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Montag, 8. Oktober 2012

Die unzuverlässige Windenergie

Der Wind weht so unregelmäßig, dass er keinen eigenständigen Beitrag zur Deckung des Strombedarfs machen kann. Die folgende Grafik gibt dafür ein Beispiel (Quelle: William Korchinski, The Limits of Wind Power, Figure 6):


Das obige Bild zeigt die Windstromeinspeisung in das Netz des deutschen Energieversorgers E.ON zu Weihnachten 2004. Am Weihnachtstag erreichte die Windleistung um 9.15 Uhr ihr Maximum von 6.024 MW, um dann in nur 10 Stunden auf 2.000 MW zu fallen. Dieser Leistungsabfall von über 4.000 MW entspricht der Kapazität von 8 Kohlekraftwerksblöcken von je 500 MW. Der Absturz in der Windstromzulieferung belief sich an jenem Tag zeitweise auf 16 MW je Minute, im Durchschnitt war es ein Rückgang von 6,7 MW je Minute. Vom ersten bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag fiel die Windstromeinspeisung von 4.500 MW auf unter 40 MW.

Die nächste Grafik stellt für den Bereich der PJM Interconnection Region, die Delaware, Illinois, Indiana, Kentucky, Maryland, Michigan, New Jersey, North Carolina, Ohio, Pennsylvania, Tennessee, Virginia, West Virginia und den District of Columbia umfasst, für den Zeitraum vom 18.12.2008 bis zum 22.01.2010 den tatsächlichen Stromverbrauch der Windstromeinspeisung gegenüber, die angefallen wäre, wenn nur Windstrom zur Verfügung gestanden hätte (Bildquelle: William Korchinski, The Limits of Wind Power, Figure 11):


Man sieht, dass ständig entweder viel zu viel oder viel zu wenig Windleistung zur Verfügung steht. Um die heftigen Schwankungen der Windenergie auszugleichen, müsste man den Strom aus dieser Quelle in Überschusszeiten speichern, um bei Windflaute das Netz versorgen zu können. Nur Pumpspeicherwerke können das wirtschaftlich leisten, alle anderen Verfahren (Batterien, Luftkomprimierung) sind weit von der Marktreife entfernt. Für die PJM Interconnection Region würde man unter der obigen Bedingung einen Speichersee von 5.200 km2 benötigen, der 30 m tief ist. Es ist offenkundig, dass derartige Monsterbauwerke nicht realisierbar sind.

Das bedeutet: je höher der Anteil des Windstroms, desto instabiler wird das Netz, denn die schwankende Verfügbarkeit des Windes macht die hohe Verlässlichkeit der konventionellen Kraftwerke immer unbedeutender. Windkraftanlagen können daher die herkömmlichen Kraftwerke nicht ersetzen, sondern sie zwingen sie in einen Backup-Modus, in dem sie unwirtschaftlich arbeiten müssen.

E.ON stellt dazu fest (Wind Report 2005, Seite 9): "As wind power capacity rises, the lower availability of the wind farms determines the reliability of the system as a whole to an ever increasing extent. Consequently, the greater reliability of traditional power stations becomes increasingly eclipsed. As a result, the relative contribution of wind power to the guaranteed capacity of our supply system up to the year 2020 will fall continuously to around 4%. In concrete terms, this means that in 2020, with a forecast wind power capacity of over 48,000 MW, 2,000 MW of traditional power production can be replaced by these wind farms."

Dienstag, 3. Juli 2012

Der Kapazitätsfaktor erneuerbarer Energien

Die Grünen schwärmen wortreich über die angeblichen Vorzüge der erneuerbaren Energien, aber sie sind sehr zurückhaltend bei der Bereitstellung von Daten, die den Produktivitätsvergleich ihrer Lieblingsenergiearten mit den Kohlenwasserstoffen und der Atomenergie ermöglichen würden. Eine entscheidende Kennziffer in diesem Zusammenhang ist der Kapazitätsfaktor, der die tatsächlich Leistung einer Energieproduktionsanlage als Prozentsatz der maximal möglichen Leistung dieser Anlage ausdrückt. Die folgende Tabelle zeigt einen internationalen Vergleich der Leistungsdaten von Windkraftanlagen im Jahre 2009 (Quelle: Physikalisches Institut der Universität Heidelberg in Windenergie):


Die blauen Ziffern in der Spalte "Nutzungsgrad" geben den Kapazitätsfaktor der Windkraftanlagen des betreffenden Landes an. Man sieht, dass Deutschland mit einem Kapazitätsfaktor von 16,6% noch schlechter dasteht als alle anderen Staaten. Trotzdem wurde an den ungünstigen deutschen Standorten im ökologistischen Überschwang mehr Windkraftkapazität installiert als in jedem anderen europäischen Land. Eine mittlere deutsche Windkraftanlage hatte im Jahr 2010 eine installierte Kapazität von ca. 1,3 MW und das Siebenjahresmittel des Kapazitätsfaktors aller deutscher Windkraftanlagen betrug 18% (Quelle: siehe oben).

Das bedeutet, dass eine deutsche Windkraftanlage in der Realität nur etwa ein Sechstel der Leistung liefert, für welche die Anlage ausgelegt wurde. Das entspricht einer Fabrikanlage, die während des Jahres nur 2 Monate in Betrieb ist und die restlichen 10 Monate still steht. Niemand würde in ein derartiges Pleiteobjekt investieren, aber im Energiebereich wurde der Markt beseitigt und die Politiker diktieren.

Es könnten auch niemals 500 2-MW-Windkraftanlagen ein 1000-MW-Kernkraftwerk ersetzen, da deutsche Kernkraftwerke einen Kapazitätsfaktor von weit über 90% haben. Ein Propagandamärchen ist auch die in der deutschen Presse oft zu findende Behauptung, dass ein bestimmter Verbund von Windkraftanlagen so und so viele Haushalte versorgen könne, wobei einfach die maximal mögliche Leistung durch den Verbrauch eines durchschnittlichen Haushalts geteilt wird. Die so ermittelte Versorgungszahl ist um das Sechsfache zu hoch angesetzt, wobei noch gar nicht berücksichtigt ist, dass der Windstrom, wenn er fließt, es oft zu Zeiten tut, in denen man ihn gar nicht gebrauchen kann.

"Wind energy can be likened to the wayward child. It’s unavailable when needed, shows up when unexpected, and when it does arrive it often behaves erratically. As a result, wind cannot be relied on as a primary fuel source." Lisa Linowes von Industrial Wind Action


So schlecht die Leistungsdaten der Windenergie sind, die Solarwirtschaft schafft es, diese noch drastisch zu unterbieten. Deutsche Fotovoltaikanlagen hatten im Jahre 2010 einen Kapazitätsfaktor von 7,9% (Quelle: Physikalisches Institut Heidelberg in Fotovoltaik in Deutschland). Der jährliche Kapazitätsfaktor der deutschen Solaranlagen schwankte im Zeitraum von 2000 bis 2010 zwischen 4% und 8%.

Den Grünen ist bewusst, wie ungünstig diese Leistungsdaten sind und sie versuchen, den Sachverhalt zu verschleiern. Das macht auch das Bundesumweltministerium, zu dessen Daten das Physikalisches Institut Heidelberg mit der gebotenen Ironie schreibt: "Ein Beweis für den hohen Sachverstand des BMU in Energiefragen ist die Tatsache, dass die installierte Leistung in der Einheit MW angegeben wird, die damit zu vergleichende, bereit gestellte Leistung aber in der Einheit GWh. Letztere ist eine Energieeinheit, und ich nehme an, dass diese Einheit eigentlich GWh a-1 sein sollte. Zur Berechnung des Kapazitätsfaktors ohne großen Umrechnungsaufwand müssen installierte und gelieferte Leistung mit derselben Maßeinheit angegeben werden. Oder ist es Ziel dieses, nicht nur vom BMU benutzen Verfahrens zu verschleiern, wie ungeeignet die Fotovoltaik für die Energieversorgung Deutschlands ist?."

Samstag, 2. Juni 2012

Götzendämmerung in Spanien

Die folgenden Kurven haben zustande gebracht, was alle rationalen Argumente bisher nicht vollbrachten:





Die nicht zuletzt durch die staatliche Energiepolitik ausgelöste Wirtschaftskrise hat die spanische Regierung gezwungen, einen Subventionsstopp für alle neuen Projekte zum Ausbau erneuerbarer Energien zu beschließen, siehe: Spanish moratorium turns tables for renewable energy sector. Der oberste europäische Windlobbyist, der CEO der European Wind Energy Association Christian Kjaer, sagte dazu völlig zu Recht: "They destroyed the Spanish market overnight with the moratorium ... The wider implication of this is that if Spanish politicians can do that, probably most European politicians can do that."

Wieder einmal zeigt sich die Richtigkeit der alten Erkenntnis: knappe Staatskassen sind die besten Verbündeten der Liberalen.

Donnerstag, 9. Juni 2011

Energiewende in den Abgrund

Die Bundesregierung hat im September 2010 ihr Energieprogramm vorgelegt, das folgende Ziele enthält:

  • Verminderung der Treibhausgasemissionen gegenüber dem Wert des Jahres 1990 um 40% bis zum Jahre 2020 und um 80% bis 95% bis 2050.

  • Reduktion des Primärenergieverbrauchs bis 2020 um 20% und bis 2050 um 50% gegenüber dem Stand des Jahres 2008.

  • Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch auf 18% und am Bruttostromverbrauch auf 35% bis 2020. Für 2050 sollen das 60% bzw. 80% sein.

  • Laufzeitverlängerung für die Kernkraftwerke um durchschnittlich 12 Jahre.


Der letzte der obigen Punkte sollte den Wahnsinn des staatlichen Energiekonzepts etwas mildern, aber die am 14.12.2010 in Kraft getretene Verlängerung der KKW-Laufzeiten wurde bereits drei Monate später durch das Kernkraftmoratorium und die darauf folgende Stilllegung von sieben Kernkraftwerken wieder aufgehoben. Heute hat die Bundesregierung ein Gesetz in den Bundestag eingebracht, nach dem im Laufe der nächsten 11 Jahre alle KKW für immer abzuschalten sind. Diese Energiepolitik werde, so versichert sie, eine "umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung" sicherstellen. Wir wollen diesen Anspruch hier näher überprüfen.

Umweltschonend


Ersetzt man die bisherige Stromerzeugung aus deutschen Kernkraftwerken je zur Hälfte durch Importe und durch Strom aus inländischen Kohle- und Gaskraftwerken, dann würden im Jahre 2018 dadurch von der deutschen Energiewirtschaft 62 Millionen Tonnen CO2 mehr emittiert als bei Beibehaltung der bestehenden KKW, was einer Zunahme um 28% entspricht (Wissenschaftliche Analyse zu schnellem Kernenergieausstieg des BDI vom 24.04.2011). Allein in den 3 Monaten des Atommoratoriums vom März 2011 bis heute wurden in Deutschland rund 8 Millionen Tonnen CO2 zusätzlich erzeugt. Damit verstößt die politische Klasse gegen ihre eigenen Reduktionsziele. Die regenerativen Energien sind alles andere als umweltfreundlich:

  • Energetische Biomassenutzung. Diese Verbrennung von Lebensmitteln verursacht steigende Lebensmittelpreise, Hunger in Entwicklungsländern (siehe dazu: Sündenböcke in Ägypten und Tunesien), Abholzung von Tropenwäldern für den Anbau von Ölpalmen, riesigen Flächenverbrauch, Monokulturen mit Verarmung der Böden, immensen Düngemitteleinsatz und Wasserverbrauch. Das selbst gesetzte Ziel einer Reduktion der Kohlendioxidemissionen wird nicht nur nicht erreicht, sondern die CO2-Bilanz ist sogar negativ.

  • Windstrom. Die Behauptung, dass durch die Nutzung der Windkraft fossile Brennstoffe eingespart würden und dem entsprechend die Emission von Kohlendioxid vermindert werden könnte, ist falsch. Modellrechnungen zeigen, dass durch die vom EEG erzwungene bevorzugte Einspeisung des Windstroms mehr fossile Energie verbraucht wird, als dies ohne den Einsatz der Windenergie notwendig wäre. Die EVU müssen konventionelle Kraftwerkskapazitäten in der Höhe der installierten Windstromnennleistung als Puffer bereit halten, um die Schwankungen der Windstromeinspeisung auszugleichen, wobei die mit fossilen Brennstoffen befeuerten Reserveanlagen ständig herauf- oder herunterzufahren sind, was nur mit erheblichen Effizienzeinbußen möglich ist, da die Backup-Kraftwerke hierbei außerhalb ihres Optimums betrieben werden. Dadurch ist ihr Brennstoffverbrauch höher als im Normalbetrieb, was oft die Brennstoffeinsparung der Windkraftanlagen überkompensiert, siehe dazu: Windige Geschäfte.

  • Solarstrom. Auch für die Solarenergie gilt grundsätzlich, dass die behauptete Brennstoffeinsparung in der Praxis nicht erreicht wird, siehe dazu: Solarenergie verbrennt Geld.


Zuverlässig


Nach der Zwangsabschaltung der sieben KKW im März kam es nur deshalb nicht zu Stromausfällen im deutschen Netz, weil die EVU in Spitzenzeiten alle Kohle- und Gaskraftwerke bis zur Maximalleistung hochfahren und vorerst die schon geplanten Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten verschoben haben. Auch die Netzbetreiber verzichten auf diese Arbeiten in ihren Höchstspannungsnetzen, weil sogar kurzfristige Abschaltungen in der gegenwärtigen Mangelsituation flächendeckende Stromausfälle sehr wahrscheinlich machen. Siehe dazu: E.On fährt Gas- und Kohlekraftwerke hoch.

Im kommenden Winter sind an kalten, windarmen Tagen, wenn unsere Nachbarn ihren Strom selber brauchen, weiträumige Netzzusammenbrüche zu erwarten. Auf jeden Fall wird Deutschland als Stütze für das europäische Netz ausfallen und statt dessen seine schwache Stelle werden, die andere Netzteilnehmer ständig bedroht.

Der ständig fluktuierende Wind- und Solarstrom ist mit einem stabilen Hochleistungsnetz nicht vereinbar. Großtechnische Speichermöglichkeiten zur Lösung dieses Problems sind beim gegenwärtigen Stand der Technik nur die Pumpspeicherwerke, für die es in Deutschland kaum weitere Ausbaumöglichkeiten gibt. Das Pumpspeicherwerk Atdorf im Schwarzwald wird vermutlich der letzte große Speicherbau dieser Art sein, denn grüne Bürgerinitiativen bekämpfen erbittert jedes neue Projekt.

Die Seekabel-Verbindung durch die Nordsee zu den norwegischen Wasserkraftwerken wird keine spürbare Entlastung bringen, denn die milliardenteure 530 km lange Leitung kann nur 1.400 MW übertragen. Das entspricht gerade einmal 4% der schon jetzt in Deutschland installierten Windstromleistung. Außerdem sind die meisten norwegischen Wasserkraftwerke keine Speicherwerke, die Wasser bergauf pumpen könnten. Sie müßten mit großem Aufwand umgebaut werden, falls ihre norwegischen Betreibern das überhaupt wollen.

Die grüne Behauptung, dass in Zukunft Millionen von Elektroautos mit ihren Batterien das Speicherproblem des Wind- und Solarstroms lösen würden, ist unglaubwürdig. Es wird in den nächsten Jahrzehnten keine nennenswerte Anzahl von Elektroautos geben, da noch sehr lange keine bezahlbaren, für den Winterbetrieb geeigneten und mit ausreichender Energiekapazität ausgestatteten Batterien gebaut werden können. Die Hoffnung auf einen technologischen Durchbruch in diesem Bereich ist reine Illusion.

Eine weitere Fehleinschätzung liegt in der Annahme, dass die Eigentümer von Elektroautos bereit wären, die Batterien ihrer Fahrzeuge den Stromversorgern zum Ausgleich ihrer Einspeisungsschwankungen zu überlassen. Die Lebensdauer der teuren Batterie wird nicht durch ihr Alter, sondern allein durch die Anzahl der Lade-Entlade-Vorgänge bestimmt. Wenn die Autobatterie nach Bedarf der EVU geladen und entladen wird, senkt das ihre Lebensdauer erheblich. Einer derartigen Zweckentfremdung würde ihr Eigentümer nur zustimmen, wenn er von den Stromversorgern eine Nutzungsgebühr erheben könnte. Das wiederum führte zu einer drastischen Verteuerung dieser Speichermöglichkeit, für die auch noch eine gigantische Infrastruktur aufzubauen wäre.

Von illusionärem Wunschdenken geprägt sind auch alle Vorschläge, den Windstrom für eine elektrolytische Spaltung von Wasser zu nutzen und den daraus gewonnenen Wasserstoff wieder in Strom zurückzuverwandeln. Das wären äußerst kostspielige Energievernichtungsanlagen mit Energieverlusten im Bereich von 70% bis 80%, siehe dazu: Wasserstoff ist kein Ersatz für Erdöl.

Bezahlbar


Der durch die KKW-Abschaltungen plötzlich notwendig gewordene zusätzliche Stromimport brachte die Börsenstrompreise zum Steigen, übrigens auch für unsere Nachbarstaaten. So erhöhten sich seit dem Kernenergieausstieg die Preise an den Strombörsen um 12% und die Kurse der Emissionszertifikate um 10%.

Seit der Abschaltung der sieben KKW am 17. März 2011 importiert Deutschland zusätzlich täglich circa 45 Millionen KWh. Dafür zahlen die deutschen Abnehmer einen Preis, der um rund 50 Euro pro MWh über dem Abgabepreis der stillgelegten deutschen Kernkraftwerke liegt. Allein das bedeutet für die Stromverbraucher seit dem Abschalttag eine tägliche Mehrbelastung von rund 2,3 Millionen Euro.

Nach einer Studie des BDI lässt die stufenweise Abschaltung der Kernkraftwerke die Strompreise bis 2018 um ein Drittel steigen. "Bis 2020 kämen auf die Stromverbraucher allein durch einen vorgezogenen Kernenergieausstieg Mehrkosten von insgesamt rund 33 Milliarden Euro zu. Die steigenden Preise erklären sich vor allem durch den Einsatz teurerer Erzeugungstechnologien und durch höhere CO2-Preise. Den größten Anteil müssten Industrie und weitere Gewerbekunden übernehmen: Sie hätten in diesem Zeitraum 24 Milliarden Euro Mehrkosten zu tragen, private Verbraucher neun Milliarden Euro. Rechnet man die Mehrkosten eines Ausstiegs mit den absehbaren Kosten des Ausbaus erneuerbarer Energien und der Netzinfrastruktur gemäß Energiekonzept für alle Kunden zusammen, so betragen die Mehrbelastungen bis 2020 sogar 51 Milliarden Euro." (Wissenschaftliche Analyse zu schnellem Kernenergieausstieg)

Jeder Bürger kann berechnen wieviel ihm die politische Bevorzugung der regenerativen Energien kostet, indem er die Vergütungssätze für Wind-, Solar- und Biomassestrom (Einspeisevergütung gem. EEG) mit den Gestehungskosten (ohne Steuern, Abgaben, Verteilungskosten, Gewinn) für Strom aus Kohle-, Gas- und Kernkraftwerken vergleicht. Die Gestehungskosten für die konventionelle Stromerzeugung betragen (Panos Konstantin, Praxisbuch Energiewirtschaft):

  • Braunkohlekraftwerke: 4,6 Cent/KWh.

  • Steinkohlekraftwerke: 4,9 Cent/KWh.

  • Kernkraftwerk (abg.): 2,2 Cent/KWh.

  • Kernkraftwerk-Neubau: 5,0 Cent/KWh.

  • Gas-Dampf-Kraftwerke: 5,7 Cent/KWh.


Die Einspeisevergütungen für Ökostrom gem. Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) betragen im Jahre 2011 (Wikipedia, Erneuerbare-Energien-Gesetz):

  • Windstrom Landanlage: 9,2 Cent/KWh.

  • Windstrom Offshore: 13,0 Cent/KWh.

  • Biomassestrom Grundvergütung: 11,67 Cent/KWh bis 150 KW, danach absinkend bis 7,79 Cent/KWh bei 5 MW - 20 MW, dazu zahlreiche Boni wie Nawaro-Bonus, Gülle-Bonus, Technologie-Bonus, Kraft-Wärme-Kopplungs-Bonus und Formaldehyd-Bonus.

  • Photovoltaikstrom: 28,74 Cent/KWh bis 24,43 Cent/KWh je nach Zeitpunkt der Inbetriebnahme.


Hierzu kommen die Kosten des Netzausbaus, um den Ökostrom zu den Verbrauchszentren zu bringen. In den nächsten zehn Jahren sind 4.500 km neue Höchstspannungsleitungen zu bauen, um die regenerative Stromerzeugung von 17% auf 40% zu steigern. Auf der Mittel- und Niederspannungsebene sind zusätzliche Leitungen von 200.000 bis 400.000 km erforderlich. Allein schon die Kosten des politisch erzwungenen Um- und Ausbaus der Stromnetze werden die Strompreise deutlich erhöhen.

Durch den Kernenergieausstieg verliert Deutschland die Fähigkeit zum Bau neuer Kernkraftwerke und damit viele potentielle Kunden, die sich diese Hochtechnologie zunutze machen wollen. Das bedeutet den Verlust anspruchsvoller Arbeitsplätze, die Abwanderung Hochqualifizierter ins Ausland und eine steigende Abhängigkeit von immer teuer werdenden Stromimporten. Die Kernkraftwerke der 4. Generation, in denen es aus physikalischen Gründen zu keiner Kernschmelze kommen kann, sind inhärent sicher, siehe dazu The Generation IV International Forum. Sie werden aber nicht mehr von deutschen Unternehmen gebaut werden, die damit in diesem entscheidenden Bereich zur Bedeutungslosigkeit absinken.

Dienstag, 12. April 2011

Windenergie kein Ersatz für Kernenergie

Das von der Bundesregierung beschlossene Moratorium für den Betrieb der vor 1980 gebauten Kernkraftwerke ist der Ausstieg aus dem Ausstieg (kürzlich beschlossene Laufzeitverlängerung) aus dem Ausstieg (Laufzeitbefristung der rot-grünen Regierung). Nach dem Willen der uns regierenden ökosozialistischen Einheitspartei sollen die erneuerbaren Energien die böse Kernenergie ersetzen. Da die Windenergie den größten Anteil an den regenerativen Energiearten hat, müsste vor allem sie die entstehende Lücke füllen. Kann sie das überhaupt?



Die obige Grafik (Quelle: Prof. Dr.-Ing. Helmut Alt im Artikel Kernenergieausstieg und seine Folgen aus der Reihe Ausgewählte Kapitel der Energiewirtschaft) zeigt die stark fluktuierende Windleistung im Abschaltmonat März 2011, die im Grundlastbereich die Kernenergie ersetzen soll, deren Stromeinspeisung als eine waagrechte Linie im Diagramm vorzustellen ist, siehe dazu die nächste Grafik (Quelle: Prof. Dr.-Ing. Helmut Alt, Manuskripte 2008):



Der blaue senkrechte Balken in der ersten Grafik repräsentiert die Speicherkapazität aller Pumpspeicherwerke in Deutschland, die bei weitem nicht in der Lage sind, die stark schwankende Windleistung zu puffern. Die rote strichlierte Linie stellt die durchschnittliche Leistung aller Windkraftanlagen in Höhe von 4,1 GW dar. Das ist der klägliche Ertrag der 21.607 in Deutschland installierten Windturbinen mit einer Nennleistung von 27.214 GW, die folglich im Jahresdurchschnitt nur 15% ihrer maximal möglichen Leistung liefern.



Das obige Bild (Quelle: Prof. Dr.-Ing. Helmut Alt im Artikel Windleistungseinspeisung in das transpower stromübertragungs gmbh - Netz vormals E.on – Netz von Mai bis Juli 2010 aus der Reihe Ausgewählte Kapitel der Energiewirtschaft) stellt in der Regelzone transpower stromübertragung der E.ON die dort über direkt angeschlossene Transformatoren und Leitungen zu Verteilungsnetzen und Endverbrauchern ausgelieferte Strommenge (vertikale Netzlast) der Windleistung gegenüber. Man sieht, dass die erratische Windenergie keinen nützlichen Beitrag zur Stromversorgung leistet. In diesem Teilnetz liegt auch "Alpha Ventus", der vielgerühmte erste deutsche Hochsee-Windpark, dessen Bau zwar Riesensummen verschlungen hat, der aber kaum etwas bringt.

Durch die KKW-Stilllegungen fehlen plötzlich 7.000 MW Leistung bzw. pro Tag ca. 150 GWh. Da die Windenergie dieses Defizit nicht decken kann, muss es durch Stromimporte, häufig aus Kernkraftwerken, und durch die höhere Auslastung inländischer Kohle- und Gaskraftwerke ausgeglichen werden. Das bringt erhebliche Mehrkosten mit sich, da der Importstrom etwa 50 €/MWh über den Kosten der Stromerzeugung in den stillgelegten deutschen Kernkraftwerken liegt. Heltmut Alt stellt dazu fest (Quelle: Kernenergieausstieg und seine Folgen): "Die sieben abgeschalteten Kernkraftwerke wären jedenfalls heute ebenso sicher wie eine Woche zuvor, bevor die Katastrophe sich in Japan anbahnte. Die Abschaltung kostet unserer Volkswirtschaft zu Lasten aller, wie und wann das auch immer bei jedem einzelnen ankommt, pro Tag und Kraftwerk 1 Million €, also für die sieben pro Tag 7 Millionen €."

Dienstag, 22. Februar 2011

Windige Geschäfte

Die Windenergie hat, wie auch die Solarenergie, zwei grundlegende Mängel:

  1. Geringe Energiedichte. In Gegensatz zu den fossilen Energieträgern (Erdöl, Erdgas, Kohle) und den in Kernkraftwerken genutzten Brennstoffen, die sehr viel Energie je Volumeneinheit enthalten, ist die kinetische Energie des Windes für den Menschen nur mit großem Aufwand nutzbar, da sie in einer verdünnten Form vorliegt. Große Mengen Windstrom kann man nur mit Riesenanlagen erzeugen. Dem entsprechend haben sich die Windkraftanlagen entwickelt. Eine typische Anlage des Jahres 1980 hatte einen Rotordurchmesser von 15 m und eine Höhe bis zur Rotorspitze von 40 m bei einer Nennleistung von weniger als 0,1 MW. Die heute gebauten 5 MW-Anlagen haben einen Rotordurchmesser von 110 m und eine Höhe von 180 m. Die Grünen propagierten die Windenergie mit dem Slogan "Small is beautiful". Das ist eine Irreführung der Öffentlichkeit, denn die grünen Energieziele sind nur erfüllbar, wenn zehntausende Monsteranlagen auf riesigen Flächen mit einem gigantischen Kapitalaufwand errichtet werden. Die gern benutzte Bezeichnung "Bürgerwindpark" ist ein Euphemismus, denn Kleininvestoren haben in diesem Wirtschaftszweig nur einen geringen Anteil am Gesamtkapital.

  2. Unregelmäßiger, nicht steuerbarer Anfall. Der Wind weht wann er will, ein modernes Hochleistungsstromnetz benötigt aber Zulieferungen in genau der Menge, die in einem gegebenen Moment nachgefragt wird. Da es keine preiswerte Speicherung des Windstroms in großtechnischem Maßstab gibt, kann die Windenergie in einer Industriegesellschaft außerhalb von Nischenanwendungen niemals wettbewerbsfähig sein. Wir wollen uns hier mit diesem Problem näher beschäftigen.


Windkraftanlagen reagieren sehr empfindlich und drastisch auf Änderungen des Windes, denn die Windleistung nimmt mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit zu bzw. ab. Das bedeutet, dass bereits kleine Änderungen der Windstärke große Änderungen der erzeugten Windstrommenge verursachen. Da der Wind selten konstant weht, schwankt die Leistung der Windkraftanlagen in der Regel innerhalb eines Tages heftig, wie die folgende Grafik zeigt (Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft):



Betrachtet über einen größeren Zeitraum bestätigt sich die Unbeständigkeit der Windstromeinspeisung, so zeigt z. B. der März 2008 folgende Tagesminima und Tagesmaxima des deutschen Windleistungsprofils (Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft):



Das Problem des stark schwankenden, nicht regelbaren Windstroms ergibt sich überall auf der Welt, wie ein Blick auf die erratische Stromabgabe einer australischen Windfarm zeigt (Quelle: Peter Lang, Cost and Quantity of Greenhouse Gas Emissions Avoided by Wind Generation):



Das deutsche Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz, EEG) zwingt die Energieversorgungsunternehmen (EVU), diesen stark schwankenden Windstrom vorrangig in ihre Netze aufzunehmen, und das zu einem Preis der mindestens dreimal höher ist als der echte Marktpreis des Stroms aus konventionellen Kraftwerken. Ähnliche Vorschriften gibt es in allen westlichen Industriestaaten. Die dabei entstehenden Anpassungsprobleme verdeutlicht die folgende Grafik für den National Electricity Market (NEM) in Australien (Quelle: Windfarm Performance):



Die oben gezeigten starken Schwankungen des vorrangig aufzunehmenden Windstroms haben einige Folgen:


  • Die Windkraftanlagen produzieren, über einen längeren Zeitraum gesehen, viel weniger als ihre Nennleistung, die von Politikern und Lobbyisten ausschließlich angegeben wird. Die tatsächliche Auslastung (capacity factor oder load factor), berechnet als tatsächlich produzierte Leistung in Prozent der maximal möglichen Leistung, beträgt je nach Standort etwa 17-25%. Das bedeutet, dass die Windrotoren durchschnittlich nur ein Viertel der Leistung liefern, für die sie ausgelegt sind. Das erklärt sich nicht nur durch die Launen des Windes, sondern auch durch die Konstruktionsmerkmale der Anlagen, die unterhalb einer Windgeschwindigkeit von 4-5 m/s (Beaufort 3) gar keinen Strom liefern, ihr Maximum bei etwa 15 m/s (Beaufort 7) erreichen und sich bei ca. 25 m/s (Beaufort 10) abschalten, um nicht beschädigt zu werden.

  • Die erste der obigen Grafiken zeigt, dass die Windstromeinspeisung in das deutsche Netz innerhalb weniger Stunden von mehr als 6.000 MW auf nahezu Null abstürzte. Um den Zusammenbruch der Stromversorgung zu verhindern, müssen die EVU für jedes installierte MW an Windnennleistung eine gleich hohe Reservekapazität in konventionellen Kraftwerken bereit halten, die einspringt, wenn die Windkraft ausfällt und die wieder ausgeschaltet werden muss, sobald die bevorrechtigte erneuerbare Energie erneut zur Verfügung steht, was innerhalb von Minuten der Fall sein kann. Es bleibt festzuhalten: die Windkraftanlagen können kein einziges konventionelles Kraftwerk ersetzen.

  • Es bleibt nur noch eine Behauptung, mit der sich die Nutzung der Windkraft rechtfertigen ließe, nämlich dass dadurch fossile Brennstoffe eingespart würden und dem entsprechend die Emission des angeblich klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid vermindert werden könnte. Das Gegenteil ist aber der Fall. Modellrechnungen zeigen, dass durch die vom EEG erzwungene bevorzugte Einspeisung des Windstroms mehr fossile Energie verbraucht wird, als dies ohne den Einsatz der Windenergie notwendig wäre. In den folgenden Abschnitten wollen wir uns näher ansehen, warum das so ist.


Da die Windleistung proportional zur dritten Potenz der Windgeschwindigkeit ist, schwankt die Windstrommenge noch viel stärker als der ohnehin schon sehr launische Wind. Bezogen auf eine moderne 2 MW-Anlage bedeutet z. B. ein Rückgang der Windgeschwindigkeit von 9 auf 7 m/s eine Halbierung der Windleistung. Für die EVU bedeutet dies, dass sie konventionelle Kraftwerkskapazitäten in der Höhe der installierten Windstromnennleistung als Puffer bereit halten müssen, um von Minute zu Minute die Schwankungen der Windstromeinspeisung auszugleichen. Dafür muss man die mit fossilen Brennstoffen befeuerten Reserveanlagen ständig herauf- oder herunterfahren, was nur mit erheblichen Effizienzeinbußen möglich ist, da die Backup-Kraftwerke hierbei außerhalb ihres Optimums betrieben werden. Dadurch ist ihr Brennstoffverbrauch höher als im Normalbetrieb.

Sehen wir uns die einzelnen Kraftwerksarten hinsichtlich ihrer Pufferfähigkeiten etwas näher an:


  • Kernkraftwerke sind für den Dauerbetrieb unter Volllast konzipiert und liefern deshalb Strom im Grundlastbereich, wobei sie durchschnittlich eine Auslastung von mehr als 90% erreichen.

  • Kohlekraftwerke sind schlecht bis gar nicht geeignet, kurzfristig hoch- oder heruntergefahren zu werden. Braunkohlekraftwerke sind konstruiert, um mit voller Leistung ununterbrochen zu arbeiten. Sie können die Stromabgabe verringern, indem sie Dampf ablassen, aber sie verbrennen die gleiche Menge Kohle, ob sie nun Strom produzieren oder nicht. Steinkohlekraftwerke können in engen Grenzen ihre Leistung variieren, wenn auch bei starken Effizienzverlusten, aber sie sind nicht in der Lage, die großen und abrupten Schwankungen des Windstroms auszugleichen.

  • Wasserkraftwerke, und hierbei insbesonders Pumpspeicherwerke, eignen sich hervorragend, um Schwankungen der Spitzenlast auszugleichen, da ihre Leistung schnell und kontrolliert abgerufen werden kann. In Deutschland, wie in den meisten Ländern der Welt, ist das eine sehr knappe Ressource, die nicht weiter ausgebaut werden kann. Es gibt viel zu wenig Wasserkraft, um die riesigen Windstrommengen zu puffern.

  • Erdgaskraftwerke verbleiben als die einzige praktikable Ausgleichsmöglichkeit. Man teilt sie in zwei Kategorien ein:

    1. Combined Cycle Gas Turbine (CCGT). Größere Anlage zu höheren Anschaffungskosten, gebaut um zumindest mehrere Stunden täglich mit voller Leistung zu laufen. Verbraucht weniger Gas je MWh als OCGT bei einer Auslastung von mehr als 15%, kann sich aber nicht so gut an starke Schwankungen der Nachfrage anpassen. Ursprünglich, d. h. vor Einführung des Windstroms, gedacht zur Deckung der Mittellast.

    2. Open Cycle Gas Turbine (OCGT). Kleinere Anlage zu geringeren Anschaffungskosten, aber höheren Betriebskosten, deren Leistungsabgabe schnell änderbar ist. Verbraucht mehr Gas je MWh als CCGT bei einer Auslastung von mehr als 15%. Ursprünglich gedacht zur Deckung der Spitzenlast.


    Da die Windstromeinspeisung stark schwankt, oft von Minute zu Minute, verdrängt die Windenergie die CCGT, die durch die flexibleren, aber auch weniger effizienten OCGT ersetzt werden müssen.


Ohne die gesetzlich erzwungene bevorrechtigte Aufnahme des Windstroms in das öffentliche Netz wären CCGT- und OCGT-Kraftwerke in einer optimalen Kombination installiert, um Mittellast und Spitzenlast zu decken. Durch das staatliche Diktat hat sich die Lage geändert. Peter Lang (op. cit.) stellt dazu fest: "If governments mandate wind power then we will need more OCGT and less CCGT than without wind power. The substitution of OCGT for CCGT is (nearly) in proportion to the amount of wind capacity installed, not the amount of wind energy that will be generated. The reason is that the OCGT is required to back up for most of the wind power’s maximum capacity, not for its average energy production. For example, if we install 100 MW of wind power, nearly 100 MW of OCGT must be installed instead of 100 MW of CCGT."

Peter Lang kommt für Australien zu dem Ergebnis, dass die Ersetzung der leistungsfähigeren CCGT durch schneller reagierenden, aber unwirtschaftlicheren OCGT die Brennstoffeinsparung durch die Windkraftanlagen nahezu ausgleicht.

Für die Niederlande zeigen C. le Pair und K. de Groot in ihrer Studie The impact of wind generated electricity on fossil fuel consumption, dass es zu einem Mehrverbrauch von fossilen Brennstoffen kommt, wenn die Effizienz der Pufferkraftwerke infolge des Windstroms um mehr als 2% sinkt. Das gilt bereits bei einem Windstromanteil von mehr als 3%. Die Autoren stellen fest: "The use of wind energy for electricity generation in combination with the requirement for fossil fuel powered stations to compensate for wind fluctuations can easily lead to loss of the expected saving in fuel use and CO2 emission. In addition, the conventional stations will be subject to accelerated wear and tear."

Kent Hawkins hat ein auf ingenieurswissenschaftlichen Erfahrungssätzen beruhendes energiewirtschaftliches Modell entwickelt, bei dessen Anwendung auf die USA er zu dem Schluss kommt: "Integrating random, highly variable wind energy into an electricity system presents substantial problems that subvert wind technology’s ability to offset the use of fossil fuels – and avoid air emissions, including carbon dioxide (CO2). Measuring this accurately is important because many believe that wind projects significantly reduce such emissions. This analysis finds that natural gas used as wind back-up in place of baseload or intermediate gas (in the absence of wind) results in approximately the same gas burn and an increase in related emissions, including CO2. Extrapolating from this example to the whole, the working hypothesis is that intermittent wind (and solar) are not effective CO2 mitigation strategies because of inefficiencies introduced by fast-ramping (inefficient) operation of gas turbines for firming otherwise intermittent and thus non-usable power."

Auf Master Resource findet sich eine Artikelserie von Kent Hawkins zu dem Thema und auch andere Energiewissenschaftler widerlegen dort mit eigenen Beiträgen die Einsparbehauptung der Windlobby. Alle kritischen Energieexperten berichten übereinstimmend, dass ihnen der Zugang zu den detaillierten Betriebsdaten der Kraftwerke verwehrt wird. So sagen z. B. C. le Pair und K. de Groot (op. cit.): "It is recommended to get an accurate and quantitative insight into these extra effects before society sets out to apply wind energy on a large scale. All producers must be required to publish data on the efficiency effects and fuel use when wind energy is added on."

Es stellt sich die Frage, warum die Kraftwerksbetreiber keinen minutengenauen Einblick in ihre Betriebsdaten geben. Erst wenn unabhängige Fachleute darin Einsicht hätten, könnte man die Behauptung, dass durch die Windkraftanlagen fossile Brennstoffe eingespart würden, einer empirischen Überprüfung unterziehen. Warum gibt es keine staatliche Verpflichtung zur Offenlegung dieser Daten? Immerhin geht es hier um den angeblichen Seinsgrund der Windindustrie. Offensichtlich gibt es etwas zu verbergen, denn die Politiker und die von ihnen abhängigen Kreise in der Wirtschaft wären die Ersten, die für sie günstige Daten veröffentlichen würden.

Freitag, 12. März 2010

Offener Brief an Michael Kauch

Die Vorsitzende der FDP-Fraktion im Kreistag von Nordfriesland, Heide-Marie Rasch, hat an Michael Kauch, den umweltpolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, einen Offenen Brief geschrieben, in dem sie die herrschende Klimapolitik aus ökonomischer Sicht kritisiert. Viele ihrer Argumente sind auch dann gültig, wenn man die Hypothese einer anthropogenen globalen Erwärmung akzeptiert. Die Klimapolitik ist so irrational geworden, dass sie sogar in Widerspruch zu ihren eigenen Prämissen steht. Hier der Wortlaut des Briefes:

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Sehr geehrter Herr Kauch,

die von Ihnen als umweltpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion betriebene Politik erweist sich als ganz anders, als ich es vor der Bundestagswahl erwartet habe. Ich weiß, dass viele Wähler sich in ihren Erwartungen ebenso getäuscht sehen wie ich. Die FDP hat bei den letzten Bundestagswahlen einen großen Erfolg erzielt, weil sie als einzige Partei im Wahlkampf einen Politikwechsel in Richtung auf mehr Freiheit versprochen hat. Ihre Wähler erwarten eine entschiedene liberale Alternative zu der bevormundenden Politik der letzten Jahrzehnte. Diesen Erwartungen wurde die FDP in den ersten Monaten ihrer neuen Regierungsbeteiligung überwiegend nicht gerecht. Der dramatische Rückgang in der Zustimmung zu ihr zeigt die Enttäuschung vieler Menschen. Einen maßgebenden Anteil an dieser negativen Entwicklung haben Sie als der führende Umweltpolitiker der FDP-Bundestagsfraktion zu verantworten. Ihre Klimapolitik ist in Zielsetzung und Methodik nicht von jener der staatsdirigistischen Parteien CDU/CSU/SPD/Grüne/Linke zu unterscheiden.

Nun muss die FDP als die kleinere Partei in der Koalition sicher manch schmerzhaften Kompromiss eingehen. Aber von Ihnen hat man den Eindruck, dass Sie die grüne Politik aus eigener Überzeugung zur Gänze übernehmen, wie es zum Beispiel Ihr Eintreten für eine 40%ige Reduktion der Kohlendioxidemissionen bis 2020 zeigt, wobei Sie dieses Ziel "ohne Wenn und Aber" verfolgen, wie Sie in einer Bundestagsrede erklärt haben. Dieses von Ihnen vehement verfolgte Minderungsziel liegt erheblich über der bereits hohen EU-Reduktionsvorgabe, die weltweit gesehen schon einen selbstgewählten klimapolitischen Alleingang darstellt. Die von Ihnen angestrebte deutsche Vorreiterrolle fügt der Wirtschaft schweren Schaden zu und macht alle Bürger, mit Ausnahme einiger weniger politisch auserkorener Profiteure, ärmer.

Das erweist sich in dem von Ihnen befürworteten EU-Emissionshandelssystem, das in der gegenwärtigen Ausbaustufe 45% des gesamten Kohlendioxid-Ausstoßes der EU erfasst. Um die ehrgeizigen deutschen Minderungsziele zu erfüllen, werden die Elektrizitätsversorgungsunternehmen vom Staat gezwungen, Solarstrom zu 700% und Windstrom zu 80% über dem Großhandelspreis zu bezahlen und vorrangig ins Netz aufzunehmen. Auf diese Weise verdrängt die teure erneuerbare Energie in Deutschland den preiswerten Strom aus fossilen Energiequellen, was zur Folge hat, dass die deutschen EVUs ihre nicht genutzten Emissionsrechte an der Börse an Unternehmen aus anderen EU-Ländern verkaufen können, was dort zu zusätzlichen Emissionen führt. Letztendlich bewirkt diese Politik, dass alle deutschen Stromkäufer, unabhängig von ihrem Einkommen, über höhere Strompreise gezwungen werden, einigen wenigen Konzernen Milliardeneinkünfte aus dem Verkauf von Emissionszertifikaten zu ermöglichen. Das ist nicht nur unsozial, sondern sogar nach Ihren Maßstäben ökologisch sinnlos, denn die von der EU festgelegte Menge an Kohlenstoffemissionen wird so nicht verringert, sondern nur mit immens hohen Kosten vom Vorreiter Deutschland in andere EU-Länder verlagert.

Von einem liberalen Politiker muss man erwarten, dass er es dem Markt überlässt, wie viel von jeder Energieart wann, wo und wie produziert wird. Ihre Politik besteht hingegen darin, willkürlich und nach ideologischen Vorgaben bestimmte Techniken zu bevorzugen, andere zu benachteiligen, und dann mit staatlichen Zwangsmitteln und sehr viel Geld der Steuer- und Gebührenzahler Ihre persönlichen Präferenzen durchzusetzen. Es gibt in Ihrer Politik für jeden Aspekt der Energiewirtschaft staatliche Fördermaßnahmen und technische Anordnungen, sehr unterschiedliche Ökosteuersätze und Einspeisetarife. Das hat mit Marktwirtschaft nichts mehr zu tun, sondern ist schlimmste Kommandowirtschaft.

Sie bezeichnen das Emissionshandelssystem als marktkonform. Das ist ein schlechter Witz, denn in diesem System bestimmt der Staat, wer, zu welchem Preis, wie viele Emissionsrechte erhält, die faktisch staatliche Bezugsscheine für fossile Energieträger sind. Dieses Zentralbewirtschaftungssystem stellt die Energie, die Schüsselressource jeder Volkswirtschaft, unter das Kommando einiger Politiker, die sich anmaßen, bessere Entscheidungen treffen zu können, als die Gesamtheit der Marktteilnehmer.

Dass dieser Anmaßung zu misstrauen ist, zeigt Ihr Eintreten für die Sequestrierung von CO2 bei der Nutzung fossiler Energieträger. Sie haben auf der Tagung von GLOBE (Global Legislators Organisation for a Balanced Environment), bei der Sie Leiter der deutschen Delegation waren, der übrigens auch Bärbel Höhn von den Grünen angehörte, im Juni 2009 eine Entschließung angenommen, die u. a. folgende Vorgabe enthält: "Plan no new fossil fuel power stations from 2013 without a commitment to fit carbon capture and storage technology ... with the overall aim of a carbon neutral power sector by 2050."

In Nordfriesland soll ein Endlager für sequestriertes Kohlendioxid entstehen. Dagegen hat sich die nordfriesische Bevölkerung eindeutig ausgesprochen. Die FDP-Fraktion im Kreistag von Nordfriesland verurteilte derartige Pläne entschieden. Die Sequestrierung verursacht nicht nur riesige Kosten, sondern sie bringt auch unlösbare Sicherheitsprobleme mit sich. Man kann keinem Menschen zumuten, über einem CO2-Speicher zu wohnen, denn austretendes Gas würde jedes Leben in weitem Umkreis ersticken. Dieses Risiko besteht, wenn nicht ewig, so doch zumindest für sehr lange Zeit, denn anders als bei radioaktiven Stoffen ist bei CO2 keine Verfallszeit bekannt. Die bei der Sequestrierung anfallenden Mengen sind gigantisch, denn für jeden verbrannten Kubikmeter Kohle müssten 5,4 Kubikmeter flüssiges Kohlendioxid gespeichert werden. Wohin damit? Wollen Sie ganz Deutschland in ein Endlager für sequestriertes CO2 umwandeln?

Nach dem Scheitern der UNO-Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember letzten Jahres fehlt Ihrer Politik jede Grundlage. China und Indien, sowie auch andere wichtige Schwellenländer, werden niemals einer völkerrechtlich verbindlichen Reduzierung von Kohlendioxid zustimmen. Von den USA ist nicht zu erwarten, dass sie sich Beschränkungen auferlegen, wenn ihre Konkurrenten in Asien das nicht ebenfalls tun. Ich darf Sie daran erinnern, dass das Kyoto-Protokoll vom damaligen US-Präsidenten Clinton wohl unterzeichnet wurde, aber der US-Senat einstimmig die Ratifizierung des Protokolls ablehnte mit der Begründung, dass die USA sich nicht binden wollen, wenn dies nicht auch China und andere wichtige Schwellenländer tun. Das ist eine sehr rationale Haltung.

Der Weltmarkt für Erdöl, Erdgas und Kohle sorgt dafür, dass alle Maßnahmen der EU zur Einsparung fossiler Energieträger global gesehen unwirksam bleiben, denn was in Europa weniger verbraucht wird, steht für einen Mehrverbrauch in den energiehungrigen Schwellenländern außerhalb Europas zur Verfügung. Die Klimapolitik der EU bewirkt eine Einschränkung der Nachfrage nach fossilen Brennstoffen. Dadurch sinken deren Preise auf dem Weltmarkt, was denen zu gute kommt, die die von der EU geschaffene künstliche Nachfragelücke mit eigener Nachfrage auffüllen. Ihre Klimapolitik ist nichts anderes als ein Förderprogramm für China und andere Konkurrenten Deutschlands auf den Weltmärkten.

Im Ergebnis führt die von Ihnen betriebene Politik weltweit nicht zu einer Verminderung der CO2-Emissionen, denn alles was in Deutschland und der EU unter riesigen Kosten eingespart wird, erhöht anderswo den Verbrauch zu verminderten Kosten. Ähnlich wie ein internationales Emissionshandelssystem, bei dem die Emissionsmengen zentral festgelegt werden, die Wirkung nationaler Alleingänge aufhebt, sorgt der Weltmarkt dafür, dass kommandowirtschaftliche Sonderwege zu höheren Kosten führen, die angestrebten Minderungsziele aber nicht erreicht werden können.

Sie haben im Bundestag erklärt, dass Sie das Ergebnis der Kopenhagener Klimakonferenz nicht anerkennen und so weitermachen wollen wie bisher. Damit nehmen Sie eine ökofundamentalistische Haltung ein, welche die FDP noch mehr von ihren Wählern entfremdet. Um zu zeigen, dass es in der FDP auch liberale Stimmen gibt, zitiere ich ausführlich aus einer Stellungnahme (1) von Holger Krahmer, Mitglied des Europäischen Parlaments und umweltpolitischer Sprecher der dortigen FDP-Fraktion: "Von einer Vorreiterrolle Europas in der Klimapolitik kann nicht mehr gesprochen werden. Der Rest der Welt ist an Europas Regulierungsideen schlicht nicht interessiert. Die seit langer Zeit absehbaren Interessensunterschiede zwischen Industrie- und Schwellenländern sind unüberwindbar. Das 'Nein' zu verbindlichen Minderungszielen ist eindeutig, denn die ärmeren Länder wollen sich ihre Entwicklungsmöglichkeiten nicht beschneiden lassen ... Die Chancen auf ein internationales Abkommen sind angesichts dieser Situation allerdings gleich null. Was Europa jetzt nicht braucht, ist ein 'Weiter so' oder gar eine einseitige Verschärfung der Klimapolitik. Die hohen Folgekosten der CO2-Minderungspolitik sind bereits jetzt ein Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Volkswirtschaften."

Zur Rechtfertigung Ihrer Klimapolitik verweisen Sie gerne auf die dadurch angeblich ausgelösten Innovationen und die vermeintliche Technologieführerschaft Deutschlands bei erneuerbaren Energien. Die Realität sieht hingegen völlig anders aus, wie es gerade auch die Solarwirtschaft zeigt, die unter den von Ihnen subventionierten Wirtschaftszweigen als technologisch besonders anspruchsvoll gilt.

Die deutschen Solarunternehmen sind eher Handelsunternehmen als Produktionsbetriebe. Die Solarzellen werden meistens in China eingekauft und hier nur noch in einen Rahmen eingesetzt. Die Materialaufwendungen, von denen der weitaus größte Teil auf Käufe von Solarzellen entfällt, machen in der deutschen Solarbranche 85% des Umsatzes aus. Diese hohe Abhängigkeit von Zulieferungen ist nicht verwunderlich, wenn man die geringe Forschungsleistung des Wirtschaftszweiges in Betracht zieht. Nach Angabe des Bundesverbandes der Solarwirtschaft betrugen die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen seiner Unternehmen im Jahre 2008 nur 1,7% des Umsatzes. Die F&E-Aufwendungen wirklicher Hightech-Unternehmen liegen im Durchschnitt bei 12%. Die traditionelle Elektroindustrie gibt immerhin noch 5% ihres Umsatzes für F&E aus, und sogar die Autoindustrie kommt auf 3,3%.

Die Solarunternehmen haben wegen ihrer hohen Materialzukäufe eine sehr geringe Wertschöpfung, die durchschnittlich nur 15% beträgt. In der Autoindustrie liegt dieser Wert bei 25%, im Maschinenbau bei 31%. Die großzügige staatliche Förderung erlaubt es der Solarbranche bei der Modulfertigung noch Handarbeit einzusetzen. Das erklärt, warum auch Installations- und Dachdeckerbetriebe des Handwerks in der Beschäftigtenstatistik der Solarwirtschaft erfasst werden. In der Autoindustrie sind vergleichbare Fertigungsprozesse längst automatisiert. Auch andere Aspekte des Produktionsprozessmanagements der Solarbranche sind rückständig. So beträgt die durchschnittliche Lagerdauer für Solarmodule 122 Tage. Ein Autozulieferer mit dieser Lagerdauer könnte nicht lange existieren.

Der deutsche Staat hat viele Milliarden Euro an Subventionen jeder Art in den Solarbereich geschüttet. Das Ergebnis ist so schlecht, wie man es auch von anderen Eingriffen des Staates her kennt. Die großzügige Subventionierung hat die deutsche Solarwirtschaft träge gemacht. Von einer deutschen Technologieführerschaft kann keine Rede sein. Trotz der weltweit größten Förderung gehört nur ein Solarunternehmen mit Sitz in Deutschland zu den zehn größten Solarzellenherstellern der Welt. Wirklich profitiert von der deutschen Solarsubventionierung haben nur die chinesischen Solarzellenhersteller, für die sie ein großzügiges Exportförderprogramm ist.

Sie haben sich dafür ausgesprochen, die Subventionen für den Solarbereich zum 1. Juli 2010 zu senken. Von einem liberalen Politiker muss man aber erwarten, dass er grundsätzlich Subventionen ablehnt. Ganz abgesehen von ihrer Ineffizienz verlangt es das Gleichbehandlungsgebot, alle Unternehmen gleich zu stellen, und nicht dem einem zu gewähren, was man dem anderen verweigert.

Sie begründen Ihre Politik auch damit, dass durch sie neue Jobs in grünen Wirtschaftszweigen geschaffen werden. Das ist zwar richtig, aber Sie verschweigen, um welchen Preis das geschieht. Gabriel Calzada von der Universität Rey Juan Carlos in Madrid hat in seiner ökonometrischen "Study of the effects on employment of public aid to renewable energy sources" (2) aus dem Jahre 2009 für Spanien nachgewiesen, dass für jeden Arbeitsplatz, der mit staatlicher Hilfe im grünen Bereich geschaffen wird, 2,2 Arbeitsplätze in der restlichen Wirtschaft verloren gehen. Das erklärt sich zum einen aus der Tatsache, dass jeder Euro, der für erneuerbare Energien ausgegeben wird, als Kaufkraft in anderen Bereichen der Wirtschaft fehlt und zum anderen aus der staatlich erzwungenen Fehlleitung von Ressourcen in weniger produktive Verwendungen, als sie der Markt gefunden hätte. Calzada hat errechnet, dass in Spanien für jedes installierte grüne Megawatt im Durchschnitt 5,28 Arbeitsplätze anderswo in der Wirtschaft zerstört werden. In der Photovoltaik beträgt der Verlust 8,99 Arbeitsplätze je Megawatt, bei der Windenergie sind es 4,27 Arbeitsplätze je installiertes Megawatt, die vernichtet werden. Es ist anzunehmen, dass in Deutschland durch Ihre Klimapolitik ein ähnlicher Verlust von Arbeitsplätzen bewirkt wird.

Für Dänemark, wo die erneuerbaren Energien wie in Spanien und Deutschland eine vorrangige Stellung einnehmen, gibt es vom Center for Political Studies eine Studie über die Windenergie (3), in der festgestellt wird, dass sie wohl 19% des produzierten Stroms liefert, aber nur die Hälfte davon im Lande verbraucht werden kann, weil der Windstrom sehr unregelmäßig anfällt. Im Zeitraum von 2001 bis 2008 musste Westdänemark 57%, und Ostdänemark 45% des dort erzeugten Windstroms exportieren, da er im eigenen Staat nicht genutzt werden konnte. Die Stromausfuhr ist nur zu einem niedrigen Preis möglich, während die Kosten der Windstromerzeugung hoch sind. Dadurch entstand in diesen 8 Jahren ein Verlust von 917 Millionen Euro, der von den dänischen Haushalten über hohe Stromgebühren zu tragen ist.

Die Einsparung einer Tonne Kohlendioxid durch Windenergie kostet in Dänemark 87 Euro. Zusätzliche Windenergie durch Offshore-Kraftwerke wird zur Gänze ausgeführt werden müssen, weil die heimischen Aufnahmekapazitäten erschöpft sind. Außerdem können Norwegen und Schweden, die den dänischen Windstrom importieren und in ihren Pumpspeicherwerken speichern, keine zusätzlichen Strommengen puffern. Das Speicherproblem für den Strom aus erneuerbaren Energien ist auf absehbare Zeit technisch nicht gelöst. Man könnte es vorerst nur mindern, indem man den Verbrauchern ihre Konsumfreiheit nimmt und ihnen zentral Verbrauchszeitpunkt und -menge vorschreibt. Ganz abgesehen davon, dass der dafür erforderliche Netzumbau und die Steuerungselektronik in den Haushalten und Unternehmen nicht vorhanden und größtenteils noch nicht mal entwickelt sind, wäre eine derartige willkürliche Kommandowirtschaft das Gegenteil dessen, was der Liberalismus will.

Für die Erzeuger erneuerbarer Energien ist eine prekäre Situation entstanden, weil sie niemals sicher sein können, dass die ihnen zugesagte staatliche Förderung wirklich bestehen bleibt. Nach Aussage der Solarwirtschaft wird die von Ihnen angekündigte Kürzung der Subventionen für diesen Wirtschaftszweig zu einem Verlust von 50.000 Arbeitsplätzen führen. Das zeigt, wie gefährdet die Geschäftspläne in diesem staatsabhängigen Bereich sind.

Selbst wenn Sie versprechen, keine rückwirkenden Änderungen der Förderrichtlinien zu beschließen, kann das kein Vertrauen schaffen, denn die Investitionspläne gehen über viele Wahlperioden, in denen Politiker kommen und gehen, politische Moden entstehen und vergehen und das internationale Umfeld sich ändert. Außerdem stehen alle Subventionen unter einem Finanzierungsvorbehalt. Angesichts der stark defizitären Staatshaushalte und der ins Grundgesetz aufgenommenen Schuldenbremse ist es sehr fraglich, ob mittelfristig für dieses Subventionsunwesen überhaupt noch Geld vorhanden sein wird. Auch die Subventionen, die in den staatlich diktierten Einspeisetarifen versteckt werden, sind unsicher, denn die Verbraucher fordern zunehmend ihre Wahlfreiheit bei Energie ein.

Ich kenne von Ihnen keine Stellungnahme, in der Sie begründen, warum Sie die Hypothese einer anthropogenen globalen Erwärmung konkurrierenden wissenschaftlichen Theorien vorziehen. Außerdem haben Sie nicht erklärt, warum Sie die vielen wissenschaftlichen Beweise missachten, die belegen, dass für Menschen, Tiere und Pflanzen jede Warmzeit weitaus mehr Vorteile als Nachteile mit sich bringt.

Ich nehme an, dass Sie sich zur Rechtfertigung Ihrer Klimapolitik auf das IPCC der UNO berufen. Angesichts der vielen schwerwiegenden Fehler, die in den Veröffentlichungen des IPCC aufgedeckt wurden, wäre es unverantwortlich, so fundamentale Entscheidungen, wie sie in der Klimapolitik zu treffen sind, auf eine derart schwache wissenschaftliche Grundlage zu stellen. Ich zitiere noch einmal ausführlich Holger Krahmer, der beweist, dass es auch Stimmen der Vernunft in der FDP gibt:

"Notwendig ist ein Strategiewechsel: Statt der Fokussierung auf willkürlich gesetzte CO2-Minderungsziele, sollte Europa sein innovatives Potential nutzen und die Erforschung neuer Technologien verstärken. Die Anpassung an unvermeidliche und unkontrollierbare Klimaänderungen muss Priorität bekommen. Das Ende der Klimahysterie ist eingeläutet. Zeit also, die Kritiker der dogmatischen Klimapolitik in die Debatte einzubeziehen, denn immer mehr Bürger stehen den propagierten Weltuntergansszenarien skeptisch gegenüber. Zu Recht: Der angebliche Konsens in der Wissenschaft zu den Ursachen klimatischer Veränderungen entpuppt sich mehr und mehr als Zitierkartell politisierter Wissenschaftler, dem es gelungen ist, die mediale Deutungshoheit über eine These zu erlangen. Bekannt werdende Datenfälschungen und der Fakt, dass eine vorhergesagte Temperaturerhöhung in den letzten Jahren ausgeblieben ist, sorgen für einen Glaubwürdigkeitsverlust der gängigen Klimaforschung. Wir wissen über die Ursachen der Veränderungen des komplexen Systems 'Klima' offenbar wenig. Notwendig ist ein neuer, ganzheitlicher und transparenter Forschungsansatz in der Klimawissenschaft. Alle Wissenschaftsströmungen müssen berücksichtigt werden." (1)

Wenn in gut geführten Unternehmen strategische Entscheidungen zu treffen sind, werden zwei voneinander völlig unabhängige Teams beauftragt, zur selben Fragestellung Daten zu sammeln, zu analysieren und Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Dieses Verfahren sollte auch jeder Staat anwenden, insbesondere bei der Klimapolitik, die so tief in die Wirtschaft und das Leben aller Bürger eingreift. Ein "Team A" gibt es seit 1988 in Gestalt des IPCC, das von Regierungen geschaffen wurde, von ihnen bezahlt und geführt wird, um die gegenwärtige Klimapolitik wissenschaftlich zu rechtfertigen. Was fehlt, ist ein "Team B", das regierungsunabhängig zum Klima forschen kann, ohne eine vorgegebene Agenda erfüllen zu müssen. Es wäre die Aufgabe einer rationalen und fairen Politik gewesen, eine derartige unabhängige Einrichtung zu schaffen. Erst wenn beide Teams zur gleichen Auffassung kämen, hätte man eine einigermaßen sichere wissenschaftliche Grundlage für das politische Handeln.

Aus Gründen, die man leicht erraten kann, wurde diese Einrichtung von den interessierten Staaten nicht geschaffen. Glücklicherweise ist es der Zivilgesellschaft gelungen, ein derartiges "Team B" zu bilden. Es ist das Nongovernmental International Panel on Climate Change (NIPCC), das sich folgende Zielsetzung gegeben hat: "NIPCC is what its name suggests: an international panel of nongovernment scientists and scholars who have come together to understand the causes and consequences of climate change. Because we are not predisposed to believe climate change is caused by human greenhouse gas emissions, we are able to look at evidence the IPCC ignores. Because we do not work for any governments, we are not biased toward the assumption that greater government activity is necessary." (4)

Das NIPCC hat dieselben Klimadaten geprüft, die vom IPCC der UNO verwendet wurden. Dabei kamen die unabhängigen Wissenschaftler zu Schlussfolgerungen, die denen des IPCC entgegengesetzt sind. Der neueste Bericht des NIPCC: Climate Change Reconsidered: 2009 Report of the Nongovernmental International Panel on Climate Change (4), widerlegt auf 868 Seiten alle wesentlichen Aussagen des IPCC.

Die Autoren der NIPCC-Berichte werden von sehr vielen Wissenschaftlern unterstützt, die der Hypothese einer anthropogenen globalen Erwärmung kritisch gegenüber stehen. Im "Petition Project" haben 31.478 amerikanische Wissenschaftler eine Petition unterzeichnet, die u. a. folgenden Absatz enthält: "There is no convincing scientific evidence that human release of carbon dioxide, methane, or other greenhouse gases is causing or will, in the foreseeable future, cause catastrophic heating of the Earth’s atmosphere and disruption of the Earth’s climate. Moreover, there is substantial scientific evidence that increases in atmospheric carbon dioxide produce many beneficial effects upon the natural plant and animal environments of the Earth." (5)

Unter den Unterzeichnern dieser Erklärung sind auch 9.029 Wissenschaftler, die den Titel eines Ph.D. tragen. Auch außerhalb der USA gibt es sehr viele Wissenschaftler, welche die Aussagen der obigen Petition unterstützen. Im Gegensatz dazu wurde der letzte Bericht des IPCC, der 4. Assessment Report aus dem Jahre 2007, in seinem entscheidenden Teil, nämlich dem Summary for Policymakers, von weniger als 100 Personen, die nicht alle Wissenschaftler waren, geschrieben. Dieser kleine Personenkreis hat auch die wissenschaftlichen Kapitel an die Zusammenfassung für Politiker angepasst. Von einem wissenschaftlichen Konsens in den Klimawissenschaften kann deshalb keine Rede sein. Es gibt keine Rechtfertigung, die es Ihnen erlauben würde, die Erkenntnisse der kritischen Klimawissenschaftler zu ignorieren.

Es stellt sich überhaupt die Frage, wie Sie Ihre Klimapolitik rechtfertigen wollen, die die Verbraucher über staatlich diktierte Einspeisetarife ärmer macht, die Steuerzahler mit unsinnigen Subventionsausgaben belastet, die Energiepreise erhöht und damit die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Unternehmen zerstört, die Kapitalflucht ins Ausland fördert und Arbeitsplätze vernichtet.

Die FDP hat ihren Wählern eine massive Steuersenkung versprochen. Angesichts der riesigen Staatsschulden ist dieses Versprechen nur zu halten, wenn zur Gegenfinanzierung der Steuersenkung staatliche Ausgaben in mindestens gleicher Höhe reduziert werden. Dafür bieten sich in erster Linie die unsinnigen und schädlichen Subventionen an, die im Rahmen des angeblichen Klimaschutzes gewährt werden. Die von Ihnen betriebene Klimapolitik erschwert eine Sanierung der Staatshaushalte und verhindert, dass die FDP ihr Hauptwahlversprechen glaubhaft erfüllen kann.

Die von Ihnen betriebene Klimapolitik steht in Widerspruch zu allen Grundsätzen liberaler Politik, wie dem Streben nach einem schlanken Staat, niedrigen Steuern, möglichst wenig Regulierungen und Wahlfreiheit der Bürger in ihren Konsumentscheidungen. Erheben Sie überhaupt noch den Anspruch, ein liberaler Politiker zu sein?

Mit freundlichen Grüßen

Heide-Marie Rasch
Vorsitzende der FDP-Fraktion im Kreistag von Nordfriesland

P.S.: Ich werde diesen Brief im Internet veröffentlichen, damit möglichst viele Bürger die Gelegenheit erhalten, zu den hier angesprochenen Themen Stellung zu nehmen.

Quellenangaben:

(1) Holger Krahmer: Komplettes Versagen europäischer Klimapolitik
(2) Gabriel Calzada: Study of the effects on employment of public aid to renewable energy sources
(3) CEPOS: Wind Energy in Denmark
(4) NIPCC: Climate Change Reconsidered
(5) Petition Project