevölkerung erheblich weniger Fleisch essen soll, um die angeblich schädlichen Methanemissionen der Nutztiere zu senken. Er verlangt ein Verbot von Speiseeis in Restaurants und die obligatorische Installation von Energieverbrauchsmessgeräten in Hotels, damit von den Hotelgästen eine Karbonsteuer für die Nutzung von Heizung und Klimaanlage erhoben werden kann.

Bei aller Gesprächigkeit bleibt Dr. Pachauri jedoch zu einem Thema stumm. Er verschweigt, wieviel Geld ihm in all diesen Funktionen bezahlt wird. Es müssen jährlich Millionen von Dollar sein. Nicht eine der vielen Institutionen, die ihn beschäftigen, veröffentlicht Angaben über sein Gehalt oder Honorar. Das schließt die UNO ein, die es ablehnt anzugeben, wieviel sie einem ihrer höchsten Funktionsträger bezahlt.

TERI selbst ist so schamhaft was seine Finanzen angeht, dass es keine Bilanz veröffentlicht, sondern nur zwei Kreisdiagramme über die Zusammensetzung ihrer Einnahmen und Ausgaben, die aber keine Zahlen enthalten. Dr. Pachauri schweigt auch über die Verbindungen von TERI mit Tata, jenem Konzern, der in den 1970er Jahren das Institut gründete und dessen Namen es bis zu seiner Namensänderung im Jahre 2002 trug. Ein Sprecher von TERI sagte damals "we have not severed our past relationship with the Tatas, the change is only for convenience".

Für TERI scheint sich die hohe Position seines Generaldirektors in der UNO-Bürokratie bereits ausgezahlt zu haben. So war zum Beispiel TERI ein bevorzugter Bieter bei der Ausschreibung von Kontrakten für die Beseitigung der Schäden, welche die Truppen von Saddam Hussein während ihrer Besetzung von Kuwait angerichtet hatten. Die ausgeschriebenen Aufräumungsarbeiten kosten 3 Milliarden Dollar, die von der UNO aufgebracht werden. TERI hat in der Vergangenheit bereits 9 Verträge geschlossen, die von der UNO finanziert werden.

TERI wird auch von der EU-Bürokratie sehr geschätzt, die Dr. Pachauris Institut als Partner in nicht weniger als 12 Projekte einbezogen hat, mit denen die Auswirkungen der globalen Erwärmung gemildert werden sollen.

Die Aktivitäten des Dr. Pachauri werfen einige Fragen auf. Was erwarten die privaten Konzerne, die ihn beschäftigen und bezahlen, von ihrem Mitarbeiter Pachauri? Diese Unternehmen haben bereits Milliarden in erneuerbare Energien investiert. Die Rentabilität dieser Investitionen ist vollständig von politischen Entscheidungen abhängig. Überdies erhoffen sich diese Unternehmen Milliardengewinne aus dem Handel von Karbonemissionszertifikaten. Auch hier entscheidet die Politik über Gewinn oder Verlust.

Kann Dr Pachauri in seiner Rolle als IPCC Vorsitzender unabhängige Entscheidungen im Interesse der Allgemeinheit treffen, wenn er gleichzeitig viel Geld von Institutionen bekommt, die an ganz bestimmten Entscheidungen finanziell stark interessiert sind? Ist der Mund von Dr. Pachauri da, wo auch sein Geld ist?

Der Fall Pachauri zeigt exemplarisch, welche unheilige Allianz von politischen Unternehmern und Ökoaktivisten sich in der Klimapolitik gebildet hat. Welche Beziehungen haben diese strange bedfellows zueinander? Sind die grünen Sturmtruppen nur die nützlichen Idioten einiger skrupelloser Kapitalisten, die mit politischen Mitteln Extragewinne erwirtschaften wollen? Oder führen geschickte Klassenkämpfer im grünen Tarnanzug einige unbedarfte Manager mit etwas Zuckerbrot auf einen Weg, der über die Verteuerung und Verknappung der Energie zur Zerstörung des Kapitalismus führen muss?

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