Samstag, 24. März 2012
ACTA ad acta
Montag, 30. Januar 2012
Kein Grund zur Panik
- Es gibt keinen Konsens innerhalb der Naturwissenschaften hinsichtlich des Klimawandels. "In spite of a multidecade international campaign to enforce the message that increasing amounts of the 'pollutant' carbon dioxide will destroy civilization, large numbers of scientists, many very prominent, share the opinions of Dr. Giaever [a prominent detractor of the IPCC]. And the number of scientific 'heretics' is growing with each passing year."
- Die Tatsachen widerlegen die offizielle Klimatheorie. "Perhaps the most inconvenient fact is the lack of global warming for well over 10 years now. This is known to the warming establishment, as one can see from the 2009 'Climategate' email of climate scientist Kevin Trenberth: 'The fact is that we can't account for the lack of warming at the moment and it is a travesty that we can't.' ... The lack of warming for more than a decade ... suggests that computer models have greatly exaggerated how much warming additional CO2 can cause."
- CO2 ist kein Schadstoff. "The fact is that CO2 is not a pollutant. CO2 is a colorless and odorless gas, exhaled at high concentrations by each of us, and a key component of the biosphere's life cycle. Plants do so much better with more CO2 that greenhouse operators often increase the CO2 concentrations by factors of three or four to get better growth. This is no surprise since plants and animals evolved when CO2 concentrations were about 10 times larger than they are today."
- Politische Gleichschaltung der Klimawissenschaften. "Although the number of publicly dissenting scientists is growing, many young scientists furtively say that while they also have serious doubts about the global-warming message, they are afraid to speak up for fear of not being promoted—or worse. ... This is not the way science is supposed to work, but we have seen it before—for example, in the frightening period when Trofim Lysenko hijacked biology in the Soviet Union. Soviet biologists who revealed that they believed in genes, which Lysenko maintained were a bourgeois fiction, were fired from their jobs. Many were sent to the gulag and some were condemned to death."
- Klimapolitik bedient wirtschaftliche Sonderinteressen. "Alarmism over climate is of great benefit to many, providing government funding for academic research and a reason for government bureaucracies to grow. Alarmism also offers an excuse for governments to raise taxes, taxpayer-funded subsidies for businesses that understand how to work the political system, and a lure for big donations to charitable foundations promising to save the planet. Lysenko and his team lived very well, and they fiercely defended their dogma and the privileges it brought them."
Dienstag, 8. November 2011
Staatliche Finanzierung der Kernenergie
Diese Propaganda widerlegen Michael Weis, Katrin van Bevern und Thomas Linnemann in ihrem Artikel Forschungsförderung Kernenergie 1956 bis 2010: Anschubfinanzierung oder Subvention? in atw - Internationale Zeitschrift für Kernenergie, 56. Jg. (2011), Heft 8/9, S. 466-468. Darin gehen sie besonders auf die staatliche Förderung der Erforschung der Kernenergie ein, da dies der größte Posten in den staatlichen Zuwendungen für diese Energiesparte ist. Die folgende Grafik zeigt die Forschungsförderung des Staates von 1956-2010 für 7 Forschungsgebiete im Bereich der Kernenergie (Quelle: Weis u. a.):

Man sieht, dass in Deutschland die nukleare Energieforschung ihren Höhepunkt in den 1970er und 1980er Jahren hatte. Heute wird fast nur noch die Erforschung der Kernfusion finanziert, für die jährlich mehr als 120 Millionen Euro ausgegeben werden. Daneben dulden die ergrünten staatlichen Stellen noch etwas Forschung im Bereich der Reaktorsicherheit, Entsorgung und Stilllegung. Weis u. a. stellen fest: "Es darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden, dass zu Zeiten der rotgrünen Koalition zwischen 1998 und 2005 ein Quasi-Forschungsmoratorium bestand, das nur die Sicherheitsforschung ausnahm."
Die staatliche Forschungsförderung der LWR-Technologie endete bereits 1977, also kurz nach Inbetriebnahme des Kernkraftwerks Brunsbüttel, anschließend wurden nur noch Arbeiten zur Reaktorsicherheit in begrenztem Rahmen gefördert. Einen ähnlichen Technologieabbruch gab es bei den Aufwendungen zum Brennstoffkreislauf, insbesondere zur Wiederaufarbeitung. Diese hatten ihren Höhepunkt Mitte der 1980er-Jahre, gingen dann aber deutlich zurück, lange vor dem technisch möglichen Baubeginn einer nationalen Wiederaufarbeitungsanlage, der aber aus politischen Gründen niemals erfolgte.
Auf die einzelnen Forschungsbereiche entfallen im Zeitraum von 1956-2010 die folgenden Beträge (Quelle: Weis u. a.):

Erläuterung der Anmerkungen: 1) nominal (nicht preisbereinigt zu heutiger Kaufkraft) für Projektförderung und institutionelle Förderung. 2) Anlagen werden zur Stromerzeugung genutzt. 3) inklusive Forschungsreaktoren und Nuklearschiff "Otto Hahn". 4) Anlagen, mit denen bisher kein Strom erzeugt wird.
Bei der Beantwortung der Frage, ob staatliche Subventionen die Kernenergie entscheidend verbilligt haben, ist zu beachten, dass nur die Leichtwasserreaktoren heute in Betrieb sind. Die Forschungsausgaben für die Entwicklung des Schnellen Brüters und des Hochtemperaturreaktors können den Stromkosten nicht zugerechnet werden, da diese viel versprechenden Technologielinien politischen Verboten zum Opfer fielen. Das gilt auch für die Kernfusion, die mit der Stromerzeugung aus Kernspaltung in der LWR-Technologie nichts zu tun hat und deren kommerzielle Nutzbarkeit ungewiss ist.
Die nächste Grafik bezieht die Forschungsförderung, die den LWR zurechenbar ist, auf deren Stromproduktion, die 1961 begann (Quelle: Weis u. a.):

Daraus ergibt sich, dass die staatliche Forschungsförderung bei dem gegenwärtigen Produktionsstand nur 0,17 Ct/kWh beträgt. Wenn die Energiewirtschaft ihre Anwendungsforschung selbst finanzieren müsste, was durchaus erstrebenswert wäre, würden sich ihre Stückkosten um diesen geringen Betrag erhöhen, der auf ihre Wettbewerbsfähigkeit überhaupt keinen Einfluss hätte.
Das Subventionsvorwurf der Grünen gegenüber der Kernenergie ist schon deshalb lächerlich, weil die von den Grünen bevorzugten erneuerbaren Energien die wahren Subventionsverschlinger sind. Weis u. a. führen dazu aus: "Die Forschungsförderung und Subventionierung der regenerativen Energien über Forschungsmittel, das Stromeinspeise-Gesetz und das Erneuerbare-Energien-Gesetz beträgt bis zum Jahr 2010 nominal rund 43 Mrd. €."
Die EEG-Einspeisevergütung bewirkt allein im Bereich der Fotovoltaik, dass für alle bis Ende 2010 installierten Solar-Anlagen Subventionen von mehr als 80 Milliarden Euro im Laufe der nächsten 20 Jahre gezahlt werden müssen (Manuel Frondel u.a.: Explodierende Kosten. Auswirkungen der Photovoltaikförderung in Deutschland. BWK 63 (2011), Nr. 3, S. 63-66). Hinzu kommen Kosten für den Netzanschluss großer Windenergie-Parks, für den allgemeinen Netzausbau, für die durch die Transportwege steigenden Leitungsverluste, für den zusätzlichen Bedarf an Back-up-Kraftwerken und Regelleistung, für die nicht kosteneffiziente Auslastung des bestehenden konventionellen Kraftwerkparks.
Weis u. a. haben dazu errechnet: "Die spezifische Förderung der regenerativen Energien betrug Ende 2010 nominal rund 7,9 Ct/kWh und real (preisbereinigt) 8,6 Ct/kWh. Dagegen ist der FuE-Teil im Kernenergie-Strompreis schon jetzt sehr gering und nimmt weiter ab. Die spezifische Förderung der regenerativen Energien beträgt also heute rund das 45-Fache derjenigen der Kernenergie."
Donnerstag, 19. Mai 2011
Tödliche Gefahr aus Biogasanlagen
Dieser massive Umbau der Landwirtschaft nach grünem Staatsdiktat hat aber auch unerwünschte Nebenwirkungen, die von den Ökogutmenschen verschwiegen werden, siehe dazu die Pressemitteilung Tod aus der Biogasanlage - Chronischer
Botulismus bei heimischen Wildarten der Jagdzeitschrift Wild und Hund, die in ihrer neuesten Ausgabe auf folgenden Zusammenhang hinweist:
- "Beim Schnitt von Biomassepflanzen, vor allem Grünroggen im Frühjahr, werden Jungwild und Gelege mitgehäckselt und gelangen ins Gärsubstrat. Außerdem werden Schlachtabfälle und anderes Fleisch, etwa Althennen, und Gülle als Rohstoff eingesetzt.
- Bei 40 Grad Gärtemperatur feiert das Verwesungsbakterium [Clostridium botulinum] fröhliche Urstände. Dies wiederum bildet enorm widerstandsfähige Botulinumsporen, die selbst einen Hygienisierungsprozess (Erhitzung auf 70 Grad Celsius) überstehen.
- Mit dem Gärschlamm als Dünger landen die Sporen wieder in der Natur.
- Dort werden sie mit der Äsung aufgenommen, gelangen in den Magen-Darm-Trakt von Nutz- und Wildtieren, verwandeln sich wieder in Bakterien, die dann das Gift produzieren."
Damit erweisen sich Biogasanlagen als sehr wirkungsvolle Vermehrer und Verteiler des Bakteriums Clostridium botulinum, des Produzenten des Giftes Botulinumtoxin, das die Ursache der lebensbedrohlichen Krankheit Botulismus ist. "Botulinumtoxin (BoNT od. BTX) ist das stärkste bekannte Bakterientoxin und hemmt die Erregungsübertragung von den Nervenzellen zum Muskel, indem es die präsynaptische Ausschüttung des Transmitters Acetylcholin verhindert. Es kommt zu einer chemischen Denervierung, die Kontraktion der Muskeln wird in Abhängigkeit von der Toxindosis schwächer oder fällt ganz aus; folglich kommt es zu einer Lähmung. ... Todesursache ist Atemlähmung. Bei Inhalation sind 3 ng/kg tödlich, bei einer Injektion bereits 1 ng/kg ... 1 kg gleichmäßig verteilt und intravenös verabreicht würde somit theoretisch ausreichen, um die gesamte Menschheit (ca. 6,6 Mrd.) zu töten." (Quelle: Clostridium botulinum)
Die Biogasanlagen sind Verbreiter des viszeralen Botulismus (von lat. viscera = Eingeweide, Adjektiv: visceralis = "die Eingeweide betreffend"). Über deren Gärreste gelangen Bakterien aus der Familie der Clostridiaceae in den Verdauungstrakt von Nutz- und Wildtieren. Die aufgenommene Menge reicht meistens nicht für ein schnelles Verenden, sondern führt zum chronischen Verlauf der Krankheit. In Deutschland wurde in den letzten Jahren bei mehreren Tausend Rindern chronischer viszeraler Botulismus diagnostiziert.
Es gibt hierbei einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Ausbau der Biogasanlagen und dem gehäuften Auftreten dieser lebensbedrohlichen Krankheit. In Wikipedia, Viszeraler Botulismus heißt es dazu: "Ab dem Jahre 2005/2006 wurden häufiger chronische Botulismusverläufe bei Rindern berichtet. Diese werden auch als chronischer viszeraler Botulismus bezeichnet. In diesem Zusammenhang wird auch eine Ansteckungsgefahr für den Menschen befürchtet." Dieses Infektionsrisiko ist sehr ernst zu nehmen, denn die Besiedlung des menschlichen Magen-Darmtraktes mit Clostridium botulinum ist einfacher als bei Säugetieren wie Rindern, die einen viel robusteren und leistungsfähigeren Verdauungstrakt haben als Menschen. "...Botulinum-Toxin vom Typ C [tritt] beim Verfüttern von Silagen auf, in denen Kadaver verendeter Tiere verarbeitet wurden. So starben in Kalifornien innerhalb einer Woche 420 Rinder, weil sich in der TMR (Totalmischration) ein Katzenkadaver befand! Nach Aussagen des Bundesinstituts für Risikobewertung 2004 können Vergiftungen auch von Weideflächen ausgehen, die mit Geflügeleinstreu, einem aus Sägemehl, Geflügelkot und vereinzelten Kadavern von z. B. Eintagsküken bestehenden Gemenge, gedüngt wurden." (Quelle) Es ist davon auszugehen, dass der in großen Mengen als Dünger ausgebrachte Gärschlamm der Biogasanlagen noch gefährlicher ist.
Die Grünen aller Parteien schweigen zu all dem. Wie wäre ihre Reaktion, wenn das Botulinumtoxin aus der industriellen Landwirtschaft stammen würde?
Samstag, 14. Mai 2011
Antikapitalistische Kapitalisten
Die Wirtschaftsgeschichte ist voll von Beispielen, in denen einzelne Unternehmer und sogar die Mehrzahl der Unternehmer gegen ihre eigenen Interessen handeln, indem sie die Ideologie ihrer Gegner übernehmen. Ein aktueller Beleg dafür ist das Verhalten der Vorstände der großen deutschen EVUs nach der Zwangsabschaltung von acht ihrer Kernkraftwerke. Obwohl der Ausfall eines KKWs seinem Betreiber pro Tag eine Million Euro kostet und das sogenannte Atom-Moratorium illegal ist (kein Beschluss durch das Parlament, Widerruf von erteilten Genehmigungen ohne triftigen Grund, Verstoss gegen Eigentumsrechte), hat nur der Vorstand von RWE die Nutzung der Kernenergie verteidigt, siehe: RWE Power klagt gegen Anordnungen zur einstweiligen Einstellung des Betriebs des Kraftwerks Biblis. Die Vorstände der drei anderen EVUs mit Kernkraftengagement haben sich dagegen der Regierungswillkür kampflos unterworfen, obwohl das Aktiengesetz von allen Vorstandsmitgliedern fordert, dass sie vorbehaltlos die Interessen ihres Unternehmens zu vertreten haben.
Der Verrat von Unternehmensinteressen ist ein internationales Phänomen, wie z. B. die U.S. Climate Action Partnership (USCAP) zeigt, eine Lobbyorganisation von Konzernen und Ökokampfverbänden, "that have come together to call on the federal government to quickly enact strong national legislation to require significant reductions of greenhouse gas emissions." Die USCAP gehört zu den eifrigsten Befürwortern eines Emissionshandelssystems in den USA und hat für dieses Ziel schon viele Millionen Dollar ausgegeben. Wenn man sich die Mitgliederliste dieser unheiligen Allianz ansieht, erkennt man viele Unternehmen, bei denen ein kurzsichtiges rent seeking im Vordergrund stehen dürfte. Aber es gibt auch Fälle, bei denen die Mitgliedschaft geradezu suizidal ist. Welches Interesse kann z. B. das energieintensive Industrieunternehmen Alcoa, "the world’s leading producer and manager of primary aluminum, fabricated aluminum and alumina facilities", an der Verteuerung von Energie haben?
In der Ökonomie wird darüber diskutiert, ob ein derartiges Fehlverhalten von Konzernspitzen darauf zurückzuführen ist, dass die Topmanager auch nur Angestellte und nicht Eigentümer des Unternehmens sind, dessen Interessen sie verraten. Bei dem Principal-Agent Problem geht es darum, wie ein Auftraggeber (Eigentümer) seine Angestellten dazu bringen kann, im Falle eines Interessenkonflikts seine Interessen und nicht die ihren zu vertreten. Die folgende Grafik veranschaulicht die Problemstellung (Quelle):

Es gibt keine einfache und bewährte Lösung des Problems. Demzufolge ist es nicht überraschend, dass in der Praxis die unterschiedlichsten Verhaltensweisen anzutreffen sind. Besonders ausgeprägt ist dies in den Betriebsabteilungen, die direkten Kontakt mit Behörden und Politikern haben. Da der alles regulierende Staat für die Unternehmen immer wichtiger wird, ist es von entscheidender Bedeutung, die unzähligen Gesetze, Verordnung und Bestimmungen möglichst umfassend zu kennen und ihre Gestaltung zu beeinflussen. Das ist eine schwierige Aufgabe, zu deren Lösung man viel Erfahrung benötigt. Fred Smith bemerkt dazu in seinem Artikel The Political Principal/Agent Problem: "Not surprisingly, firms often recruit personnel to handle this task from the same government agencies or congressional committees that create and oversee these laws. Those individuals are often unfamiliar with the activities or culture of the firm. Government affairs units within most firms actually benefit from greater government intervention in the economy. They have grown steadily as government regulations have increased. Thus, ... they have no direct interest in the repeal of such policies."
Das Problem wird verschärft, wenn die Angestellten der Abteilungen mit politischem Bezug weiterhin Kontakt mit ihren ehemaligen Kollegen im Regierungsapparat haben. Man trifft sich auch regelmäßig mit NGO-Aktivisten und Politikern, die ebenfalls keine Sympathie für das Unternehmen und sein wirtschaftliches Umfeld haben. Auf diese Weise behalten die Leiter der politisch relevanten Abteilungen ihre kulturellen Vorurteile und sie identifizieren sich mehr mit ihren alten Bezugsgruppen als mit ihrem neuen kapitalistischen Arbeitgeber. Fred Smith stellt dazu fest: "The incentives motivating those managing such political affairs sub-units can be counterproductive to the overall profitability of the firm. The challenge of management is to find ways to adjust those natural biases to improve overall performance." Gerade in dieser Hinsicht versagt das Top-Management häufig, da es vor einer offenen politischen Positionierung zurückschreckt. Statt klare Richtlinien vorzugeben, delegieren die Unternehmensführer immer mehr politische Kompetenzen an die government affairs subunit managers, mit den bekannten Folgen.
Die drei großen österreichischen Ökonomen Ludwig von Mises, Friedrich von Hayek und Joseph Schumpeter haben sich ebenfalls intensiv mit dem Problem irrationalen Verhaltens von Unternehmern beschäftigt. (Bildquelle)

Wir beschränken uns hier auf einige treffende Beobachtungen von Joseph Schumpeter (Quelle: Capitalism, Socialism, and Democracy, third edition 1950):
- "A genius in the business office may be, and often is, utterly unable outside of it to say boo to a goose - both in the drawing room and on the platform. Knowing this he wants to be left alone and to leave politics alone." (Quelle: op. cit., Seite 138)
- "... the very characteristic manner in which ... the bourgeoisie as a whole behave when facing direct attack. They talk and plead - or hire people to do it for them; they snatch at every chance of compromise; they are ever ready to give in; they never put up a fight under the flag of their own ideals and interests." (Quelle: op. cit., Seite 161)
- "But without protection by some non-bourgeois group, the bourgeoisie is politically helpless and unable not only to lead its nation but even to take care of its particular class interest. Which amounts to saying that it needs a master." (Quelle: op. cit., Seite 138)
- "... the mass of people never develops definite opinions on its own initiative. Still less is it able to articulate them and to turn them into consistent attitudes and actions. All it can do is to follow or refuse to follow such group leadership as may offer itself." (Quelle: op. cit., Seite 145)
Schumpeter zog aus der politischen Unfähigkeit der Unternehmerschaft den Schluss, dass der Kapitalismus akut bedroht sei. Da das Bürgertum zur politischen Führung nicht in der Lage ist, übernehmen andere Gruppen, die den erforderlichen Willen zur Macht besitzen, diese Aufgabe.
Die Techniken zur Beeinflussung und Lenkung des modernen Massenmenschen sind im vergangenen Jahrhundert perfektioniert worden. Einer der Pioniere dieser wissenschaftlich begründeten Technik der Meinungsformung war Edward Bernays. In seinem 1928 publizierten Buch Propaganda erklärt er die Methoden, mit denen es möglich ist, "die Massen, ohne deren Wissen, nach unserem Willen zu kontrollieren und zu steuern". Die ersten Sätze dieses Buches lauten:
"Die bewusste und zielgerichtete Manipulation der etablierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen ist ein wichtiger Bestandteil demokratischer Gesellschaften. Diejenigen, welche die verborgenen gesellschaftlichen Abläufe manipulieren, bilden eine unsichtbare Regierung, die der wahre Herrscher unseres Landes ist. Zum größten Teil werden wir geleitet, unser Verstand geformt, unsere Geschmäcker gestaltet, unsere Vorstellungen suggeriert, von Menschen, die uns unbekannt sind. ... Unsere unsichtbaren Herrscher kennen sich untereinander meist nicht mit Namen. Sie beherrschen uns wegen ihrer angeborenen Führungsqualitäten, ihrer Fähigkeit, die benötigten Ideen zu geben, und aufgrund der Schlüsselpositionen, die sie in der Gesellschaft einnehmen. Ob es uns gefällt oder nicht, Tatsache ist, dass wir in fast allen Aspekten des täglichen Lebens, ob in Politik oder Wirtschaft, unserem Sozialverhalten oder unseren ethischen Einstellungen, von ... relativ wenigen Personen beherrscht werden, die die geistigen Prozesse und sozialen Verhaltensmuster der Massen verstehen. Sie steuern das öffentliche Bewusstsein, sie machen sich die alten sozialen Kräfte nutzbar und ersinnen neue Wege, um die Welt zusammenzuhalten und zu führen."
Dienstag, 5. Januar 2010
There is no business like climate business - Teil 1
Wer ist es, der die gegenwärtige Klimapolitik vorantreibt? Welche Motive haben die Führer der grünen Bewegung? Wir wollen in unserer kleinen Serie versuchen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.
Sehen wir uns einmal Dr. Rajendra Pachauri an, den Vorsitzenden des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) der UNO. Dr. Pachauri, der von der BBC als “the world’s top climate scientist” bezeichnet wurde, ist überhaupt kein Klimawissenschaftler, sondern ein früherer Eisenbahningenieur mit einem PhD in Ökonomie. Das hindert ihn aber nicht, als maßgebende Autorität auf dem Gebiet der Klimawissenschaften aufzutreten.
Wir müssen aber anerkennen, dass Dr. Pachauri über viele Talente verfügt, die ihm zu einer erstaunlichen Karriere verhalfen. Seine ursprüngliche Machtbasis, von der aus er sein weltweites Netz von Einflüssen entwickelte, war das Tata Energy Research Institute (TERI) in Neu Delhi, dessen Direktor er 1981 wurde. Später wurde das Institut in The Energy Research Institute umbenannt. TERI wurde 1974 durch Indiens größten Konzern, der in privatem Eigentum befindlichen Tata Group gegründet, deren Geschäftszweige von Stahl, über Autos und Energie bis zu Chemikalien, Telekommunikation und Versicherungen reichen. In Großbritannien besitzt Tata zum Beispiel den Luxuswagenhersteller Jaguar, Land Rover, Tetley Tea und Corus, den größten Stahlhersteller des Landes.
In Indien übt Tata eine enorme politische Macht aus. Obwohl TERI seit seiner Namensänderung noch zusätzliche Sponsoren gefunden hat, ist das Institut auch weiterhin eng mit dem Tata Konzern verbunden.
Als Dr. Pachauri zu Beginn der 1980er Jahre die Geschäftsführung von TERI übernahm, konzentrierten sich seine Aktivitäten auf die Erdöl- und Kohleindustrie, was aus heutiger Sicht etwas seltsam erscheint, denn inzwischen ist Dr. Pachauri vor allem durch seinen Kampf gegen die fossilen Brennstoffe bekannt. Er war zum Beispiel bis 2003 ein Direktor von India Oil, dem größten Wirtschaftsunternehmen des Landes, und er blieb bis 2009 ein Direktor der National Thermal Power Generating Corporation, dem größten Elektrizitätsproduzenten Indiens. Im Jahr 2005 gründete er GloriOil, ein Unternehmen in Texas, das sich auf Technologien spezialisiert, die es erlauben, aus zur Neige gehenden Ölfeldern die letzten Reserven zu gewinnen.
Als Pachauri jedoch 1997 stellvertretender Vorsitzender des IPCC wurde, weitete TERI seine Tätigkeit auf jede Art von erneuerbarer und nachhaltiger Energie aus, ganz in Übereinstimmung mit der Geschäftspolitik der Tata Group, die massiv in diesen Bereich tätig ist, wie zum Beispiel die Ankündigung des Unternehmens zeigt, weltweit 1,5 Milliarden Dollar in Windkraftanlagen zu investieren.
Um der neuen Aufgabenstellung gerecht zu werden, hat Dr. Pachauri sein TERI Imperium weltweit ausgeweitet. Es hat nun Zweigstellen in den USA, der EU und verschiedenen Ländern Asiens. TERI Europe, mit Sitz in London, führt zur Zeit ein Projekt über Bioenergie durch, das von der EU finanziert wird. Ein anderes Projekt, das vom britischen Department of Environment, Food and Rural Affairs und der deutschen Versicherungsfirma Münchner Rück finanziert wird, soll herausfinden, wie die indische Versicherungswirtschaft, einschließlich Tata, von der Absicherung des Risikos eines Klimawandels profitieren kann. Das ist eines der vielen Beispiele dafür, wie nützlich TERI für Tata ist, aber es stellt sich die Frage, warum der Steuerzahler die Entwicklung eines privaten Geschäftsmodells finanzieren soll.
Noch seltsamer ist die Rolle von TERI North America, dessen Präsident Dr. Pachauri ist, und das seinen Sitz in Washington D.C. hat, sinnvollerweise in der Pennsylvania Avenue, zwischen dem White House und dem Capitol. Diese Adresse passt sehr gut zu der Institution, die sich selbst ohne Scham als eine Lobbyorganisation positioniert, deren Aufgabe es sei, “[to] sensitise decision-makers in North America to developing countries’ concerns about energy and the environment”.
TERI-NA wird finanziell getragen von einer Vielzahl staatlicher und privater Sponsoren, darunter vier Zweige der UNO-Bürokratie, vier Behörden der US-Regierung, dem Erdölgiganten Amoco, zwei führende Waffenhersteller aus den USA, das durch sein genetisch modifiziertes Saatgut bekannt gewordene landwirtschaftliche Unternehmen Monsanto, der Öko-Lobbyist WWF, der seinerseits den Großteil seiner Finanzierung von der EU erhält, und zwei der weltweit größten Teilnehmer auf dem internationalen Kohlenstoff Markt, wo Karbon-Emissionszertifikate gehandelt werden.
Diese Aktivitäten von TERI sind zweifellos im Interesse des Tata Konzerns, der nicht nur stark in erneuerbaren Energien und Versicherungen, sondern auch im Karbonhandel engagiert ist, dem weltweiten Handel mit Kohlendioxid Emissionsrechten. Der größte Teil dieses künstlichen Marktes, der seine Existenz nur politischen Entscheidungen verdankt, wird von der UNO unter dem Clean Development Mechanism (CDM) verwaltet, der durch das Kyoto Protokoll eingeführt wurde.
Unter dem CDM sollen Unternehmen und Konsumenten der entwickelten Länder für das Recht zahlen, die ihnen willkürlich zugeteilten Karbongrenzen zu überschreiten, indem sie Emissionszertifikate von Firmen in Entwicklungs- und Schwellenländern kaufen, die ihre Emissionsrechte nicht voll genutzt haben oder irgendwie zeigen können, dass sie ihre Karbonemissionen vermindert haben.
Ein derartiges Projekt führt Tata gerade in England durch, wo sie die Herstellung von 3 Millionen Tonnen Stahl von ihrem Corus Werk in Redcar in eine neue Anlage im indischen Bundesstaat Orissa verlegen und dadurch "carbon credits" in der Höhe von 1,2 Milliarden Pfund Sterling gewinnen. Eine Nebenwirkung dieser Kohlenstoffpolitik besteht darin, dass in Redcar 1.700 englische Arbeiter ihre Arbeit verlieren.
In Indien werden gegenwärtig 1.455 CDM Projekte durchgeführt, mit einem Gesamtwert von 33 Milliarden Dollar. An vielen dieser Projekte ist Tata beteiligt und damit ein wesentlicher Nutznießer dieser Politik. Da trifft es sich gut, dass Dr. Pachauri im Beirat der Chicago Climate Exchange sitzt, der größten Kohlenstoffemissionsbörse der Welt, die auch die indische Karbonbörse, mit Unterstützung von TERI, eingerichtet hat.
Aber dieser Beiratssitz ist nur einer der vielen Posten, die Dr. Pachauri in den Jahren seit seiner Ernennung durch die UNO zum Topbürokraten des Klimawandels für sich erobert hat. Im Jahre 2007 wurde er zum Beispiel in den Beirat von Siderian, einer in San Francisco ansässigen Wagniskapitalfirma berufen, die sich auf nachhaltige Technologien spezialisiert, und die von Pachauri "access, standing and industrial exposure at the highest level" erwartet.
Im Jahre 2008 wurde er zum Berater für erneuerbare und nachhaltige Energie für die Credit Suisse Bank und die Rockefeller Stiftung ernannt. Er trat in den Verwaltungsrat der Nordic Glitnir Bank ein, als diese ihren Sustainable Future Fund gründete, für den Geldgeber gesucht wurden, die Milliarden in den Fond einbringen sollen. Pachauri wurde auch Vorsitzender des Indochina Sustainable Infrastructure Fund, der ein Kapital von weit über 100 Milliarden Dollar anstrebt.
Im gleichen Jahr wurde Pachauri auch ein Direktor des International Risk Governance Council in Genf, der von EDF and EOn, zwei der größten Elektrizitätsunternehmen Europas, eingerichtet worden war, um "Bioenergie" zu fördern. Im Jahre 2009 trat Dr. Pachauri dem New Yorker Investitionsfond Pegasus als ein strategischer Berater bei, und er wurde zum Vorsitzenden des Beratungsbeirats der Asian Development Bank ernannt, die sehr stark in den Handel mit Karbonemissionszertifikaten unter dem CDM Regime verwickelt ist.
Dr. Pachauris Dienste sind aber auch an anderen Orten gefragt. Er ist Vorsitzender des Climate and Energy Institute der Yale University, das Millionen von Dollar von den USA und privaten Unternehmen erhält. Er ist im Beratungsbeirat zum Klimawandel der Deutsche Bank. Er ist Direktor des Japanese Institute for Global Environmental Strategies und war bis vor kurzem ein Berater von Toyota Motors. Außerdem fungiert er als Politikberater für SNCF, die staatliche französische Eisenbahngesellschaft.
Auch in seiner Heimat Indien ist er sehr aktiv. Er dient in einer Reihe von Regierungsorganisationen, einschließlich des Economic Advisory Committee des Ministerpräsidenten, und er hat verschiedene akademische Stellen inne.
Welcher Art sein vielgesuchter Rat ist, kann man an seinen öffentlich gegebenen Empfehlungen erkennen. Dr. Pachauri fordert, dass die Weltbevölkerung erheblich weniger Fleisch essen soll, um die angeblich schädlichen Methanemissionen der Nutztiere zu senken. Er verlangt ein Verbot von Speiseeis in Restaurants und die obligatorische Installation von Energieverbrauchsmessgeräten in Hotels, damit von den Hotelgästen eine Karbonsteuer für die Nutzung von Heizung und Klimaanlage erhoben werden kann.
Bei aller Gesprächigkeit bleibt Dr. Pachauri jedoch zu einem Thema stumm. Er verschweigt, wieviel Geld ihm in all diesen Funktionen bezahlt wird. Es müssen jährlich Millionen von Dollar sein. Nicht eine der vielen Institutionen, die ihn beschäftigen, veröffentlicht Angaben über sein Gehalt oder Honorar. Das schließt die UNO ein, die es ablehnt anzugeben, wieviel sie einem ihrer höchsten Funktionsträger bezahlt.
TERI selbst ist so schamhaft was seine Finanzen angeht, dass es keine Bilanz veröffentlicht, sondern nur zwei Kreisdiagramme über die Zusammensetzung ihrer Einnahmen und Ausgaben, die aber keine Zahlen enthalten. Dr. Pachauri schweigt auch über die Verbindungen von TERI mit Tata, jenem Konzern, der in den 1970er Jahren das Institut gründete und dessen Namen es bis zu seiner Namensänderung im Jahre 2002 trug. Ein Sprecher von TERI sagte damals "we have not severed our past relationship with the Tatas, the change is only for convenience".
Für TERI scheint sich die hohe Position seines Generaldirektors in der UNO-Bürokratie bereits ausgezahlt zu haben. So war zum Beispiel TERI ein bevorzugter Bieter bei der Ausschreibung von Kontrakten für die Beseitigung der Schäden, welche die Truppen von Saddam Hussein während ihrer Besetzung von Kuwait angerichtet hatten. Die ausgeschriebenen Aufräumungsarbeiten kosten 3 Milliarden Dollar, die von der UNO aufgebracht werden. TERI hat in der Vergangenheit bereits 9 Verträge geschlossen, die von der UNO finanziert werden.
TERI wird auch von der EU-Bürokratie sehr geschätzt, die Dr. Pachauris Institut als Partner in nicht weniger als 12 Projekte einbezogen hat, mit denen die Auswirkungen der globalen Erwärmung gemildert werden sollen.
Kann Dr Pachauri in seiner Rolle als IPCC Vorsitzender unabhängige Entscheidungen im Interesse der Allgemeinheit treffen, wenn er gleichzeitig viel Geld von Institutionen bekommt, die an ganz bestimmten Entscheidungen finanziell stark interessiert sind? Ist der Mund von Dr. Pachauri da, wo auch sein Geld ist?
Der Fall Pachauri zeigt exemplarisch, welche unheilige Allianz von politischen Unternehmern und Ökoaktivisten sich in der Klimapolitik gebildet hat. Welche Beziehungen haben diese strange bedfellows zueinander? Sind die grünen Sturmtruppen nur die nützlichen Idioten einiger skrupelloser Kapitalisten, die mit politischen Mitteln Extragewinne erwirtschaften wollen? Oder führen geschickte Klassenkämpfer im grünen Tarnanzug einige unbedarfte Manager mit etwas Zuckerbrot auf einen Weg, der über die Verteuerung und Verknappung der Energie zur Zerstörung des Kapitalismus führen muss?
Weitere Informationen